Mehr Sicherheit durch Blockchain: MasterCard meldet Patent an

Chiara Bachmann

von Chiara Bachmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Chiara Bachmann

Chiara Bachmann studiert im Master Wirtschaft & Recht mit Schwerpunkt Finance an der Hochschule Aschaffenburg. Sie interessiert sich nicht nur für Anwendungen in der Finanzbranche, sondern auch für den gesellschaftlichen Wandel, den die Blockchain mit sich bringen kann. Es ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit auch Frauen für die Thematik zu begeistern.

Quelle: credit card data security via Shutterstock

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Eine kürzlich veröffentlichte Patentanmeldung von MasterCard weist darauf hin, dass der Kreditkartengigant ein Auge auf Blockchain-Anwendungen geworfen hat. Das Unternehmen möchte mit der neuesten Anmeldung den Schutz der Kundendaten verbessern. 

Mittels einer semiprivaten oder privaten Blockchain möchte MasterCard Identitätsdaten der Benutzer empfangen und speichern. Darunter könnten dann Informationen wie Name, Adresse sowie die Steuernummer fallen. Dabei handelt es sich nicht um die erste Patentanmeldung von MasterCard in Bezug auf die Blockchain. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen bereits ein Patent zur Anmeldung gebracht, mit Hilfe dessen Zahlungen schneller verarbeitet werden können.

Der Mehrwert der Blockchain-Anwendung bei MasterCard


Die Blockchain-Technologie könnte dazu beitragen, Scheinidentitäten bei der Registrierung zu vermeiden. Der Patentanmeldung zufolge generiert das System eine Datei für jede Einheit, mit einem Public Key und dem geografischen Zuständigkeitsbereich. Diese untergeordneten Dateien erhalten dann von einer übergeordneten Einheit eine digitale Signatur. Daraufhin erzeugt ein Hashing-Modul des Servers einen Identitätswert für jede Einheit und einen Block mit dem Datensatz des neuesten Blocks und einem Zeitstempel.

Im Gegensatz zu einer Public Blockchain erlaubt das MasterCard-Netzwerk nur bestimmten Nodes das Einspeisen von Daten. Diese autorisierten Nodes verhindern die Abspeicherung von Daten, die die Genauigkeit der gespeicherten Daten beeinflussen.

Ein konkreter Anwendungsfall

MasterCard würde damit einen klassischen Blockchain-Use-Case kreieren. Vereinfacht ausgedrückt muss nun sichergestellt werden, dass die Daten einer Person korrekt und ein einziges Mal bei MasterCard dokumentiert sind. Werfen wir einen Blick auf den klassischen Anwendungsfall der MasterCard: Für gewöhnlich bezahlen Menschen damit im Einzelhandel ihre erworbenen Waren. Bei einem Bezahlvorgang, der heutzutage auch immer schneller ablaufen muss, geht die Verifizierung des Kartennutzers schnell unter. Eine Unterschrift ist an dieser Stelle auch nur ein beliebig ungenaues Verifizierungsmittel. Eine PIN kann ebenfalls gestohlen werden. Es sollte also nachgeprüft werden, ob der Benutzer der Kreditkarte auch der wahre Eigentümer ist. Mit Hilfe eines Barcodes oder Magnetstreifens könnte der Kassierer auf die MasterCard-Blockchain zugreifen und schnell Eigentümerdaten wie Name, Adresse, Geburtsdatum und ein Foto auslesen. Damit könnte man die fälschliche Benutzung einer Kreditkarte vermeiden.

Beim Online-Shopping kann der Prozess dann so aussehen, dass der Datensatz der Kreditkarte mit dem Datensatz des Personalausweises übereinstimmen muss. Auch hier kann ein Abgleich mittels Barcode auf der Kreditkarte oder dem Ausweis stattfinden.

Warum nicht mit Hilfe einer zentralen Datenbank?

Man kann sich an dieser Stelle auch die Frage stellen, warum man diese Daten nicht in einer zentralen Datenbank abspeichern könnte. Auf der einen Seite handelt es sich hierbei um sensible Daten, die obendrein fälschungssicher aufbewahrt werden müssen. Diese Fälschungssicherheit kann nur eine Blockchain bieten. Andererseits gehört MasterCard zu den Unternehmen, die in einer Welt, die momentan sehr mit der Globalisierung zu kämpfen hat, global denken muss. Aufgrund der politischen Unsicherheiten könnte ein zentraler Server nicht weltweit abrufbar sein.

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