Wertstabil? Flatcoins: Coinbase will inflationsbereinigten Stablecoin entwickeln

Knapp einen Monat nach dem Launch der Layer-2-Blockchain Base, ruft Coinbase zur Entwicklung eines inflationsbereinigten Stablecoins auf.

Tim Reindl
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Coinbase Stablecoin

Beitragsbild: Shutterstock

| Inflationsbereinigte Stablecoins, sogenannte Flatcoins, könnten USDC, USDT und Co. Konkurrenz machen

Stablecoins sind entwickelt worden, um den Handel und die Aufbewahrung von Kryptowährungen zu optimieren. Denn weil Bitcoin, Ethereum und Co. so volatil sind, eignen sie sich (noch) schlecht für den täglichen Handel oder als kurzfristiger Wertspeicher. Stablecoins haben dieses Problem gelöst, indem sie den Wert eines anderen Assets (meist des US-Dollar) abbilden. Ein USD-Coin entspricht zum Beispiel dem Wert von einem US-Dollar. Das Problem: ganz wertstabil sind diese Coins nicht. Denn sie unterliegen der Inflation in gleichem Maße wie die Währung, an die sie gebunden sind. Im vergangenen Jahr hatte der US-Dollar mit Inflationsraten von über neun Prozent zu kämpfen. Die Kryptobörse Coinbase hat jetzt Entwickler dazu aufgerufen, einen Stablecoin zu konstruieren, der diesen Wertverlust kompensiert.

Coinbase bringt Stablecoin ohne Inflation?

Coinbase hat, mit “Base” am 23. Februar den Start einer eigenen Layer-2-Chain für Ethereum bekannt gegeben. Jetzt soll die Entwicklung auf dem Netzwerk vorangetrieben werden. Flatcoins stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Darunter versteht das Unternehmen “Stablecoins, die sich an der Inflationsrate orientieren und den Nutzern eine stabile Kaufkraft ermöglichen, während sie gleichzeitig vor der wirtschaftlichen Unsicherheit geschützt sind, die durch das bestehende Finanzsystem verursacht wird”. Die Entwicklung solcher Coins sei “angesichts der jüngsten Herausforderungen in unserem globalen Bankensystem” wichtiger denn je.

Die Idee einen Stablecoin zu erzeugen, der anstatt einer strikten FIAT-Bindung seinen “Eigenwert” stabil hält, ist nicht ganz neu. Es gibt bereits eine Reihe von Projekten, wie zum Beispiel “Ampleforth”, die diesen Gedanken in ähnlicher Form umsetzen. Bei Ampleforth wurde einfach ein Referenzwert festgelegt: nämlich der Wert des US-Dollar zu einem bestimmten Zeitpunkt in 2019. Diesen Wert will der Coin halten. Algorithmen und Smart-Contracts sorgen dabei für die Wertstabilität. Um das zu erreichen, wird der Bestand der Coins je nach Wertänderung ausgeweitet oder verknappt.

Die zur Entwicklung ausgerufenen “Flatcoins” könnten auf eine ähnliche Weise funktionieren. Oracle-Dienste könnten Verbraucherpreisindex und/oder Teuerungsraten an Smart-Contracts übermitteln und der Algorithmus entsprechende Anpassungen vornehmen. Das Ergebnis wäre eine Art inflationsbereinigter Stablecoin. Welchen Weg die Entwicklung bei Base einschlagen wird und welche Use-Cases ein entsprechender Coin dann erfüllt, ist noch nicht abzusehen. Kritiker bemängeln, eine Bereinigung von der Inflation des zugrundeliegenden Assets mache die Bindung daran obsolet.

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