Blockchain sei dank TradeLens wächst um größten privaten Hafenbetreiber Indiens

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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container schiffe auf dem meer

Quelle: Shutterstock

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Adani Ports und Special Economic Zone Limited (SEZ) will bei der Verwaltung seiner Hafenanlagen künftig auf die Blockchain-Technologie setzen. Hierfür ist der größte private Hafenbetreiber Indiens nun der Handelsinitiative TradeLens beigetreten.

Zehn Häfen in sechs indischen Bundesstaaten, 45 Anlegeplätze, zwölf Container-Terminals – die Eckdaten von Adani Ports & SEZ stellen die heimischen Häfen in Hamburg oder Wilhelmshaven ohne Weiteres in den Schatten. Gleichzeitig deuten sie auf den gigantischen Verwaltungsaufwand des größten privaten Hafenbetreibers Indiens.


Dass die manuelle Abwicklung des Riesengeschäftes anfällig für Fehler ist, musste das Unternehmen zuletzt während anhaltenden Corona-Pandemie erfahren. Nun zieht Adani Ports seine Lehren – und setzt auf Blockhain-Technologie.

Wie die indische Wirtschaftszeitung The Hindu Business Line an diesem Mittwoch, den 27. Mai berichtet, ist der Hafenbetreiber hierfür eine Partnerschaft mit Maersk und IBM eingegangen. Künftig soll die Verwaltung der Häfen nicht mehr händisch, sondern über die Blockchain-Plattform TradeLens laufen. So könnten bald beispielsweise Rechnungen, Frachtbriefe und Zolldokumente vollautomatisch zwischen den unterschiedlichen Handelspartnern ausgetauscht werden. Dies soll nicht nur für schnellere und sichere Abwicklung der Lieferketten, sondern zugleich auch für enormes Sparpotential sorgen.  

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Eine Studie der dänischen Unternehmensberater Qbis etwa geht davon aus, dass beteiligte indische Handelsunternehmen, die die Häfen nutzen, dank automatisiertem Dokumentverkehr und transparenten Lieferketten künftig bis zu 240 Millionen US-Dollar sparen könnten.

Auch in der Unternehmenszentrale von der Muttergesellschaft Adani Group im indischen Ahmedabad wird man sich freuen: Zwar liegt die einer von Qbis errechneten Einsparquote bei lediglich zwei Prozent. Da der Hafenbetreiber jedoch knapp Viertel indischen Containerwesens abwickelt, dürfte bei Adani Ports & SEZ die Kasse gehörig klingeln.  

Möglich würden solche Effizienzgewinne durch kürzere Lieferzeiten und seltenere Verzögerungen. Mithilfe des digitalen Verwaltungssystems könnten beispielsweise zuständige Zollbehörden notwendige Dokumente statt weniger Tage bereits bis zu drei Wochen vor der Lieferung empfangen.

TradeLens wächst und wächst

Nicht zuletzt dürfte es sich bei der Digitaloffensive von Adani Ports jedoch auch um einen strategischen Schritt handeln. Seit längerem wirbt das Unternehmen sowohl mit der Nachhaltigkeit seines Geschäfts als auch mit transparenten Lieferketten. Das dürfte sich mit dem Blockchain-Einsatz jetzt noch weiter verbessern.

Indes zählt die im Jahr 2018 gegründete Plattform mit Adani Ports nun über weltweit 160 Mitglieder. Zu diesen gehören unter anderem Häfen, Logistik- und Finanzdienstleister. Zu den jüngsten Mitgliedern des von Maersk und IBM angestoßenen Projekts gehören neben dem indischen Konzern die indonesische Reederei Salam Pacific Indonesia Lines sowie die britische Standard Chartered Bank. Auch die ukrainischen Zollbehörden testen die Software zur Stunde.

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