Massenhafte Datenspeicherung Argentinien untersucht Worldcoin

Worldcoin steht weiter unter Beobachtung. Die argentinische Datenschutzbehörde prüft nun mögliche Verstöße. Auch die BaFin ermittelt.

Moritz Draht
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Worldcoin

Beitragsbild: Picture Alliance

| Worldcoin steht für die Massenspeicherung von biometrischen Daten in der Kritik – das LDA ermittelt

Die argentinische Datenschutzbehörde AAIP hat Untersuchungen gegen Worldcoin eingeleitet. Hintergrund ist die massenhafte Datenerhebung durch Augenscanner. Geprüft werden soll, ob das von OpenAI-CEO Sam Altman mitgegründete Krypto-Projekt gegen Datenschutzgesetze verstößt. Auch in Deutschland, Frankreich und Kenia ermitteln Behörden.

Worldcoin: Laxer Umgang mit Daten?

Immer mehr Menschen lassen ihre Iris für das Worldcoin-Projekt scannen. Damit steigt auch die Sorge vor Datenmissbrauch. Auch argentinische Datenschützer stellen das Projekt, das mit einem bedingungslosen Grundeinkommen ködert, nun auf den Prüfstand. Wie die AAIP mitteilt, werden “Prozesse und Praktiken im Zusammenhang mit der Erhebung, Speicherung und Nutzung personenbezogener Daten gründlich analysiert”. Dabei sollen mögliche Verstöße gegen Datenschutzgesetze geprüft werden.

In und um Buenos Aires hätten in den letzten Wochen zahlreiche Personen ihre Iris gegen finanzielle Entschädigung scannen lassen. Gemäß der Datenschutzgesetze seien “die für die Datenverarbeitung Verantwortlichen verpflichtet, ihre Datenbanken bei der AAIP registrieren zu lassen”. Auch müssten “Informationen über ihre Verarbeitungspolitik, den Zweck, für den sie sensible Daten benötigen, und die Dauer der Datenspeicherung” angegeben werden.

Rechte für Nutzer stärken

Bürger, die sich für Worldcoin ablichten lassen, hätten ebenfalls das Recht, “bei der Übermittlung personenbezogener Daten klare und zugängliche Informationen über die Übermittlung, die Verwendung und den Zweck der Datenerhebung und -verarbeitung zu erhalten”, so die Behörde. Das gelte “insbesondere bei sensiblen Daten, wie biometrischen Daten”. Dazu gehöre auch das Recht auf Vergessenwerden, also personenbezogene Daten wieder löschen zu lassen.

Mit Blick auf zunehmende Bedrohungen durch die Digitalisierung fordert die AAIP, den Rechtsrahmen für den Datenschutz zu stärken. Argentinien verfüge “über eine Verordnung, die seit mehr als 20 Jahren in Kraft ist”. Diese müsse aktualisiert werden, “um den Herausforderungen des Datenschutzes, die sich aus den jüngsten technologischen Veränderungen ergeben, wirksam begegnen zu können”. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde vergangene Woche in der Abgeordnetenkammer vorgestellt.

Immer wieder Ärger mit Worldcoin

Worldcoin steht seit Beginn an unter Beobachtung. Das Krypto-Projekt tourt seit Monaten durch Großstädte und sammelt dabei massenhaft biometrische Daten mithilfe von Augenscannern. Über zwei Millionen Menschen haben sich inzwischen registriert. Dafür erhalten sie eine “World-ID” und einige Worldcoin-Token. In Aussicht gestellt wird ein bedingungsloses Grundeinkommen. Seit dem Token-Start Ende Juli ist der Kurs der Kryptowährung um fast 50 Prozent gefallen.

Nachdem die französische Datenschutzbehörde CNIL bereits Untersuchungen eingeleitet hat, und auch kenianische Behörden durchgegriffen haben, kündigte die BaFin ebenfalls Ermittlungen an. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht prüft bereits seit November 2022 eventuelle Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen.

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