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Personalentlassungen  Coinbase, BlockFi und Crypto.com: Schämt euch!

Personalentlassungen bei Krypto-Unicorns wie Coinbase oder Crypto.com haben diese Woche die Runde gemacht. Warum sich einige dieser Unternehmen schämen sollten. Ein Kommentar.

Sven Wagenknecht
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Manche Krypto-Unicorns sollten sich für ihre Personalentlassungen schämen.

Beitragsbild: Shutterstock

| Manche Krypto-Unicorns sollten sich für ihre Personalentlassungen schämen.

Es ist absolut nachvollziehbar, dass man in Notlagen als Unternehmer zu Personalentlassungen greift. So schmerzlich es für die Betroffenen ist, ist es oft der einzige Ausweg, den Unternehmensfortbestand sowie die verbleibenden Arbeitsplätze zu retten. Allerdings gibt es Ausnahmen.

Verantwortung: Fehlanzeige

Den Unternehmen und deren Manager, die auf ihrem Höhenflug in den letzten beiden Jahren das Geld nur so zum Fenster herauswarfen, gebührt kein Respekt. Konkret müssen sich Crypto.com und Coinbase diesen Schuh anziehen. So wurde diese Woche bekannt, dass Crypto.com 260 und Coinbase knapp 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlässt. Auch der Krypto-Lendingdienst BlockFi kündigt 170 Angestellte. Weitere Beispiele von Krypto-Unicorns, die Entlassungen vornehmen, dürften folgen.

Einige dieser Krypto-Dienstleister haben vor wenigen Monaten noch rekordverdächtige Sponsorendeals abgeschlossen. Praktisch jeder Rennstall der Formel 1 besitzt einen Krypto-Sponsor. Die Börse Bybit hat sich beispielsweise einen dreijährigen Sponsorendeal mit dem Red-Bull-Rennstall für 150 Millionen US-Dollar gesichert. Crypto.com wiederum gehört zu einem der Hauptsponsoren der FIFA und beim Ausnahmeevent Superbowl haben sich Coinbase und Co. die teuersten Werbeplätze gesichert. Getreu dem Motto: Was kostet die Welt?

Wie Halbstarke im Club

Ein gutes Dutzend dieser Krypto-Unicorns haben sich vor ein paar Wochen aufgeführt wie Halbstarke, die mit teuren Champagnerflaschen durch den Club rennen. Es ist keine Marketingleistung, wenn man für hunderte Millionen von US-Dollar vollkommen überteuerte Werbeplätze einkauft, nur um allen in der Welt zu zeigen, wie groß man ist.

Dieser Umgang mit Geld ist es, der die aktuellen Personalentlassungen so weit vom Ideal des ehrbaren Kaufmannes erscheinen lässt, wie nur irgendwie möglich. Hätte man die Gelder nicht lieber in die Produktentwicklung oder in sichere Unternehmensrücklagen investieren können? Gibt es nicht andere Marketingmöglichkeiten, die etwas mehr Anstrengung und Grips, dafür aber weniger Geld erfordern? Sicherlich!

Denn es gibt genug Unternehmen und Krypto-Start-ups, die Tag ein Tag aus beweisen, auch in schwierigen Marktphasen ihre Arbeitsplätze bis zuletzt sichern zu können.

Imageschaden für den Krypto-Sektor

Hunderte Arbeitsplätze hätten für die nächsten Monate, trotz pessimistischer Ausblicke, gerettet werden können, wenn man im Vorhinein besser gewirtschaftet hätte. Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen. Krypto-Kritiker dürfte es freuen. Zeugt es doch von einem aufgeblähten Sektor, der eben noch nicht die Reife besitzt, wie gerne vorgegeben.

Man kann nur hoffen, dass die Krypto-Unternehmenslenker in Zukunft verantwortungsvoller mit dem Kapital – insbesondere, wenn es nicht selbst verdient wurde, sondern von Investoren stammt – umgehen. Gerade für die vielen kleineren Krypto-Start-ups, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen und nun ebenfalls auf harte Zeiten zugehen, wäre dies mehr als fair.

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