Sand Dollar Bahamas lancieren digitale Staatswährung (CBDC)
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Eine (analoge) Bahamas-Dollar-Note

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Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) sind in aller Munde. Doch während andere Staaten noch Testläufe durchführen, verkündete die Zentralbank der Bahamas den offiziellen Start ihres digitalen Währungsprojekts.

Mit dem Sand Dollar ist die digitale Zentralbankwährung (CBDC) der Bahamas ab dem 20. Oktober für alle 393.000 Einwohner verfügbar. Die Inselgruppe ist damit der erste Staat, der offiziell und umfassend mit der Herausgabe einer CBDC begonnen hat.


Die Meldung geht aus einem Facebook-Post des offiziellen SandDollar.BS Accounts hervor. Die CBDC ist im Verhältnis 1:1 an den Bahamas Dollar gebunden, der wiederum 1:1 an den US-Dollar angeknüpft ist. Die Zahlungsabwicklung des Sand Dollar erfolgt über ein Smartphone, als technologischer Partner ist der Transaktionsdienstleister NZIA mit an Bord.

Sand Dollar soll Zugang zu Finanzinfrastruktur vereinfachen

Die Zentralbank der Bahamas hatte ihre CBDC-Pläne bereits im Jahr 2018 publik gemacht. Sie begann im Jahr 2019 mit ersten Testläufen auf den beiden Inseln Exuma und Abaco. Auf der Webseite des Sand Dollar gibt sie die folgenden Gründe für ihre Digitalwährungspläne an:

Um einen inklusiveren Zugang zu regulierten Zahlungen und anderen Finanzdienstleistungen für unzureichend versorgte Gemeinden und sozioökonomische Gruppen zu fördern sowie die Kosten für die Erbringung von Dienstleistungen zu senken und die Transaktionseffizienz für Finanzdienstleistungen auf den Bahamas zu erhöhen.

Die Einführung einer CBDC soll heimischen Unternehmen dabei helfen, internationale Know-Your-Customer-Regeln einzuhalten. Während der Pandemie trägt eine Smartphone-basierte Währung ferner dazu bei, physischen Kontakt beim Bezahlen zu vermeiden.

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Die Währung ist zunächst nur innerhalb der Inselgruppe nutzbar. Lokalen Berichten zufolge plant die Zentralbank jedoch, ihre CBDC mit anderen Währungen kompatibel zu machen.

CBDCs weltweit

Auch wenn die Bahamas die Startlinie als erste überquert haben, sind sie bei weitem nicht der einzige Staat, der an der Entwicklung einer CBDC arbeitet.

Am meisten Beachtung fand dabei bis lang gewiss das Projekt der chinesischen Zentralbank. Der E-Yuan befindet sich schon seit 2014 in Entwicklung, erste Testphasen laufen seit April diesen Jahres an. Die Peoples Bank of China vermeldete jüngst, dass es bereits 3,1 Millionen Transaktionen im Wert von etwa 162 Millionen US-Dollar abgewickelt haben soll. Im Zuge der Olympischen Winterspiele in Peking im Jahr 2022 sollen weitere Tests stattfinden.

Die Entwicklung im Reich der Mitte sorgt indes für weltweite Resonanzen. Die Europäische Zentralbank denkt ebenfalls über eine eigene CBDC nach. Dafür startete sie jüngst eine Umfrage, mit der sie Meinungen zu einem potenziellen digitalen Euro einholen will. Darüber hinaus nahm sich auch die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) der Thematik an. Die Institution gab einen Bericht heraus, in dem sie Kriterien umreißt, die eine CBDC zur Wahrung der Stabilität des Finanzmarktes erfüllen muss. Digitale Zentralbankwährungen dürften das Bargeld demnach nicht gänzlich ablösen und auch nicht in Konkurrenz zur althergebrachten Landeswährung treten.

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