Teure Schwachstelle 

Erst verschwinden 4.000 Bitcoin – dann überweist der Hacker fast alles zurück

Bei Liquid verschwanden Bitcoin im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar. Danach entwickelte sich der Vorfall anders als zunächst erwartet.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt einen Hacker vor einem Bildschirm

Beitragsbild: Shutterstock

| Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Blockchains

Ein mutmaßlicher White Hat-Hacker hat 3.400 Bitcoin an das Liquid Network zurückgegeben, nachdem zuvor rund 4.000 BTC aus einer Federation Wallet gestohlen wurden. Der Vorfall hatte am Wochenende für erhebliche Unruhe gesorgt, weil die entnommene Summe einem Wert von rund 320 Millionen US-Dollar entsprach und einen großen Teil der gemeldeten Bitcoin-Reserven des Netzwerks ausmachte.

Die Rückzahlung erfolgte allerdings erst, nachdem Blockstream einen Fehler behoben und bestätigt hatte, dass die betroffenen Bridge Nodes gepatcht worden seien. Der Angreifer hatte zuvor über Nachrichten auf der Bitcoin Blockchain mit dem Unternehmen kommuniziert und gefordert, zunächst die Schwachstelle zu schließen. Von den ursprünglich abgezogenen Beständen befinden sich rund 598,5 BTC weiterhin in seiner Wallet.

Bitcoin-Sidechain kämpft mit schwerer Sicherheitslücke

Ursache des Vorfalls war laut SideSwap ein Fehler in der Software hinter dem Liquid Network. Dadurch konnten LBTC entstehen, die anschließend gegen echte Bitcoin eingelöst wurden, obwohl sie eigentlich nicht hätten existieren dürfen. SideSwap betonte zugleich, dass weder die eigenen Systeme noch wichtige Sicherheitsschlüssel kompromittiert worden seien.

Nachdem der Fehler entdeckt worden war, reagierte Liquid mit mehreren Sicherheitsmaßnahmen und setzte Teile des Netzwerkbetriebs vorübergehend aus. Auch Ein- und Auszahlungen von LBTC wurden gestoppt, damit die Schwachstelle nicht erneut ausgenutzt werden konnte.

Die Rückgabe von 3.400 Bitcoin wird deshalb als Hinweis darauf gewertet, dass der Angreifer möglicherweise tatsächlich als White Hat Hacker gehandelt hat. Vollständig geklärt ist das allerdings nicht, denn rund 598,5 BTC im damaligen Gegenwert von etwa 47,3 Millionen US-Dollar befinden sich weiterhin in seiner Wallet.

Der Vorfall zeigt, wie teuer selbst ein einzelner Softwarefehler bei einer Bitcoin-Sidechain werden kann. Auch wenn ein Großteil der Gelder zurückgeflossen ist, bleibt vor allem die Frage offen, was mit den verbliebenen Bitcoin passiert und wie Liquid verhindern will, dass sich ein ähnlicher Fehler wiederholt.

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