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El Salvador Kommen jetzt die Bitcoin-Anleihen?

El Salvador will eine Milliarde US-Dollar mittels Bitcoin-basierten Staatsanleihen aufnehmen. Ein neuer Gesetzentwurf könnte den Stein endlich ins Rollen bringen.

David Scheider
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Beitragsbild: picture alliance / EPA | Rodrigo Sura

| El Salvadors Staatspräsident hat gerade alle Hände voll zu tun, Krieg gegen die Gangs des Landes zu führen. Bitcoin scheint in den Hintergrund gerückt zu sein.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her als BTC-ECHO erstmals über die feierlich angekündigten Bitcoin Bonds in El Salvador berichtet hatte. Damals war ein Team von BTC-ECHO im Land und hat sich das BTC-Experiment mit eigenen Augen angesehen. Ihre Sicht der Dinge lest ihr in Magazin-Ausgabe Nummer 54. Seither ist es relativ ruhig geworden um die orange Kapitalspritze, die das Land auf Vordermann bringen und die Errichtung des Mega-Projekts Bitcoin City finanzieren sollte.

Doch jetzt gibt es Updates. Wirtschaftsministerin Maria Brevé hat dem Nationalkongress des Landes ein Gesetzentwurf vorgelegt, der die Grundzüge der Bitcoin-Anleihen skizziert. Das “Ley de Emisión de Activos Digitales” (Gesetz über die Ausgabe von digitalen Vermögenswerten) soll den Weg ebnen, die Anleihe über eine Milliarde US-Dollar an den Investor zu bringen. In der Präambel des Gesetzes heißt es:

[…] Das Gesetz über die Ausgabe von digitalen Vermögenswerten […] soll einen Rechtsrahmen für die Übertragung von digitalen Vermögenswerten schaffen, um die effiziente Entwicklung des Marktes für digitale Vermögenswerte zu fördern und die Interessen der Käufer zu schützen.

Regierungsagentur soll Anleihen verwahren

Das 33 Seiten starke Dokument sieht unter anderem die Einrichtung einer Treuhand für die Verwaltung der BTC vor, die durch die Wertpapieremission eingenommen werden. Die sogenannte “Agencia Administradora de Fondos Bitcoin” ist demnach eine “Anstalt des öffentlichen Rechts”, die dem Wirtschaftsministerium unterstellt ist.

Die Einrichtung einer eigenen Institution für die Verwahrung der Coins ist wichtig. Schließlich hat Staatspräsident Nayib Bukele, selbst ein großer Bitcoin-Verfechter, die staatlichen Investitionen in Orange Coin selbst verwaltet.

Bisweilen prahlte das charismatische Staatsoberhaupt, das mit nur 37 Jahren zum jüngsten Präsidenten in der Geschichte des Landes gewählt worden war, mit Bitcoin-Trading auf dem Smartphone. Und das auch noch nackt.

Im Zuge des FTX-Desasters kursierten Gerüchte, El Salvador habe seine Coins bei der Pleitebörse gelagert und sei nun bankrott. Diese haben sich bisher aber nicht bestätigt.

Neue Milliarden für das Land

Die Bitcoin Bonds, die mit dem neuen Gesetzesrahmen bald Realität werden könnten, sollen eine Milliarde US-Dollar in das zentralamerikanische Land spülen. Mit dem Geld will Bukele zur Hälfte Bitcoin kaufen und zur anderen Hälfte Bitcoin-bezogene Infrastrukturprojekte wie Bitcoin City oder “Vulkan-Mining” in dem Land fördern.

Die Anleihen sollen derweil auf der Liquid Sidechain lanciert werden. Dabei handelt es sich um eine Second-Layer-Lösung auf Bitcoin, die an das BTC-Netzwerk gekoppelt ist. Die Anleihe ist mit 6,5 Prozent verzinst; die Erlöse stammen aus den Erträgen der Bitcoin-Investitionen. Jetzt muss die Nationalversammlung des Landes dem Gesetzentwurf noch zustimmen – das soll aber noch von Weihnachten passieren.

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