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32 Milliarden US-Dollar FTX mehr wert als Deutsche Bank und Nasdaq

Die Kryptobörse FTX freut sich über eine kräftige Finanzspritze. Damit bahnt sich das Unternehmen weiter den Weg in den Krypto-Olymp.

Daniel Hoppmann
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Gelddruckerei

Beitragsbild: Shutterstock

FTX startet mit einem Paukenschlag ins neue Jahr. Mit dem Abschluss einer Series-C-Finanzierungsrunde nimmt das Unternehmen, das seinen Sitz auf den Bahamas hat, 400 Millionen US-Dollar ein. Damit erhielt die Kryptobörse in den vergangenen sechs Monaten etwa 1,8 Milliarden US-Dollar von VC-Größen wie Sequoia, Paradigm, Lightspeed oder Tiger Global.

Gründer und CEO Sam Bankman-Fried (SBF) spricht von einem”Meilenstein”. Und tatsächlich erfuhr die Kryptobörse seit ihrer Gründung 2019 eine rasante Entwicklung. Vor knapp einem Jahr lag der Unternehmenswert lediglich bei einer Milliarde US-Dollar. Zwölf Monate später blickt FTX auf eine 32-fache Bewertung. Damit übertrifft die Exchange etablierte Player wie die Deutsche Bank, die Société Générale oder auch die Technologie-Börse Nasdaq. “Eine sportliche Bewertung”, meint auch BTC-ECHO Marktexperte Stefan Lübeck.

Vergleicht man die Marktkapitalisierung des Konkurrenten Coinbase mit Hinblick auf das durchschnittliche Handelsvolumen, ist FTX aus aktueller Sicht überbewertet. Coinbase weist mit knapp 4 Mrd. USD gegenüber 2 Mrd. rund das Doppelte an täglichem Handelsvolumen auf.

FTX hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, sich zum Krypto-Powerhouse aufzuschwingen. Mittlerweile wird das Unternehmen in einem Atemzug mit Binance, Coinbase oder auch Huobi genannt.

Ebenso beeindruckend liest sich die Vita des FTX-Geschäftsführers. Mit 29 Jahren ist der US-Amerikaner Teil der Forbes World’s Billionaires List mit einem Vermögen von knapp 10 Milliarden US-Dollar.

Visa und Sport – der Schlüssel zum Erfolg

Den Aufstieg verdankt man einerseits Partnerschaften mit renommierten Finanzdienstleistern wie Visa. Erst Ende Januar dieses Jahres verkündete Bankman-Fried Pläne auf Twitter, wonach die Kryptobörse ihren Kunden eigene Kreditkarten anbieten wolle. Andererseits stößt FTX als Sponsor in die Welt des Sports vor, um die Bekanntheit der eigenen Marke zu stärken. So ziert das FTX-Logo beispielsweise den Boliden vom siebenfachen Formel-1 Weltmeister Lewis Hamilton.

Zuvor schuf man mit FTX.US eine Tochterfirma für den US-Markt, um Coinbase langfristig die Poleposition in den Vereinigten Staaten streitig zu machen. Ein Unterfangen, das ambitioniert, jedoch nicht unmöglich erscheint, bedenkt man, dass der US-Ableger erst vor wenigen Tagen ein 400-Millionen-US-Dollar-Funding einstreichen konnte – und es mittlerweile auf eine Unternehmensbewertung von 8 Milliarden US-Dollar bringt.

Europaexpansion: Droht FTX das Schicksal von Binance?

Bei dem rapiden Wachstum von FTX, dürfte eine Expansion der Kryptobörse in Richtung Europa nur noch eine Frage der Zeit sein. Zwar sind die Dienstleistungen in den meisten europäischen Ländern bereits heute nutzbar, es bleibt jedoch ein Spiel mit dem regulatorischen Feuer, wie das Beispiel Binance zeigt. Der Kryptoriese steht weltweit mit zahlreichen Finanzaufsichtsbehörden im Clinch, die dem Unternehmen unter anderem den unregulierten Handel mit Derivaten vorwerfen. Das sieht auch Stefan Lübeck so.

Da bei FTX, ähnlich wie bei Binance, die Möglichkeit besteht, „Futures“ mit Hebeln (Margin-Trading) und auch tokenisierte Aktien zu handeln, droht FTX ein ähnliches Schicksal einer strengeren Regulierung durch die BaFin und vergleichbaren Institutionen in Europa.

BTC-ECHO Marktexperte Stefan Lübeck

Zwar habe sich die Handelsplattform in puncto Erreichbarkeit auch in volatilen Marktphasen bewährt, so der Marktexperte. Dennoch sollte FTX eine offizielle Niederlassung in Europa eröffnen und die Zusammenarbeit mit den Behörden suchen, um ein Fiasko wie bei Binance zu vermeiden. Konkurrent Coinbase hatte das bereits im Juni vergangenen Jahres vorgemacht.

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