Logistik Hafen von Rotterdam testet Containerabfertigung per Blockchain-App
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Hafen von Rotterdam

Quelle: Shutterstock

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Seit Tag Eins gehören Automatisierung und Beschleunigung zu den wesentlichen Wertversprechen der Blockchain-Technologie. Der Hafen von Rotterdam macht diese nun bei der Abfertigung von Containern geltend.

Der Rotterdamer Hafenbetrieb hat am 9. Juli ein Pilotprojekt gestartet, dass die Abfertigung von ankommenden Gütercontainern enorm beschleunigen soll. Europas größter Hafen greift dafür auf eine Blockchain-App zurück. Diese stammt aus der Feder des Antwerpener Blockchain-Start-ups T-Mining.


Laut der zugehörigen Pressemeldung beteiligen sich diverse Größen aus Schifferei und Logistik an dem Pilotprojekt. Dazu zählen beispielsweise Hapag-Lloyd, MSC, ONE-Line und MA-CGM. Die Länge dieser Testphase ist zunächst auf drei Monate angesetzt. Laut Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Wirtschaft und Handel beim Hafenbetrieb Rotterdam, soll der Einsatz der Secure Container Release-App den Hafen „intelligenter, schneller, effizienter und sicherer“ machen.

Token statt Geheimzahl

Das Hafenpersonal in Rotterdam bringt täglich hunderte Container an Land. Diese müssen in einem System erfasst und verarbeitet werden. Erst danach können Spediteure Transportunternehmen beauftragen, die die Güter weiter ins Europäische Inland transportieren. Bei der Cointainerabfertigung handelt es sich also um einen Prozess, der eine Vielzahl an Kooperationspartnern und zahlreiche Verarbeitungsschritte umfasst. Der Hafen ließ die dabei anfallenden Kommunikationsschritte bis lang über die manuelle Weitergabe einer Geheimzahl regeln. Dieses Vorgehen war jedoch anfällig für Fehler und Betrug. Dank der Blockchain könnte hier folglich einiges anders werden.

Denn die App von T-Mining ersetzt die Geheimzahl durch einen kryptographischen Token, auf dem die Freigaberechte für einen Container abgebildet sind. Beim Abfertigungsprozesses lässt sich dieser Token über eine Blockchain-Plattform von einer Partei zur nächsten weiterreichen. Dank der Krypto-Technologie ist dabei weder das Kopieren noch der Diebstahl des Token möglich. Der Einsatz der Blockchain beschleunigt den Hafenbetrieb somit nicht nur, gleichzeitig macht er ihn auch sicherer.


Die Blockchain-App zeichnet sich ferner dadurch aus, dass niemand Einblick darin hat, welche Parteien zuvor im Besitz des Token waren. So bleibt die die Vertraulichkeit von Handelsbeziehungen gewahrt.

TradeLens-Netzwerk verbindet Blockchain und Schifffahrt

Die neue App für die Containerabfertigung ist indessen nicht das einzige Blockchain-Projekt an dem der Hafen von Rotterdam beteiligt ist. Denn die Niederländer riefen bereits im September 2017 ein eigenes Blockchain Research Lab ins Leben. Darüber hinaus beteiligt sich der Hafen ebenfalls am TradeLens-Netzwerk, das von IBM und dem Logistikriesen Maersk ins Leben gerufen wurde.

Das Ziel des Netzwerks besteht darin, Prozesse im weltweiten Handelsverkehr mit Hilfe der Blockchain zu automatisieren. Das Netzwerk konnte dabei bereits eine beachtliche Mitgliederzahl versammeln.  Denn neben Hapag-Loyd sind auch fünf der sechs größten Container-Reedereien an dem Projekt beteiligt. Im Jahr 2020 stieß nicht nur der Hafen von Salala zum Blockchain-Netzwerk, sondern mit Adanis Ports ebenfalls der größte private Hafenbetreiber Indiens.



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