#DES21 Digital Euro Summit: EZB möchte keine Experimente wagen
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

EZB-Gebäude in Frankfurt am Main.

Quelle: Shutterstock

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Beim diesjährigen Digital Euro Summit zeigt sich die EZB stolz auf den aktuellen Fortschritt in Bezug auf den E-Euro.

Heute fand der diesjährige Digital Euro Summit des deutschen Digitalverbands Bitkom statt. Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen zusammen und besprachen unter anderem die Zukunft des “E-Euro”. Dabei ging es etwa um die Frage nach möglichen Use Cases und Antriebskräften für die Implementierung einer EU-weiten CBDC. Mit dabei war Jürgen Schaaf, der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) als Berater im Bereich “Market Infrastructure und Payments” beschäftigt ist. In der Gesprächsrunde legte er die Motivation des Währungshüters dar, einen E-Euro in Umlauf zu bringen. Zur Erinnerung: die EZB hatte Mitte Juli offiziell angekündigt, eine Untersuchungsphase zum E-Euro einzuleiten. Diese startet ab dem 1. Oktober und wird 24 Monate evaluieren, inwiefern sich die Einführung eines digitalen Zentralbankgelds im Euroraum lohnt.


Die Beweggründe brach Schaaf in seinem Beitrag insgesamt auf drei Kernüberlegungen herunter. Zunächst hätte der E-Euro positive Auswirkungen auf die Digitalisierung innerhalb des Staatenverbundes. Weiter habe man vor allem während der Pandemie einen steten Rückgang von Bargeldzahlungen zur Kenntnis genommen. In Skandinavien etwa wickelten laut EZB aktuell nur noch knapp 4 Prozent aller Bürger ihre täglichen Transaktionen Cash ab. Zu guter Letzt sei eine EU-weite digitale Zentralbankwährung auch insofern wichtig, als man damit privaten Projekten, wie etwa Facebooks Diem, entgegentreten könnte.

EZB zum E-Euro: “Experimente können wir nicht eingehen”

Allgemein versteht die EZB den E-Euro erst einmal als Retail-Lösung. In dem Kontext predigte Schaaf das Kernmantra der Zentralbank, dass ein digitaler Euro Bargeld nicht ersetzen, sondern nur ergänzen solle. Eine Wholesale-Lösung sei bisher nicht geplant.


Wir sehen den E-Euro als Servicedienstleistung für die Öffentlichkeit und wollen den privaten Sektor dafür ebenfalls ins Boot holen. Natürlich sind wir uns darüber im Klaren, dass viele der innovativen Lösungen aus dem privaten Sektor kommen und nicht von uns.

Jürgen Schaaf, Europäische Zentralbank

Ein weiterer Kritikpunkt, der auch auf der Digitalveranstaltung geäußert wurde, betraf die Geschwindigkeit, mit der die EZB zum E-Euro forsche. So meinte etwa Jens Hachmeister von der Deutschen Börse:

Wir sollten nicht warten, bis wir alles fertig haben. Wir unterstützen den Weg, den die EZB geht, aber in der Zwischenzeit sollten wir uns auch über andere Interimslösungen Gedanken machen.

Jens Hachmeister, Deutsche Börse

Daraufhin entgegnete der Vertreter der EZB:


Überall auf der Welt befindet man sich aktuell in einem Evaluationsprozess. Etwa 80 Prozent aller Zentralbanken untersuchen CBDC-Lösung. Wir sind tatsächlich nicht die Langsamsten. Wir sind auch nicht wie die Zentralbank der Bahamas oder die Zentralbank von El Salvador, wo das Währungssystem nicht richtig funktionierte und sie mit sehr kuriosen Lösungen darauf geantwortet haben. Solche Experimente können wir nicht eingehen. Wenn wir unsere Lösung präsentieren, muss sie sicher und gesund sein.

Jürgen Schaaf, Europäische Zentralbank
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