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Coinbase: 48 mal teurer als klassische Finanzinstitutionen? Zur These Alex Krügers

Manchmal scheint es einfach nur darum zu gehen, Zahlen vorzulegen. Die Grundlagen für deren Ermittlung können dabei mathematisch korrekt sein, aber manchmal ist der angelegte Rahmen alles andere als stimmig.

Max Halder
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Quelle: Shutterstock

Alex Krüger, seines Zeichens Marktanalyst, hat eine provokante These formuliert: „Das Handeln auf Coinbase ist 48 mal teurer als das Handeln auf Devisenmärkten.“ Auch andere Krypto-Börsen schneiden im Vergleich dazu schlecht ab. Dass dabei Birnen mit Äpfeln verglichen werden, dürfte auf der Hand liegen. Im Fall der Kryptowährungen steckt ein gewaltiges Wachstumspotential hinter jedem einzelnen Token. Bei Devisengeschäften hingegen tauscht man weitestgehend wertstabile Einheiten (wenn man Venezuela außen vor lässt). Verkürzt könnte man sagen: größere Gewinnchance, größerer Einsatz. Seine Serie von Posts bei Twitter startet Krüger folgendermaßen:

1: Verlangen Krypto-Exchanges zu hohe Gebühren?

Die durchschnittliche Gebühr (Maker Fee + Taker Fee) auf Krypto-Exchanges (ausgenommen Gemini) liegt im untersten Handelssegment (dort spielen sich die meisten der Trades ab) bei 0,33 Prozent.

Wie schneiden traditionelle Häuser ab?

Interessant ist der Vergleich zum viel zitierten Investmentunternehmen Fidelity Investments. Hier wird eine pauschale Gebühr von 4,95 US-Dollar pro Transaktion einbehalten. Bei Operationen von 50.000 US-Dollar und mehr fällt das noch nicht ins Gewicht – etwa 0,02 Prozent. Werden die Beträge kleiner, liegen sie beispielsweise in der (aus berechtigten Gründen bereinigten) Höhe einer durchschnittlichen Bitcoin-Transaktion, nämlich bei ca. 1.500 US-Dollar, wären die oben genannten 0,33 Prozent bereits erreicht. Damit würde der weltweit fünftgrößte Kapitalverwalter ebenso gut oder schlecht abschneiden wie die durchschnittliche Krypto-Exchange.

Woher kommt die 48?

Die mit Abstand teuerste Exchange mit zwei Prozent Gebühren ist Gemini, gefolgt von Bittrex und Bitstamp mit 0,5 Prozent. Coinbase liegt knapp dahinter mit 0,4 Prozentpunkten. Die Zahl „48 mal teurer“ ermittelt Krüger, indem er sich auf folgende Basis bezieht. Bei einem Devisengeschäft auf der Plattform oanda.com wird beim Hin- und Rücktausch zwischen zwei Währungen 0,008 Prozent an Gebühren fällig. Die Ermittlung der Werte ist zwar nachvollziehbar, so wirklich einleuchtend scheint der Vergleich jedoch nicht zu sein. In der Essenz will Krüger vielleicht auf eine Kritik an den zentralisierten Krypto-Exchanges hinaus, die im Widerspruch zur Dezentralität von Kryptowährungen steht. Und damit hat er auch auf einen wichtigen Punkt hingewiesen: Verantwortung für die eigenen Kryptowährungen zu übernehmen – kurz: Be your own bank.

Vogelperspektive

Die älteren Semester dürften sich bei Krügers klickpotentem Wert in ihrer traditionellen Investmentstrategie bestätigt fühlen. Bei den jüngeren Anlegern hingegen haben Umfragen in mehreren Ländern ergeben, dass Krypto-Exchanges bereits mehr Vertrauen entgegengebracht wird als klassischen Finanzinstitutionen. Daran werden auch 0,33 Prozent Gebühren nicht viel ändern.

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