FOMO in Down Under Adoptionsfieber in Australien bei Commonwealth Bank und im Senat
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Australien Bitcoin

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Begibt sich Australien auf den Adoptions-Highway? Immer mehr Signale deuten darauf hin, dass es in Down Under in Sachen Krypto und Blockchain bald gehörig vorwärtsgeht.

Australiens Finanzwelt hat jüngst gehöriges Krypto-Interesse signalisiert. Während die erste Bank mit Trading-Diensten für Bitcoin und Co. in die Startlöcher geht, attestierte eine Senatorin dem DeFi-Space ihr Vertrauen. Sogar von regulatorischer Seite bahnt sich ein Kurs an, der Akzeptanz und Innovationsförderung in den Vordergrund stellt. Die bullischen Meldungen aus Australien im Überblick.

Commonwealth Bank of Australia hat FOMO

Die Commonwealth Bank of Australia (CBA) gehört zu den größten Geldhäusern des Landes. Krypto-Fans aus Australien horchten deshalb auf, als die Bank Anfang November bekannt gab, den Handel mit den zehn größten Kryptowährungen über die eigene Banking-App anzubieten. Bloomberg TV nahm diese – weltweit nach wie vor seltene – Entscheidung ebenfalls zum Anlass, um den CBA CEO Matt Comyn am 19. November zu seiner Sicht auf den Krypto-Space zu befragen. Comyn strahlte dabei eine gehörige Portion FOMO (Fear of Missing Out) aus:

Wir sehen Risiken in der Beteiligung, aber wir sehen größere Risiken in der Nichtbeteiligung. Es ist wichtig zu sagen, dass wir keine Meinung zum Preis der Assets selbst haben, da wir sie als sehr volatil und spekulativ ansehen, aber wir glauben auch nicht, dass der Sektor und die Technologie in absehbarer Zeit verschwinden werden.

Im Verlauf des Gesprächs ließ Comyn zudem durchsickern, dass seitens seiner Bank auch weiteres Krypto-Engagement in Arbeit sei. Im Vordergrund stehe insbesondere, die eigenen Blockchain-Kompetenzen auszubauen.

Senatorin Jane Hume: DeFi bleibt

Der Krypto-Vorstoß der CBA ist auch an der australischen Senatorin Jane Hume nicht vorbeigegangen. Den geplanten Trading-Dienst zog das Mitglied der Liberal Party am 22. November bei einer Rede vor Vertreter:innen der australischen Finanzbranche als Beweis dafür heran, dass Bitcoin und Co. keine kurzzeitige Modeerscheinung seien. Beim jährlichen Super & Wealth Summit der Wirtschaftszeitung Australian Financial Review beschrieb sie Kryptowährungen weiterhin als “eine Anlageklasse, die die Herzen und Köpfe erobert hat.” Sie erinnerte daran, dass 17 Prozent der australischen Bevölkerung in Krypto-Investments verwickelt seien.

Humes Rede muss dabei in erster Linie als ein Appell verstanden werden. Australiens Finanzeliten und politische Entscheidungsträger dürften demnach die Chance nicht vorbeiziehen lassen, die durch die Blockchain-Technologie eröffnet würde. Mit Blick auf DeFi-Dienste sagte sie:


Dezentrale Finanzdienstleistungen, die durch die Blockchain-Technologie unterstützt werden, bieten unglaubliche Möglichkeiten – Australien darf nicht aus Angst vor dem Unbekannten zurückbleiben.

Australien: Was sagt die Krypto-Regulation?

Bei so viel Euphorie stellt sich selbstverständlich die Frage, wie die regulatorische Sicht auf Kryptowährungen in Australien ausfällt. Die Kurzantwort: Hodler aus Down Under haben allen Grund zum Optimismus.

Joe Longo, der Leiter der australischen Börsenaufsicht ASIC, gab beispielsweise im Zuge des Super & Wealth Summit zu verstehen, dass die Debatte um Kryptowährungen in der Mitte der australischen Finanzwelt angekommen sei. Longo, der sich persönlich von DAOs fasziniert zeigte, mahnte Investoren seinem Amt gemäß dennoch zur Vorsicht. Die regulatorische Situation sei noch sehr unklar, da viele Krypto-Assets nach australischem Recht nicht als Finanzprodukte anzusehen seien.

Longo verwies außerdem mit Optimismus auf die Arbeit des Ausschusses von Senator Andrew Bragg, der mit der Erarbeitung von Richtlinien für den Krypto-Space betraut war. Der Ausschuss hatte bereits Ende Oktober einen Katalog mit regulatorischen Vorschlägen vorgelegt, der auch bei Vertreter:innen der Krypto-Branche Lob und Anklang fand.

Die Senator:innen schlagen beispielsweise ein neues Linzenzverfahren für Bitcoin-Börsen sowie klare Einkommensteuerregelungen für DeFi-Transaktionen vor. Sogar für das Krypto-Mining mit erneuerbaren Energien sollen steuerliche Anreize geschaffen werden. Der Ausschuss sieht sich dabei dem Grundsatz verpflichtet, Innovationen nicht im Wege zu stehen. Der Rede des Börsenaufsichtlers Longo nach, wird der Beschluss des Regulationspakets indessen auf sich warten lassen. Denn zuvor müssten im Parlament noch eine Reihe von Fragen ausdiskutiert werden.



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