BTC-ECHO in El Salvador Bitcoin City: Zwischen Größenwahn und Hyperbitcoinisierung
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin City

Quelle: Stefan Lanser

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Als krönenden Abschluss der Bitcoin Week in El Salvador stellt Präsident Nayib Bukele Bitcoin City vor – und vergleicht sich mit Alexander dem Großen.

Es soll ein Projekt der Superlative werden. El Salvadors schillernder Präsident und Bitcoiner Nayib Bukele weiß Aufmerksamkeit für sich zu nutzen. Der Präsident El Salvadors, der vor allem aufgrund von seiner Affinität zu Bitcoin auch im globalen Norden große Bekanntheitsgrade erzielt hat, will in Sachen Bitcoin-Adoption in dem zentralamerikanischen Land den nächsten Schritt gehen. Nach Inhalt einer Präsentation, die Bukele auf der Abschlussparty der Bitcoin Week in El Salvador gegeben hatte, stellt der Politiker mit Bitcoin City ein Megaprojekt vor.

Die Stadt soll, ähnlich wie Alexandria, ein “Leuchtfeuer für die Hoffnung werden”.

Die Retortenstadt soll demnach am Fuße eines Vulkans errichtet werden, der die Kommune nicht nur mit sauberer Energie versorgt, sondern auch BTC schürft. Mit Bitcoin City strebt El Salvador das ehrgeizige Projekt an, zum “Singapur des Westens” zu werden. Die Stadt soll so etwas wie ein Financial Hub für die Hyperbitcoinisierung werden, so Bukele.

Dafür sollen allen voran ausländische Investoren angezogen werden. Wer in Bitcoin City investiert, also etwa ein Büro eröffnet oder eine Immobilie erwirbt, den locken attraktive Steuervorteile. So sollen Steuern wie Einkommensteuer, Gemeindeabgaben, Kapitalertragsteuern, Grundsteuer und Lohnsteuer auf null herabgesetzt werden. In anderen Worten: Bitcoin City dürfte zu einem Steuerparadies reicher Bitcoiner:innen werden.

Bitcoin City

Bitcoin-Anleihen sollen Stadt finanzieren

Finanziert werden soll die Stadt, die auf dem Reißbrett entsteht, durch den ersten sogenannten Bitcoin Bond überhaupt. In Zusammenarbeit mit Blockstream begibt die Regierung Anleihen im Gesamtvolumen von einer Milliarde US-Dollar. Allerdings sollen davon lediglich 500 Millionen USD direkt in das Projekt fließen; die andere Hälfte soll nach Angabe von Blockstream CSO Samson Mow direkt in den Bitcoin-Bestand des Landes fließen.


Für vorerst fünf Jahre sind die BTC, die die Regierung mit der 500-Millionen-Tranche kauft, gegen einen Verkauf gesperrt. Danach werden sie nach und nach liquidiert.

Wieso ist es eine Bitcoin-Anleihe? Naja, sie ist durch Bitcoin gedeckt.

Samson Mow

Den Zinscoupon beziffert Mow bei der Präsentation mit 4,5 Prozent. Hinzu kommt indes eine sogenannte “Bitcoin-Dividende”, die durch die Erlöse der Bitcoin-Liquidierung erzielt wird. Demnach seien 35 Prozent jährliche Rendite “konservativ”, so Mow. Wer einen “bullishen Blick auf Bitcoin hat, erkennt, dass das Produkt genial ist”.

Doch damit nicht genug. Denn der erste Bond, der EBB 1 (El Salvador Bitcoin Bond) sei nur der erste einer ganzen Serie an Staatsanleihen, die zur Finanzierung des Megaprojekts beitragen sollen. Wie viele weitere Begaben tatsächlich folgen, dürfte aber maßgeblich vom Erfolg des EBB 1 abhängen – und eine Milliarde US-Dollar ist kein Kleingeld.

Bitcoin City ist das wohl ehrgeizigste Projekt des ambitionierten salvadorianischen Präsidenten; der Verkauf der Anleihen soll noch im kommenden Jahr starten.


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