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Datenkrake im Schafspelz? Groß, größer, Metaverse: Was ist die digitale Ökonomie wert?

Microsoft, Nike oder Adidas: Weltweit geben Konzerne ihren Einstieg ins Metaverse bekannt – aus gutem Grund. Die allumgreifende Digitalisierung wächst zu einem billionenschweren Markt heran.

Moritz Draht
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Sonnenfinsternis

Beitragsbild: Shutterstock

Facebook will sein eigenes, die Winklevoss-Zwillinge ein anderes, Barbados eröffnet vorsichtshalber schon mal eine Botschaft, und auch Pokémon sollen sich bald dort einfangen lassen: Das Metaverse breitet sich aus und damit auch Goldgräberstimmung. Das Rennen um Marktanteile im digitalen El Dorado hat längst begonnen. Je eher die neue Welt erobert wird, umso mehr Macht, Mitgestaltungsrechte und vor allem Geld winkt den Entdeckern. Angesichts der Umsatzzahlen, die Vermögensverwalter Grayscale dem Metaverse-Markt attestiert, überraschen die Bemühungen von Konzernen nicht.

Soziale Medien, Zocken, Streaming, und dann noch die Pandemie: Schon jetzt verbringen wir im Schnitt acht Stunden täglich im Cyberspace – ein Drittel unserer Lebenszeit. Die logische Konsequenz: Immer mehr Geld ist in der virtuellen Realität im Umlauf, “um unseren sozialen Status in diesen Online-Gemeinschaften aufzubauen”, wie es in dem aktuellen Grayscale-Bericht zur Metaverse-Entwicklung heißt. Durch die Verlagerung in den virtuellen Raum wächst die digitale Ökonomie rasant: “Unser soziales Leben und das Spielen konvergieren und schaffen eine große, schnell wachsende Konsumwirtschaft für virtuelle Güter”.

Metaverse: Internetrevolution oder Datenkrake im Schafspelz?

Diese Umwandlung vollzieht sich am deutlichsten im Gaming-Sektor, wo sich bereits “offene Krypto-Metaverse-Netzwerke des Web 3.0” etablieren und “die von Web-2.0-Plattformen auferlegten Kapitalkontrollen in diesen virtuellen Welten aufheben”. Das ist aber nur der Anfang, “die Metaverse-Chance geht weit über Gaming hinaus”, prophezeit Grayscale, das den Umsatz “in den Bereichen Werbung, social commerce, digitale Events, Hardware und Monetarisierung” auf eine Billion US-Dollar schätzt.

Dabei könnte es sich sogar noch um eine vorsichtige Prognose handeln:

Die gesamte Marktkapitalisierung der führenden Web 3.0 Metaverse-Kryptonetzwerke liegt bei 27,5 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Klacks im Vergleich zu den 900 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung von Facebook, den 2 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung des Gaming-Sektors und den 14,8 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung der Web 2.0-Unternehmen, die zum Metaverse wechseln könnten.

Die Metaverse-Entwicklung steht noch am Anfang, aber Fakt ist: Die Digitalisierung unserer Lebenswirklichkeit schafft einen globalen Markt und die Web-2.0-Giganten setzen alles daran, ihre Geschäftsmodelle darin durchzudrücken. Ob ihnen das gelingt, hängt aber letztlich vom Nutzerverhalten ab. Der Übergang zum Web 3.0 könnte die alten Machtgefüge sprengen und Nutzer:innen mehr Mitbestimmungsrechte einräumen: “Durch die Abschaffung der zentralisierten Web 2.0-Unternehmen, die diese Online-Räume in der Vergangenheit kontrolliert haben, haben virtuelle Web 3.0-Metaverse-Welten von schnellen Innovationen und Produktivitätssteigerungen profitiert”. Der Krypto-Ökonomie dürfte bei dieser Umwälzung eine entscheidende Rolle zukommen, da sie “digitalen Grenzen für den freien Marktkapitalismus öffnen”.

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