Teslas Legitimationsschub Bitcoin ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Eine Sanduhr in der sich Sand befindet.

Quelle: Shutterstock

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Bitcoin schafft den Sprung auf die große Bühne der Weltwirtschaft: Mit Tesla fällt ein weiterer Dominostein für die Kryptowährung. Wieso Bitcoin jetzt kaum noch aufzuhalten ist.

“Nichts wirkt so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist,” schrieb einst der französische Schriftsteller und Politiker Victor Hugo. Satoshi hat das Bitcoin Whitepaper am 31. Oktober 2008 veröffentlicht. 3 Monate später war es so weit: Der erste Bitcoin-Block erblickte das Licht der Welt. Und mit ihm schickte sein Schöpfer folgende Nachricht in Welt:


Chancellor on brink of second bailout of banks.

Gemeint war eine Artikelüberschrift aus der Times vom dritten Januar 2009. In dem Artikel geht es, man ahnt es, um die Rettung einer britischen Bank im Zuge der Finanzkrise von 2008. Satoshis Message war klar: So kann es nicht weitergehen.

Mit Bitcoin schickte sich sein Gründer an, eine offene und dezentrale Alternative zum “weiter so” aus Überschuldung, Quantitative Easing und Boom-und-Bust-Zyklen zu erschaffen.

Wir spulen zehn Jahre vor und können sagen: Satoshis Projekt ist auf gutem Wege zum Erfolg. Täglich überträgt das Bitcoin-Netzwerk mehrere Milliarden US-Dollar an Wert. Seine Marktkapitalisierung beträgt mit 860 Mrd. US-Dollar (USD) mittlerweile mehr als die von Facebook und Tesla.

Wie wirkmächtig Bitcoin geworden ist, beweist vor allem letzteres: Die Aufnahme von Bitcoin im Wert von 1,5 Mrd. USD auf die Tesla-Bilanz war nicht weniger als ein Ritterschlag und die ultimative Legitimation des digitalen Goldes. Mit Bitcoin geht Tesla ab sofort eine Symbiose ein, die auch den Wert des Autobauers auf Dauer heben dürfte.

Michael Saylor war die Schlüsselfigur

Kräftig angetrieben ist die bullishe Kursbewegung fraglos von MicroStrategy. Über das World.NOW-Forum hatte BTC-ECHO bereits ausführlicher berichtet. Klar ist, dass Michael Saylor bei der Etablierung eines Corporate-Bitcoin-Standards eine große Rolle spielt. Der CEO des Business-Intelligence-Unternehmens teilt auf seiner Website sein “Corporate Playbook”, also eine Art Heuristik, wie andere Unternehmen seine Taktik nachahmen können. Dahinter steht das Kalkül, dass eine breite BTC-Akzeptanz in der Unternehmenswelt allen nützt, die Bitcoin halten. Schließlich steigert die vermehrte Durchsetzung des Bitcoin-Standards die Legitimation des Assets abermals und treibt so schlussendlich auch den Kurs nach oben.


MicroStrategy hatte im Sommer letzten Jahres damit begonnen, seine USD-Reserven in Bitcoin umzutauschen. Aktuell hält das Unternehmen gut 71.000 BTC.

Elon Musk hat diesen spieltheoretischen Aspekt verstanden. Der Milliardär hatte Ende Januar seine Twitter-Bio in “#Bitcoin” geändert. Allein das ließ den Kurs der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung um mehr als zehn Prozent in die Höhe schnellen. Dass es sich bei der Aktion um mehr als nur Musksches Trolling gehandelt hat, bewies Tesla etwas später. Der US-amerikanische Autobauer hatte am 8. Februar in einer Meldung an die Börsenaufsicht SEC ein 1,5-Milliarden-USD-Investment in Bitcoin vermeldet. Auch der Kauf der Elektroautos solle alsbald mittels BTC möglich sein.

Musks Finesse: Erst kaufen, dann das Outing

An dieser Stelle könnte man Musk entweder Marktmanipulation vorwerfen oder anerkennen, dass er verstanden hat, wie die Krypto-Märkte funktionieren. Denn im Zuge der Bekanntgabe hob der Kurs innerhalb eines Tages von 39.000 USD auf 48.000 ab – ein Zugewinn von 23 Prozent und damit die größte grüne Kerze in der Geschichte der Kryptowährung.

Was andere CEOs daraus lernen ist dies: Es empfiehlt sich, zunächst im Stillen Bitcoin zu akkumulieren und erst bei Vollzug ein medienwirksames Outing zu machen. Allein die Ankündigung beschert der jeweiligen Firma Traumrenditen. Dass wir von Apple, Amazon und Co. noch keine Bekenntnisse zum Bitcoin-Standard hören, muss also nicht heißen, dass die Unternehmen untätig sind.

Zudem ist in diesem Kontext immer die Rede von börsennotierten Unternehmen. Privatfirmen müssen ihre Bücher nicht öffentlich machen; man kann davon ausgehen, dass eine ganze Reihe Firmen aus der zweiten oder dritten Liga längst auf den Zug aufgesprungen sind. Ross Stevens, seines Zeichens Manger des Vermögensverwalters New York Digital Investment Group (NYDIG) sprach bei der Word.NOW-Konferenz von Handelsvolumina von bis zu 25 Mrd. USD, die NYDIG bis Ende des Jahres in BTC investieren könnte. Das ist gewaltig.

2021 verspricht einen Gesinnungswandel der Finanzwelt hervorzubringen, der seinesgleichen sucht. Spätestens seit sich der reichste Mensch der Welt mit Bitcoin eingedeckt hat, kann man sagen: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben.


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