Mit der Blockchain gegen Korruption – KfW veröffentlicht TruBudget

Quelle: Shutterstock

Mit der Blockchain gegen Korruption – KfW veröffentlicht TruBudget

Die Frankfurter Entwicklungsbank KfW veröffentlicht ihre Blockchain-Plattform TruBudget. Diese hatte das Kreditinstitut in den vergangenen Jahren entwickelt, um die Projektgelder in der internationalen Entwicklungshilfe transparent zu verteilen und deren Nutzung verfolgen zu können. Nun soll die vom Bund geförderte Software allen potentiellen Nutzern zur Verfügung stehen. 

Das Geld kommt doch sowieso nicht an – oft ist es genau dieser Verdacht, der der Entwicklungshilfe von Staaten und Nicht-Regierungsorganisationen anhaftet und mögliche Unterstützer vom Spenden abhält.

Die Frankfurter Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die nationale Förderbank Deutschlands, hat dies erkannt und im Jahr 2017 das Blockchain-Projekt TruBudget ins Leben gerufen. Die Finanzierungsplattform soll sicherstellen, dass keine Entwicklungsgelder verlorengehen oder in den Taschen zweifelhafter Empfänger verschwinden.

An diesem Mittwoch, dem 3. April, ist die KfW mit ihrer Software nun an die Öffentlichkeit getreten. Künftig soll der Code von TruBudget allen potentiellen Nutzern frei zur Verfügung stehen und so individuell für ihre Zwecke umgebaut werden können. Dies bekräftigt die Bank in einer Presseerklärung.

Wir sind davon überzeugt, dass das Grundkonzept dieser Anwendung sehr unterschiedliche Lösungsansätze ermöglicht,

erklärt KfW-Vorstand Joachim Nagel die Motivation hinter der Veröffentlichung.

Das Konzept ließe sich „relativ einfach auf andere Einsatzbereiche übertragen“, heißt es vonseiten der Bank weiter. Derzeit suche man nach Partnern, die das Potenzial der Blockchain-Anwendung für ihre eigenen Ideen nutzen und weiterentwickeln wollen.

Künftige Nutzer lockt TruBudget mit gleich vier Versprechen. So soll die gemeinsam genutzte Plattform sämtliche Projekt-Aktivitäten dokumentieren und in Echtzeit nachvollziehbar machen. Zudem werden alle Änderungen im Projektverlauf, wie etwa Zahlungseingänge, mit Zeitstempeln versehen. Dies soll Manipulation verhindern. Letztlich verspricht die Plattform eine reibungslose Kommunikation, die besonders das oftmals lahmende Genehmigungsverfahren beschleunigt. Aufwändige Prüfungen, wer welches Geld wo ausgegeben hat, sollen so der Vergangenheit angehören.

Veröffentlichung kommt nicht von ungefähr: TruBudget ist aus Bundesmitteln finanziert

Die KfW kann bereits auf erste Erfahrungen zurückgreifen. Zurzeit laufen zwei Pilotprojekte, die den Einsatz der Software erproben: Zum einen fiel erst im vergangenen Dezember der Startschuss einer sechsmonatigen Probephase im westafrikanischen Burkina Faso. Hier will die Bank das Potential von TruBudget für die Verwaltung öffentlicher Finanzen ausloten. Zudem gibt die KfW an, die Software derzeit in Brasilien auf den Prüfstand zu stellen.

In Zukunft soll die Plattform darüber hinaus in einem Projekt in Georgien sowie in Kooperation mit der globalen Impfallianz GAVI zum Einsatz kommen. Hier will man mithilfe von TruBudget die Lieferketten von Impfstoffen überwachen.

Dass die Technologie der Öffentlichkeit nun zugänglich gemacht wird, mag auf den ersten Blick erstaunen. Auf den zweiten Blick kommt die Veröffentlichung jedoch nicht von ungefähr. Denn einerseits stammt das Startkapital für TruBudget aus der Steuerkasse. So war es das Entwicklungsministerium (BMZ), das der KfW für die Pilotprojekte nicht weniger als sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt hatte. Andererseits ist die Förderbank zudem selbst eine öffentliche Einrichtung, die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist und sich aus Bundes- und Landesmitteln deckt. Kaum verwunderlich scheint es also, dass man den Nutzen der Blockchain-Software in eine möglichst breite Öffentlichkeit tragen will.

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin-Regulierung: FINRA appelliert an Unternehmen
Bitcoin-Regulierung: FINRA appelliert an Unternehmen
Regierungen

Letztes Jahr hat die US-Genehmigungsbehörde FINRA eine Bekanntmachung herausgegeben, derzufolge sich Finanzdienstleister, die mit digitalen Assets zu tun haben, melden sollen. Ein Jahr später folgt die Konsolidierung der aufgeführten Kriterien. Insgesamt zeigt sich die FINRA zufrieden. Überzeugung geht jedoch anders.

Besitzt Bulgarien wirklich 200.000 Bitcoin?
Besitzt Bulgarien wirklich 200.000 Bitcoin?
Bitcoin

Bulgarien könnte einer der größten Bitcoin-Wale überhaupt sein. 2017 konfiszierten Strafverfolgungsbehörden des Landes über 200.000 BTC von Cyberkriminellen. Doch seither hüllt sich das Land in Schweigen. Was wir über die Hintergründe wissen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Steve Wozniak: Apple-Mitgründer will nach Malta
Steve Wozniak: Apple-Mitgründer will nach Malta
Tech

Der Apple-Mitgründer Steve Wozniak gab bei einer Podiumsdiskussion seine Zukunftspläne bekannt. Was ihn bewegt, nach Malta zu gehen und welche Unternehmensidee er unterstützen will.

Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Sicherheit

Die Bitcoin-Börse QuickBit hat versehentlich große Datenmengen geleakt. Über Tage kursierten sensible Kundendaten ohne Firewall für jedermann einsehbar im Internet. QuickBit-Kunden wird geraten, ihr Passwort zu ändern.

Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Unternehmen

Für die Deutsche Bundesbank hat das Kursgebaren von Bitcoin & Co. in den letzten Jahren vor allem eines gezeigt: Dass Kryptowährungen weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher taugen. Anders blickt die Zentralbank auf das Potenzial von Stable Coins. Gegenüber dem Facebook-Coin Libra nimmt die Bundesbank eine argwöhnisch-abwartende Haltung ein.

Trading-App Robinhood sammelt 323 Millionen US-Dollar ein
Trading-App Robinhood sammelt 323 Millionen US-Dollar ein
Invest

Die Trading-Plattform Robinhood sammelt in einer Series-E-Funding-Runde 323 Millionen US-Dollar ein. Damit ist das Unternehmen mit 7,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Geld soll auch in den Ausbau der Krypto-Sparte fließen, diese ist jetzt bereits in 30 US-Bundesstaaten verfügbar.

Angesagt

Bitcoin-Gerüchteküche: Justin Sun in China angeklagt
Szene

Neues aus der Bitcoin-Gerüchteküche. Gegen Justin Sun soll aktuell ermittelt werden. Die Gerüchte kamen auf, als der Gründer und Vorsitzende der Kryptowährung TRON sein Krypto-Dinner mit Warren Buffet und „Größen“ aus dem Bitcoin-Ökosystem abgesagt hat.

Bitcoin-Börse BitFinex und Tether ziehen sich aus der Verantwortung
Krypto

Der Gerichtsprozess rund um die in Verruf geratene Bitcoin-Börse BitFinex und den Stable-Coin-Anbieter Tether geht in eine neue Runde. Nun sagt einer der Anwälte der Firmen, dass weder BitFinex noch Tether Kunden in den USA betreuen würden.

BaFin genehmigt ersten Immobilien-Token
STO

Die BaFin genehmigt das erste deutsche Security Token Offering (STO) für blockchainbasiertes Immobilieninvestment und das zweite deutsche STO überhaupt. Damit gibt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Startschuss für digitale Wertpapiere im Real-Estate-Bereich. Ein neues Anlagevehikel?

WEX: Ex-CEO von Bitcoin-Börse festgenommen
Szene

In dieser Akte stecken eine Menge Fragezeichen. Im Fall um Alexander Vinnik und btc-e.com ist nach über zwei Jahren zwar noch lange kein Ende in Sicht. Nun wurde außerdem der mutmaßliche Nachfolger Vinniks, Dmitry Vasiliev, in Italien gefasst. Unklar ist, ob er die Börse überhaupt übernommen hat. Die zuständigen Behörden halten sich (noch) bedeckt.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: