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Zweischneidiges Schwert Beugt sich Uniswap der Krypto-Regulierung?

Mit einem kontroversen Transparenz-Update geht Uniswap den vermeintlich ersten Schritt auf die Krypto-Regulierung zu. Nutzer kritisieren die Neuerung und rufen zum DEX-Wechsel auf.

Dominic Döllel
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Uniswap

Beitragsbild: Shutterstock

| Bleibt Uniswap das pulsierende DeFi-Einhorn?

Nach dem FTX-Skandal wird der Schrei nach Regulierung immer lauter. In den USA sind bereits mehrere Finanzaufsichten in den Fall involviert. Auch die Staatsoberhäupter der weltweit größten Industrienationen riefen in der vergangenen Woche zur globalen Regulierung des gesamten Krypto-Marktes auf. Uniswap scheint diesbezüglich erste Änderungen lanciert zu haben. Ist das der erste Schritt zur Umsetzung der geforderten Krypto-Maßnahmen?

Globale Regulierung des Krypto-Space

Das Weiße Haus veröffentlichte letzte Woche ein gemeinsames Statement der Nationen. Die Verfasser betrachten darin die “Stärkung der Regulatorik” und die zeitgleiche Nutzung von “Vorzügen der Innovation” als kritisch. Vor allem die im Oktober vom Financial Stabilty Board (FSB) veröffentlichten Krypto-Richtlinien sehe man demnach als Grundlage für eine globale Regulierung.

Zusammen mit Stablecoins wollen die G20-Nationen dem Krypto-Ökosystem mit einer rigorosen Aufsicht und robusten Regulierung begegnen, heißt es in dem Dokument. Man wolle somit “potenzielle Risiken für die finanzielle Stabilität” eindämmen. Die dezentrale Finanzwelt ist darin wohl inkludiert.

Nutzer kritisieren Uniswap-Update

Die größte dezentrale Börse, Uniswap, erklärte in der Folge neue Datenschutzrichtlinien, um Transparenz über die erhobenen Nutzer-Daten zu schaffen. Demnach sammelt die DEX bestimmte On- und Off-Chain-Daten, die mit den Krypto-Wallets der Benutzer verbunden seien. Die Datenschutzrichtlinie verweist zudem darauf, dass Uniswap und andere “Drittanbieter-Dienste”, Daten in Bezug auf die Mobilgeräte-ID der Benutzer, Cookies, Informationen von LocalStorage, Betriebssystem, Gerät oder Browser-Sprache speichern könnte. Die erste Priorität sei zwar der Schutz von Benutzerdaten und Privatsphäre. Dennoch will Uniswap in Zukunft “datengesteuerte Entscheidungen treffen.”

Mitglieder der Krypto-Community haben bereits entsprechende Kritik geäußert. Das Team des Privacy-Coins Firo sieht das Datenschutz-Update als “gefährlichen Präzedenzfall”. Unterdessen bemerkte der Twitter-Nutzer CryptoDavid, dass ihn die “Entscheidung von Uniswap nicht überrascht habe, da andere DEX ebenfalls begonnen” hätten, die Privatsphäre einzudämmen. Dieses Muster erkannten offenbar weitere Uniswap-Nutzer, die die Einschränkung als erste Reaktion auf die global geforderten Regulierungen sehen. In der Folge wurden alternative, dezentrale Börsen, darunter SushiSwap, empfohlen.

Uniswaps Zukunft: Ein zweischneidiges Schwert?

Uniswap ist mit einem Handelsvolumen von täglich mehr als einer Milliarde US-Dollar die größte (mehr oder minder) dezentrale Krypto-Börse. Ob sich das Verhältnis in Zukunft ändert und mehr Nutzer aufgrund der nun schwindenden Privatsphäre zur Konkurrenz wechseln, bleibt abzuwarten. Der Grundgedanke scheint jedoch simpel. Der Twitter-Nutzer @Abelxie1 fasst zusammen: “Wenn eine DEX, Benutzerdaten sammelt, dann verliert sie ihre Bedeutung.”

Die jüngsten Entwicklungen rund um den Krypto-Handelsplatz FTX spiegeln dagegen die Risiken eines zentral gesteuerten Unternehmens wider. FTX wurde nahezu von nur einer Entität, dem Gründer Sam Bankman-Fried höchstpersönlich, verwaltet und schlussendlich ruiniert. Käme Uniswap der Regulierung entgegen, hieße das mehr Sicherheit für Anleger, die sich auf ein eher dezentrales System verlassen. Institutionelle Investoren dürften interessiert sein, da ihnen ein regulierter Handelsplatz neue Investitionsmöglichkeiten bieten würde. In Zukunft könnte sich also gerade der erste Schritt – hin zur Regulierung – bezahlt machen.


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