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Neue Superlative ApeCoin (APE): Kurzer Hype oder Gamechanger?

Erst die NFTs vom Bored Ape Yacht Club, dann der ApeCoin und nun das eigene Metaverse namens Otherside: Der Hype um das Affen-Ökosystem geht weiter. Nach dem Rekordverkauf der Metaverse-Grundstücke am vergangenen Wochenende stellt sich jetzt die Frage, wie nachhaltig die Milliardenbewertungen sind.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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ApeCoin und US-Dollar Banknoten

Quelle: Shutterstock

Wer über NFTs spricht, kommt um den Hype des Bored Ape Yacht Clubs (BAYC) nicht herum. Neben den überteuerten NFT-Affenbildchen, die den Zugang zu einem exklusiven Club versprechen, konnten nun die Metaverse-Ambitionen für neue Aufmerksamkeit sorgen. Zur Metaverse-Projektfinanzierung hat das Unternehmen hinter dem Affen-Universum, Yuga Labs, einen Verkauf der Metaverse-Grundstücke durchgeführt. Für das jungfräuliche Bauland im sogenannten Otherside konnte das Unternehmen 320 Millionen US-Dollar am vergangenen Wochenende einsammeln. 

Die zum Primaten-Ökosystem gehörige Kryptowährung ApeCoin (APE) reagierte entsprechend volatil. Soll bedeuten: Vor dem NFT-Sale stieg der Kurs der Kryptowährung enorm an, erreichte ein Allzeithoch bei über 27 US-Dollar, um dann im Anschluss an die Auktion wieder einzubrechen. Inzwischen notiert ApeCoin bei rund 16 US-Dollar.

Niemand interessiert sich ernsthaft für Metaverse-Grundstücke

Profi-Spekulanten haben den Hype-Sale clever nutzen können. Durch den Verkauf der 55.000 Grundstücke für je rund 5.800 US-Dollar in ApeCoin wurde eine enorme Nachfrage nach den APE Coins generiert, die den Preis antrieb. Im Anschluss an die NFT-Auktion ging auf dem Marktplatz OpenSea der große Verkauf los.

Schließlich hatten nur die wenigsten Grundstückskäufer ein ernsthaftes Interesse an diesen gehabt. Anstatt die virtuellen Grundstücke weiterzuentwickeln, wollte man sie flippen, ergo versuchen, schnell Kasse zu machen, sodass der APE-Kurs gen Süden korrigieren konnte. Blickt man auf die Otherside-NFT-Grundstücke zeigt sich, dass der Durchschnittspreis regelrecht abschmierte. Von im Schnitt 8,3 Ether am 1. Mai auf 3,6 Ether am 5. Mai. 

Der Rekord-NFT-Sale von Yuga Labs hat damit einmal mehr gezeigt, dass es aktuell vor allem um Spekulation geht und weniger darum, auf ein substanzielles Projekt mit langfristigem Zeithorizont zu setzen. Verloren haben am Ende diejenigen, die nicht rechtzeitig abgesprungen sind oder sich erst kurz vor der Auktion mit ApeCoin eingedeckt haben. 

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Bei den Kaufnebenkosten sollten die Alarmglocken klingeln 

Wer beispielsweise eine Wohnung kauft, muss neben dem Kaufpreis auch Nebenkosten wie Grundbucheintrag oder Maklercourtage zu zahlen. Je nach Bundesland und anderen Faktoren kommen so gut und gerne 10 Prozent zusammen. Bei den Grundstücken im Primaten-Metaverse lagen die Kaufnebenkosten hingegen bei teils über der Hälfte des Kaufpreises. 

Die erlösten 320 Millionen US-Dollar haben Transaktionskosten auf der Ethereum Blockchain von über 180 Millionen US-Dollar bewirkt. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass NFT-Spekulanten mit einem unmittelbaren Preisanstieg ihrer Grundstücke von über 50 Prozent gerechnet haben, da ihre Investition sonst im Minus wäre. Ganz gleich, wie man es rechnet, der gesamte Investmentcase geht nur auf, wenn man auf eine Ver-X-Fachung setzt.

Gleichzeitig führen einem die Nebenkosten die brachiale Ineffizienz des Blockchain-Sektors vor Augen. Zwei bis fünf ETH für eine einzelne Transaktion zahlen zu müssen, ist schlichtweg absurd. Kein Wunder, dass einige NFT-Investoren Phishing-Angriffen zum Opfer fielen. So warben Betrüger damit, dass die überhöhten Transaktionskosten zurückerstattet werden, wenn man seine Wallet mit dem entsprechenden Dienst verbindet. Das Ergebnis waren dann oftmals leergeräumte Wallets und ein Schaden in Millionenhöhe.  

Schwerer Schlag für Ethereum Blockchain 

Yuga Labs entschuldigte sich für das Lahmlegen der Ethereum Blockchain auf Twitter und forderte die dahinterstehende Dezentrale Autonome Organisation (DAO) dazu auf, einen Wechsel auf eine andere Blockchain zu forcieren. Schließlich besitzt ApeCoin noch keine eigene Blockchain, sodass die Transaktionen über die Ethereum Blockchain laufen. 

Der Vorfall zeigt, dass die Ethereum Blockchain noch nicht so weit ist, wie von vielen Krypto-Enthusiasten erhofft. Die mangelnde Skalierbarkeit und schnelle Überforderung bei Hypes beweist, dass für eine kommerzielle Mainstream-Etablierung noch ein längerer Weg zu gehen ist. 

ApeCoin: Vorschusslorbeeren en masse

Viele Vorschusslorbeeren und noch keine nennenswerten Ergebnisse. So könnte man das Affen-Ökosystem von Yuga Labs bezeichnen. In kürzester Zeit hat sich das Unternehmen zu einem Unicorn gemausert, das über eine Firepower von über einer halben Milliarde US-Dollar verfügt. 

Die Gefahr, dass nun die hohen Erwartungen enttäuscht werden, ist riesig. Fairerweise gilt dies aber auch für andere Metaverse- und DAO-Projekte. Auch das Sandbox-Metaverse muss noch beweisen, dass die vielen Milliarden an NFT-Inventarwert über einen längeren Zeitraum Bestand haben können. 

Dadurch, dass immer neue Innovationen nachrücken – bestes Beispiel ist das aktuelle Metaverse vom Bored Ape Yacht Club – wird allerdings aktiv gegen eine Preiskorrektur gearbeitet. Zynisch könnte man sagen, dass auf ein bestehendes Luftschloss ein noch größeres neues Luftschloss gesetzt wird. 

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Otherside, Bored Ape Yacht Club und ApeCoin: Geht am Ende doch alles gut?

Sollte es dem Bored Ape Yacht Club und dem Otherside Metaverse gelingen, eine aktive Community aufzubauen, die mehr als nur spekuliert, sondern auch effektiv Zeit im Metaverse verbringt, dann könnte der NFT-Zock aufgehen. Schließlich besitzt das Affen-Ökosystem einen Firstmover-Vorteil und steht als Blue-Chip-Wert, zumindest seine Größe betreffend, an vorderster Stelle. Investmentfonds – insbesondere als DAO konzipiert – könnten für langanhaltenden Mittelzuflüsse bei den NFTs sorgen. Pars pro toto, muss für einen noch sehr jungen Markt bei den gegenwärtigen Bewertungsniveaus noch lange nicht Schluss sein. 

Losgelöst von den NFT-Bewertungen könnte vor allem der ApeCoin am meisten profitieren. Bietet dieser doch den einfachsten Zugang zum besagten Ökosystem und kann über diverse Börsen erworben werden. Allein als Portfoliobeimischung, getreu dem Motto: “um halt dabei zu sein”, dürften trotz der Korrektur der letzten Tage neue ApeCoin-Investoren hinzukommen.

Der ApeCoin zählt unter den Top 50 Coins (belegt aktuell Platz 30 gemäß Marktkapitalisierung) zu den risikoreichen Kandidaten. Auf der anderen Seite dürfte sich ApeCoin einer großen emotionalen Bindung unter Kleinanlegern sicher sein. Auch außerhalb des Krypto-Sektors ist mit einem starken Anstieg seines Bekanntheitsgrades zu rechnen. Diesen Marketing-Aspekt darf man, bei allen Zweifeln und Fragezeichen, die das Projekt hervorruft, nicht zu gering einschätzen.

Disclaimer: Der Artikel spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keinerlei Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. 

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