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Anbiederungsversuch? Coinbase: Schulterschluss mit US-Regierung sorgt für Aufruhr

Coinbase hat seinen zweiten Vertrag zur Entwicklung von Software für die US-Einwanderungs- und Zollbehörde seit August unterzeichnet. Die Krypto-Szene ist wenig begeistert.

Christian Stede
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Coinbase

Quelle: Shutterstock

Der Marktführer unter den US-Kryptobörsen Coinbase hat sich einen Vertrag über die Entwicklung von Technologie für das Ministerium für Heimatschutz, das US Department of Homeland Security, im Wert von 1,36 Millionen US-Dollar gesichert. Dies geht aus einer von der US-Regierung veröffentlichten Vereinbarung hervor. Laut dieser hat das Ministerium Coinbase damit beauftragt, “Anwendungsentwicklungssoftware als Dienstleistung” für die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) zu liefern.

Der Vertrag trat bereits am 16. September in Kraft und sieht vor, dass Coinbase 455.000 US-Dollar von der Behörde erhält. Die Laufzeit des Vertrages könnte jedoch noch auf insgesamt drei Jahre anwachsen. Coinbase erhielte dann insgesamt etwa 1,36 Millionen US-Dollar. Die Vereinbarung ist schon die zweite Partnerschaft zwischen Coinbase und der ICE. Die Exchange hatte im August einen Vertrag über 30.000 Dollar für die Bereitstellung von “Computerforensik-Dienstleistungen” für die Behörde abgeschlossen.

Die Krypto-Szene zeigt sich von dieser Nachricht wenig begeistert. Alex Gladstein, Chief Strategy Officer der Human Rights Foundation, erklärte das Honorar für zu gering. Dieses sei dem Umfang der Geschäftstätigkeit von Coinbase nicht angemessen. Zudem stelle der Auftrag ein hohes Reputationsrisiko für die Börse dar. Auch Kraken CEO Jesse Powell äußerte auf Twitter sein Unverständnis:

Noch bizarrer ist die Akquisition und der Imageschaden, den das Unternehmen in Kauf genommen hat, um der Regierung diesen Dienst anbieten zu können.

Powell spielt damit auf die ominöse Übernahme von Neutrino durch Coinbase im Jahr 2019 an. Die Kritik daran flammt angesichts der neuen Vereinbarung wieder auf. Im Jahr der Übernahme wurde publik, dass die Leute hinter Neutrino zuvor Teil von Hacking Team waren. Ein Unternehmen, das autoritären Regimen geholfen haben soll, Journalisten auszuspionieren. Eine seit der kürzlichen Entdeckung der “Pegasus”-Spionagesoftware wieder hochaktuelle Debatte. 

Coinbase arbeitet schon mit Secret Service zusammen

Seit der stark kritisierten Übernahme von Neutrino hat Coinbase auch Verträge mit dem U.S. Secret Service abgeschlossen. Im Juli 2020 gab man die Einrichtung einer Cyber Fraud Task Force bekannt. Die Taskforce hat den Auftrag, die Verwendung von Kryptowährungen für kriminelle Zwecke zu untersuchen und soll im Laufe dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Auch in diesem Kontrakt ist das Honorar für Coinbase vergleichsweise gering. 

Coinbase befindet sich derzeit übrigens in einem Rechtsstreit mit der Börsenaufsicht SEC. Die Regulierungsbehörde hegt Einwände gegen den geplanten Stablecoin. Sie droht damit, die Kryptobörse vor Gericht zu bringen. Eventuell ist es ein Anliegen von Coinbase, die Behörde mit diesem neuen Deal zu beschwichtigen. 

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