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Justin Sun, Tron und Tether Huobi: Wie viel hängt an der strauchelnden Börse?

Haftet an Huobi mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag? Das Geflecht zwischen der Krypto-Börse, Justin Sun, Tron und Tether erklärt.

Johannes Macswayed
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Beitragsbild: Shutterstock

| Welche Gefahr könnte von einem Zusammenbruch der Krypto-Börse ausgehen?

Der einstige Börsengigant Huobi ist in den vergangenen Wochen immer mehr ins Taumeln geraten. Gerüchte um eine Insolvenz breiten sich zunehmend aus. Zumindest ist anzunehmen, dass die Börse in irgendeiner Form in Geldnot steckt. Mitarbeiter sehen sich mit Entlassungen, dem Aussetzen von Bonuszahlungen und sogar Stablecoins als Gehaltssubstitut konfrontiert.

Wenngleich die Börse nicht ansatzweise so groß ist wie FTX, zeigen sich mit Blick hinter die Kulissen einige Warnzeichen. Derweil wirkt Tron Gründer Justin Sun in der Causa Huobi inzwischen stark mit.

Huobi: Der erste Dominostein

Um die eigene Zahlungsfähigkeit im Zuge des FTX-Kollapses zu beweisen, leistete Huobi wie andere auch einen “Proof of Reserves“. Schnell wurde aus diesem aber ersichtlich, dass die Reserve der Börse zu großen Teilen aus dem eigenen Token (HT) besteht. Das bestätigen auch Blockchain-Analysten Crypto-Quant in einem Bericht über die Börsenvermögen. Demnach wird das derzeit 2,5-Milliarden-US-Dollar-schwere Vermögen der Börse zu 59,6 Prozent vom Huobi-Token getragen. Dieser verzeichnet seit Monaten überwiegend Verluste. In den letzten 30 Tagen waren es 25 Prozent Minus.

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Letzte Woche plagten Huobi massive Abhebungen. Laut Blockchain-Analyseplattform Nansen waren es in sieben Tagen fast 100 Millionen US-Dollar.

Huobi zählt mit Platz 17 derzeit noch zu den größten Exchanges weltweit. Vor allem in Asien war die Börse lange dominierend. Inzwischen aber scheint ihr Bestehen stark von Tron-Gründer Justin Sun abzuhängen, der im vergangenen Jahr 30 Prozent des Unternehmens kaufte. Laut Datendienst Kaiko hat der Marktanteil von Huobi in den letzten Jahren stark abgenommen. Beanspruchte die Krypto-Börse 2020 noch 22 Prozent des Handelsvolumens für sich, lag der Wert im vergangenen Jahr nur noch bei 4 Prozent.

Justin Sun: Heikles Spiel mit Tron und USDD?

Für Justin Sun sind die Gerüchte um “seine” Börse nur FUD (Fear Uncertainty Doubt). Er sieht in der ganzen Aufregung die übliche Volatilität im Krypto-Winter.

Während seine Mitarbeiter in Stablecoins bezahlt werden, soll er selbst derweil 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem Unternehmen entnommen haben. Seine Verwicklungen mit Huobi scheinen sich derweil zunehmend negativ auf den Kurs von Tron (TRX) auszuwirken. Mit dem Sturz Huobis vergangene Woche sackte auch TRX um acht Prozent ab und rückte den algorithmischen Stablecoin der Blockchain, USDD, erneut ins Rampenlicht.

Dieser ist nach den Prinzipien des LUNA/UST-Stablecoins aufgebaut – das Konstrukt, das 40 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung über Nacht in Luft auflöste. USDD handelt derweil seit dem FTX-Zusammenbruch nicht mehr bei der angestrebten Marke von einem US-Dollar. Das Vertrauen in den Token ist im Sektor alles andere als stabil, doch eigentlich Grundvoraussetzung für sein Bestehen.

Die Frage nach den Tether-Reserven

Ein möglicher Zusammensturz von Tron durch den Kollaps der Krypto-Börse scheint aufgrund der deutlich kleineren Geldmenge weniger dramatisch zu sein als der FTX-Crash. Schließlich zählt USDD nicht einmal eine Milliarde US-Dollar Marktkapitalisierung. Doch der größte Stablecoin des Krypto-Sektors, Tether, verzeichnet fast die Hälfte seines gesamten Umlaufs auf Tron. Ein Kollaps von Tron könnte daher auch USDT treffen. Es bestehen ohnehin immer wieder Sorgen über die tatsächlichen Reserven des Stablecoin-Giganten.

Derweil verfügt Sun über große Kapitalreserven. Noch immer ist er einer der reichsten Individuen im Krypto-Sektor. So hält er allein etwa 500 Millionen US-Dollar beim Asset Manager Valkyrie. Suns hohes Vermögen könnte dem Fortbestehen des Tron-Stablecoins zuträglich sein. Wie sich das Geflecht zwischen Justin Sun, Tron, Huobi und Tether jedoch in Zukunft entwickelt, bleibt abzuwarten.

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