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Chainalysis-Bericht Krypto-Kriminalität in 2022 verdoppelt

Vor allem Sanktionsverstöße trugen signifikant zum Anstieg bei, schreibt das US-Analyseunternehmen Chainalysis.

Daniel Hoppmann
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Pistole neben Euro-Noten und Bitcoin-Münze.

Beitragsbild: Picture Alliance

| Chainalysis schätzt in einem jährlich erscheinenden Bericht die Anzahl krimineller Aktivitäten im Krypto-Space ein.

Kriminelle Transaktionen haben sich 2022 im Krypto-Space verdoppelt. Das hält das US-Analyseunternehmen Chainalysis in einem aktuellen Bericht fest. Demnach stieg das Volumen illegaler Überweisungen von 0,12 Prozent auf nun 0,24 Prozent. Neues Gesamtvolumen: 20,1 Milliarden US-Dollar.

Der Rekordwert überrascht, denn allgemein verzeichnete Chainalysis einen Rückgang in relevanten kriminellen Kategorien wie Terrorismusfinanzierung, Scams oder Ransomware. Lediglich Diebstähle hätten sich nochmals um 7 Prozent im Vergleich zu 2021 erhöht. Die allgemeine Rückläufigkeit führt Chainalysis unter anderem auf die schlechte Marktlage zurück. Die Bären hätten Anleger “pessimistischer” in Bezug auf Kursversprechen werden lassen.

Dennoch nahmen kriminelle Aktivitäten erstmals seit 2019 wieder zu, schreibt das Unternehmen weiter. Den Grund sieht Chainalysis im Zuwachs von Sanktionsverstößen. Am Gesamtanteil der illegalen Transaktionen machten sie 44 Prozent aus. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich daraus eine Zunahme von (Achtung) über 10 Millionen Prozent. Damit trugen Sanktionsverstöße quasi im Alleingang zum Anstieg des Gesamtwerts bei.

Laut Chainalysis soll dabei der Großteil der sanktionsbedingten Transaktionen auf die russische Kryptobörse Garantex entfallen. Die OFAC, ein verlängerter Arm des US-Finanzministeriums, setze den Dienst im April 2022 auf die schwarze Liste.

2022 ein Sanktionsjahr

Dass diese Sanktionsverstöße den Hauptanteil an illegalen Aktivitäten in 2022 ausmachen, dürfte nicht überraschen. Regulatoren versuchten mit teils massiven Eingriffen, kriminelle Aktivitäten im Krypto-Space zu unterbinden. Zum einen mit Verboten gegen die Mixing-Dienstleister Tornado Cash und Blender.io, die als Maßnahme gegen die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus durchgesetzt wurden. Zum anderen die Verhängung von Sanktionen gegen Russland infolge des Überfalls auf die Ukraine. Die EU sprach beispielsweise für Krypto-Anbieter im Oktober ein flächendeckendes Verbot für die Erbringung von Dienstleistungen für russische Nutzer aus.

Die Zahlen mögen auf den ersten Blick erschrecken. Dennoch erscheint das kriminelle Ausmaß im Vergleich zu Fiatwährungen gering. Allein in puncto Geldwäsche herrscht eine massive Diskrepanz zwischen beiden Welten. 2021 schätzte Chainalysis, dass rund 8,6 Milliarden US-Dollar über Bitcoin und Co. in den legalen Wirtschaftskreislauf überführt wurden. Gleichzeitig beziffert das Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung mit Hauptsitz in Wien in einem Bericht das jährliche weltweite Geldwäschevolumen auf zwei bis fünf Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Das bedeutet, dass in einem Jahr zwischen 800 Milliarden und zwei Billionen US-Dollar gewaschen werden. Mehr dazu hier.

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