Neues aus dem Crypto-Valley: Zug will Wahlen auf der Blockchain

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Quelle: Zug, Switzerland via Shutterstock

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Im Crypto-Valley Zug wird in zwei Wochen die erste Wahl auf der Blockchain stattfinden. Bei dem Pilotversuch handelt es sich um eine sogenannte Konsultativabstimmung, die keinen rechtlich bindenden Charakter hat. Zug reiht sich dennoch ein in die Riege der Legislaturen, die die Blockchain zur Durchführungen von Abstimmungen nutzen.

Das Schweizer Kanton Zug ist auch unter dem Namen Crypto-Valley bekannt und gilt vielen aufstrebenden Startups aus dem Blockchain-Bereich als erste Anlaufstelle. Durch sehr unternehmerfreundliche Regulierungsrahmen und einer innovativen Politik hat es sich in der Kryptoszene einen exzellenten Ruf erworben. So haben über 50 Krypto-Unternehmen ihren Sitz im Crypto-Valley, unter anderem Yapo, ShapeShift und die Ethereum-Foundation.


Dass es dem Schweizer Örtchen auch abseits der unternehmerfreundlichen Infrastruktur ernst ist mit der Entwicklung der Blockchain, wurde schon an verschiedenen Stellen deutlich. So hatte die Stadt bereits im Mai 2016 ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Bürger Zugs für öffentliche Dienstleistungen in Bitcoin bezahlen konnten. Ende 2017 folgte dann das Handelsregisteramt Zug, in dem man dank einer Kooperation mit der Bitcoin Suisse AG Gebühren in Bitcoin oder Ether zahlen kann. Der nächste Schritt folgt bald, wenn im Kanton Zug die ersten Wahlen auf der Blockchhain durchgeführt werden.

Konsultativabstimmung auf Blockchain-Basis

In zwei Wochen, am 25. Juni, startet der Pilotversuch: Eine Woche lang bis zum 1. Juli können die Bewohner Zugs an einer Konsultativabstimmung teilnehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Teilnehmer Inhaber einer blockchain-basierten digitalen ID sind. Damit können die Einwohner der Stadt über eine App, die persönliche Informationen mithilfe der Blockchain-Technologie sichert und mit einer Krypto-Adresse verknüpft, ihre Identität registrieren. Bei der Konsultativabstimmung soll die digitale ID jetzt erstmals zum Einsatz kommen.

Geplant ist laut dem Portal Stadtzug.ch eine Abstimmung zu zwei Ja-/Nein-Fragen und einer Auswahlfrage:

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1 – Finden Sie es gut, dass am Zuger Seefest alljährlich ein Feuerwerk den Himmel erhellt? (Ja/Nein)

2 –  Erleben Sie den Prozess dieser Abstimmung mittels Digital-ID als einfach? (Ja/Nein)

3 – Aktuell werden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten der digitalen ID evaluiert. Welche der nachfolgenden Anwendungsmöglichkeiten würden Sie weiterverfolgen? (eine Antwort möglich):

a) Ausleihe von Büchern in der Bibliothek mittels digitaler ID
b) Bezahlung von Parkgebühren mittels digitaler ID bzw. Ein-/Ausfahrt in städtische Parkgaragen
c) Ausleihe von Stadtvelos an verschiedenen Orten der Stadt
d) Anbindung an ZUG-LOGIN bzw. Einreichung der elektronischen Steuererklärung
e) regelmässige Volksbefragungen

Andere haben es ebenfalls versucht

Das Kanton Zug ist jedoch nicht die erste Administration, die einen Wahlversuch auf der Blockchain startet. Im Mai dieses Jahres wurde im US-amerikanischen Bundesstaat West Virginia eine mobile Voting-Plattform des Startups Voatz eingesetzt. Die Teilnahme an der Blockchain-Wahl war jedoch auf im Ausland stationierte Militärangehörige aus zwei der insgesamt 55 Landkreise beschränkt. Auch in Moskau denkt man über Wahlmechanismen nach, die die Blockchain-Technologie für Abstimmungen eines zivilgesellschaftlichen Bürgernetzwerks nutzen.

Als Falschmeldung hat sich unterdessen die Nachricht herausgestellt, in Sierra Leone sei mit der Hilfe der Blockchain gewählt worden. Widersprüchliche Aussagen der National Electoral Commission (NEC) und des Schweizer Startups Agora hatten zu einer Kontroverse geführt.

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