Bei einem Angriff auf den Telegram Trading Bot Bloom sind am gestrigen 26. Oktober rund 9.408 SOL im Wert von 953.000 US-Dollar gestohlen worden. Laut einer Onchain-Analyse von Bitquery waren 48 Wallets betroffen, die sich neun Tradern zuordnen lassen. Der Angreifer benötigte lediglich 94 Sekunden – etwa eine Werbeunterbrechung bei Netflix –, um die Bestände nahezu vollständig abzuziehen. Wie er an die dafür notwendigen privaten Schlüssel gelangte, ist bislang ungeklärt.
Kurz nach dem Angriff meldeten sich erste Betroffene auf X. Ein Trader schrieb: “Mir wurden 100.000 US-Dollar gestohlen.” Ein weiterer veröffentlichte eine Transaktion über rund 64.000 US-Dollar und bat um Hilfe.
Krypto-Hacker hatte Zugriff auf private Schlüssel
Die Auswertung der Transaktionen zeigt laut Bitquery ein systematisches Vorgehen. Zunächst testete der Angreifer jeweils eine Wallet pro Trader mit kleinen Überweisungen. Anschließend leerte er die zugehörigen Wallets, beginnend mit den größten Guthaben.
Sämtliche Transaktionen wurden mit den privaten Schlüsseln der betroffenen Wallets signiert. Eine zusätzliche Freigabe oder die Ausnutzung eines Smart Contracts war nicht erforderlich.
Der Täter konzentrierte sich auf Solana-Guthaben. Rund 57.000 US-Dollar in USDC blieben zunächst unangetastet. Ein späterer Versuch, weitere USDC abzuziehen, scheiterte an fehlenden SOL für die Transaktionsgebühren. Die Besitzer konnten anschließend einen Großteil ihrer Stablecoins sichern.
Bloom prüft möglichen Angriff auf Drittanbieter
Die gestohlenen Solana wurden zunächst auf einer Wallet gesammelt und später auf eine zweite Adresse transferiert. Dort befanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung noch 9.408,21 SOL. Weitere Abflüsse wurden nicht festgestellt.
Bloom kündigte auf X an, “alle verlorenen Gelder der neun betroffenen Wallets vollständig zu erstatten”. Die Entschädigungen sollen an neue Wallets ausgezahlt werden, die von den betroffenen Nutzern ausgewählt werden.
Die Ursache des Angriffs ist weiterhin ungeklärt. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben, ob “ein Drittanbieter möglicherweise kompromittiert wurde”. Auch die Onchain-Analyse liefert bislang keinen eindeutigen Beleg dafür, wie die privaten Schlüssel in die Hände des Angreifers gelangten.
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