In den vergangenen Jahren wurde es immer leichter, Bitcoin zu kaufen. Zahlreiche Anbieter werben heute mit niedrigen Gebühren und attraktiven Konditionen. Eine Untersuchung zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild. “Die Gesamtkosten von Krypto-Anbietern beeinflussen unmittelbar die Nettorendite von Privatanlegern”, so die Kernaussage einer Studie der Frankfurt School of Finance & Management in Frankfurt am Main. Die Unterschiede fallen dabei größer aus, als es zunächst scheint. Zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter, darunter Bitpanda, Coinbase, Bitvavo und weitere, liegen mehrere Prozentpunkte. Für Anleger kann das entscheidend sein, ob am Ende ein Gewinn oder Verlust steht. Parallel wirft die Analyse eine grundsätzliche Frage auf.
Bitvavo, Bitpanda, Coinbase und Co.: Die Unterschiede beim Bitcoin kaufen
Die Studie untersucht insgesamt neun MiCA-regulierte Plattformen und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Die durchschnittlichen Gesamtkosten eines sogenannten Roundtrips, also Kauf und unmittelbarer Verkauf, bewegen sich zwischen 0,53 Prozent und 6,45 Prozent.
Konkret ergeben sich folgende Durchschnittswerte: Bitvavo mit 0,53 Prozent, justTRADE mit 0,64 Prozent und flatex mit 1,21 Prozent zählen zu den günstigeren Optionen. Im Mittelfeld bewegen sich Bison mit 2,50 Prozent und Trade Republic mit 2,77 Prozent. Deutlich höher liegen die Kosten bei N26 mit 4,77 Prozent, Bitpanda mit 4,99 Prozent sowie Kraken mit 5,92 Prozent. Den höchsten Wert weist Coinbase mit 6,45 Prozent auf.
Warum diese Zahlen jedoch differenziert betrachtet werden müssen, welche Aussagekraft sie tatsächlich besitzen und welche Schlüsse Privatanleger daraus ziehen können, wird im weiteren Verlauf erläutert.
“Versteckte Kosten” durch Spreads
Ein wesentlicher Kostenfaktor bleibt für viele Nutzer unsichtbar. Neben offensichtlichen Handelsgebühren spielen sogenannte Spreads eine zentrale Rolle. Diese Differenz zwischen Kauf und Verkaufspreis wird häufig nicht gesondert ausgewiesen, fließt jedoch in die Gesamtkosten ein.
Viele Plattformen wirken auf den ersten Blick günstig, da sie niedrige oder gar keine Gebühren ausweisen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig eine deutlich höhere tatsächliche Belastung.
Plattformwahl wichtiger als Coin-Auswahl
Ein weiteres Ergebnis der Studie relativiert die Bedeutung einzelner Kryptowährungen. Innerhalb eines Anbieters unterscheiden sich die Kosten zwischen verschiedenen Coins nur geringfügig. Bitcoin kaufen ist häufig am günstigsten, während Coins wie LINK oder AVAX teilweise höhere Kosten verursachen. Ein klares Muster lässt sich jedoch nicht erkennen.
Entscheidend ist vielmehr die Wahl der Handelsplattform. Sie beeinflusst die Kostenstruktur deutlich stärker als die Auswahl des jeweiligen Assets.
Bitcoin kaufen: Kaum Vorteile durch größere Orders
Auch die Ordergröße hat in den meisten Fällen nur einen geringen Einfluss auf die Kosten. Der Vergleich zwischen 100 und 500 Euro zeigt meist Differenzen von unter 0,1 Prozentpunkten.
beiden Volumina auf I Quelle: Blockchain School of Finance
Eine Ausnahme stellt Coinbase dar. Die Autoren der Studie halten fest: “Mit steigendem Ordervolumen sinken die durchschnittlichen Gesamtkosten über alle Krypto-Werte hinweg von 7,96 Prozent (100 EUR) auf 4,94 Prozent (500 EUR).” Dennoch bleibt die grundlegende Erkenntnis bestehen: Höhere Volumina führen nicht automatisch zu deutlich niedrigeren Gebühren.
Methodische Einschränkungen
Trotz der klaren Ergebnisse ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Die Analyse basiert auf standardisierter App-Nutzung mit sofortigen Käufen und Verkäufen und bildet damit vor allem die einfachste Form des Handels ab. Günstigere Alternativen wie Orderbuchhandel oder Pro-Modelle bleiben unberücksichtigt.
Hinzu kommt, dass unterschiedliche Geschäftsmodelle miteinander verglichen werden. Klassische Krypto-Börsen stehen neben Brokern mit spreadbasierter Preisgestaltung. Dadurch ist die Vergleichbarkeit eingeschränkt. Auch die Roundtrip-Methode verstärkt den Einfluss von Spreads und entspricht eher aktivem Trading als langfristigem Investieren.
Studie liefert Einblick, nicht Gesamtbild
Benjamin Schaub, Managing Partner des Studiendendurchführers intas.tech, betont gegenüber BTC-ECHO, dass dieser Ansatz bewusst gewählt wurde. Ziel sei eine möglichst hohe Vergleichbarkeit über den tatsächlich verbleibenden Euro-Betrag nach Kauf und Verkauf gewesen. Alternativen, etwa auf Basis von Referenzkursen, wären deutlich komplexer, datenintensiver und nicht für alle Anbieter umsetzbar gewesen. “Da die untersuchten Anbieter unterschiedliche regulatorische Rollen einnehmen und dementsprechend die Kunden-Orders nicht einheitlich ausführen (vgl. Handelsplatz vs. Broker), wäre dieser Ansatz teuer (es braucht die entsprechenden Marktdaten), aufwendig und in erster Linie nicht für alle Anbieter anwendbar”, heißt es auf unsere Anfrage hin.
Damit bleibt festzuhalten: Die Studie liefert wertvolle Einblicke in reale Nutzungskosten, deckt jedoch nicht das gesamte Spektrum des Krypto-Handels ab. Für Privatanleger zeigt sich vor allem eines. Die Kosten spielen eine zentrale Rolle und lassen sich durch eine gezielte Nutzung deutlich senken.
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Redaktioneller Hinweis: Der Artikel erschien zuerst am 21. März und wurde vor Wiederveröffentlichung inhaltlich geprüft.

