Der ehemalige CEO des südkoreanischen Krypto-Unternehmens Delio, Jeong Sang-ho, ist zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Bezirksgericht Seoul-Süd befand ihn in mehreren Anklagepunkten für schuldig. Dabei geht es unter anderem um Kundengelder in Form von Kryptowährungen im Wert von rund 70 Milliarden Won, umgerechnet etwa 49,2 Millionen US-Dollar.
Neben dem Betrug sah das Gericht auch Vorwürfe der Veruntreuung und der Verwendung gefälschter Dokumente weitgehend als erwiesen an. Die Dokumente sollen im Zusammenhang mit der Registrierung als Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte verwendet worden sein. Die Staatsanwaltschaft hatte für Jeong ursprünglich eine noch härtere Strafe von 20 Jahren Gefängnis gefordert.
Krypto-Betrug endet mit langer Haftstrafe
Vom schwerwiegendsten Betrugsvorwurf wurde Jeong allerdings freigesprochen. Dieser betraf rund 250 Milliarden Won, umgerechnet etwa 175,6 Millionen US-Dollar, die von ungefähr 2.800 Personen stammen sollen. Entscheidend war dabei nicht, dass das Gericht die Vorwürfe grundsätzlich widerlegt sah, sondern dass zentrale Beweismittel nach Auffassung der Richter rechtswidrig beschafft worden waren.
Das Gericht bewertete die nachgewiesenen Taten dennoch als besonders schwer. Jeong habe zahlreiche Kunden um hohe Beträge gebracht, während die Vorgehensweise und die finanziellen Schäden eine entsprechend hohe Strafe rechtfertigten. Nach Angaben des Gerichts habe er außerdem keine Vergebung der Geschädigten erhalten, die teilweise erhebliche wirtschaftliche Verluste erlitten hätten.
Jeong wurde nach dem Urteil unmittelbar in Haft genommen. Das Gericht begründete diesen Schritt mit einer bestehenden Fluchtgefahr. Damit muss der frühere Delio-Chef seine 15-jährige Gefängnisstrafe zunächst direkt antreten.
Delio hatte sich als eine Art Digitalbank positioniert und Kunden hohe Renditen auf ihre hinterlegten Kryptowährungen versprochen. Im Juni 2023 stoppte das Unternehmen jedoch überraschend die Auszahlungen, wodurch Kunden nicht mehr auf ihre Bestände zugreifen konnten. Im November 2024 wurde Delio schließlich für insolvent erklärt.
