Cyberkrieg wird Onchain 

Krypto als Hacker-Werkzeug: Chainalysis warnt vor neuem Trend

Die Zahl bösartiger Aktivitäten auf Blockchains ist innerhalb eines Jahres stark gestiegen. Chainalysis sieht dahinter vor allem Akteure mit staatlichen Verbindungen.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt einen Hacker

Beitragsbild: Shutterstock

| Besonders Nordkorea ist für Hackerangriffe bekannt

Hacker nutzen öffentliche Blockchains offenbar immer häufiger als Teil ihrer Angriffs-Infrastruktur. Laut einer neuen Analyse von Chainalysis ist die Zahl der Fälle, in denen Schadsoftware-Befehle oder technische Informationen direkt auf Blockchains gespeichert wurden, innerhalb eines Jahres um 420 Prozent gestiegen. Rund zwei Drittel der neuen Aktivitäten pro Quartal sollen dabei auf staatlich verbundene Akteure zurückgehen.

Besonders auffällig sind Gruppen mit Verbindungen zu Nordkorea und dem Iran. Chainalysis ordnete bislang nicht zugewiesene Aktivitäten auf Tron, Aptos und der BNB Smart Chain der nordkoreanisch verbundenen Gruppe UNC5342 zu. Die Angreifer nutzten mehrere Netzwerke gleichzeitig, um infizierte Geräte auch dann weiter steuern zu können, wenn einzelne Teile ihrer Infrastruktur ausfallen.

Krypto-Netzwerke werden Teil der Angriffsinfrastruktur

Der Vorteil für die Angreifer liegt ausgerechnet in einer Kerneigenschaft öffentlicher Blockchains: Einmal gespeicherte Informationen lassen sich kaum wieder entfernen. Selbst wenn Domains oder Server abgeschaltet werden, können infizierte Geräte weiterhin auf die hinterlegten Daten zugreifen. Das macht solche Angriffe für Ermittler und Sicherheitsfirmen deutlich schwerer vollständig zu stoppen.

Auch mutmaßlich mit dem Iran verbundene Akteure sollen Bitcoin-Transaktionen für diesen Zweck genutzt haben. Chainalysis fand verschlüsselte Befehls- und Kontrollroutingdaten, über die Schadsoftware neue Anweisungen abrufen konnte. Die Zuordnung erfolgte allerdings nicht allein über die Blockchain, sondern zusätzlich über bekannte Malware-Muster oder anderen Serverstrukturen.

Zudem registrierte Chainalysis seit Juli 2025 einen starken Anstieg bösartiger Blockchain-Schreibvorgänge. Das Unternehmen sieht einen zeitlichen Zusammenhang mit leistungsfähigeren KI-Modellen, die auch schädlichen Code erzeugen können, betont aber ausdrücklich, dass sich daraus keine direkte Nutzung durch die Angreifer beweisen lässt. Klar ist nur: Blockchains werden längst nicht mehr ausschließlich angegriffen, sie werden inzwischen selbst zum Werkzeug für Cyberattacken.

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