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Im Interview SBF zu FTX-Hack, politischen Spenden und Kundengeldern

FTT-Token, FTX-Hacker, dunkle Politik-Spenden an die Republikaner und die Hoffnung auf Kundengelder: ein aufgebrachter Sam Bankman-Fried bezieht Stellung.

Dominic Döllel
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FTX

Beitragsbild: Picture Alliance

| Sam Bankman-Fried wartet in seinem Elternhaus auf seinen Prozess.

Gestern dröhnte die Stimme der wohl umstrittensten Krypto-Persönlichkeit der letzten Wochen erneut aus vielen Lautsprechern: Sam Bankman-Fried (SBF) gab der Krypto-Bloggerin Tiffany Fong ein Interview und äußerte sich zur FTX-Insolvenz, dem FTT-Token und dem Börsen-Hacker. Außerdem erklärte er, warum er sowohl den Demokraten, als auch den Republikanern Geld spendete und gab einen Ausblick in die Zukunft. Doch die Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen.

FTT-Token und FTX-Hack

“Ich denke, FTT war legitimer als die meisten Token”, so SBF gleich zu Beginn des Interviews. Mehr oder minder verständlich fährt er unverfroren fort: “Sein Wert war wirtschaftlich besser untermauert als der, durchschnittlicher Token.” Auch die zentrale Verteilung des FTT-Tokens schien ihm keine Sorgen bereitet zu haben. Der letztendliche Grund des Scheiterns von FTX und dem Börsen-Token sei Bankman-Fried zufolge dem massiven FTT-Abverkauf geschuldet gewesen.

Auch zum FTX-Hack äußerte sich Sam Bankman-Fried: “Ich habe es auf etwa acht Personen eingegrenzt. Ich weiß nicht, welcher es war.” Daraufhin deutete er an, dass es sich um einen ehemaligen FTX-Mitarbeiter handeln könnte. Eine Mitschuld weist er von sich.

Spenden auch an Republikaner

Letztes Jahr spendete er fünf Millionen US-Dollar an die Kampagne von US-Präsident Biden und mehr als neun Millionen an Kongressabgeordnete. Im Mai kündigte er Spenden zwischen 100 Millionen und einer Milliarde US-Dollar bei den Präsidentschaftswahlen 2024 an. Dabei stellte er sich immer als Unterstützer der US-Demokraten dar. Nun offenbarte Sam Bankman-Fried: “Ich habe für beide Parteien gespendet.”

Alle meine republikanischen Spenden waren dunkel. In der Praxis kann sich niemand vorstellen, dass jemand tatsächlich dunkles [Geld] gegeben hat. [dunkles Geld bezieht sich auf Ausgaben, die dazu bestimmt sind, politische Ergebnisse zu beeinflussen, wenn die Quelle des Geldes nicht offengelegt wird, Anm. d. Red.]

Sam Bankman-Fried

Der Grund für die Heimlichtuerei sei die “superliberale Vorstellung von Reportern” gewesen, die “ausflippen, wenn man an die Republikaner spendet”.

Zukunft: FTX und Kundengelder

Weil das Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 aus technischer Perspektive ein Restrukturierungsplan ist, könnte FTX in Zukunft den normalen Betrieb wieder aufnehmen. Angesprochen darauf reagierte Bankman-Fried unschlüssig und verwies auf die “Menschen, denen er die Verantwortung übergeben” hätte.

Auf die Frage, ob Kunden überhaupt eine Form der Entschädigung erhalten würden, kam SBF ins Stottern, offenbarte allerdings einen Wermutstropfen. Während FTX.us-Kunden “pro US-Dollar einen US-Dollar” zurückbekommen könnten, müssten sich FTX.com-Geschädigte mit “20-25 Cent pro US-Dollar” zufriedengeben. Dabei handelt es sich bisher nur um Vermutungen. Wie viel Geld Kunden der gescheiterten Krypto-Börse wirklich erhalten werden, bleibt abzuwarten.

In einem zweiten Interview geht SBF auf Alameda Research und die Verbindung zu Binance ein. Außerdem erklärt er Gewissensbisse und sagte, er sei dankbar für “diejenigen, die bei ihm geblieben sind”. Tiffany Fong merkte indessen an, dass die Aussagen von Bankman-Fried mit Vorsicht zu genießen seien.

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