MasterCard: Bringt die Lebensmittel-Blockchain das Vertrauen zurück?

Alexandra Kons

von Alexandra Kons

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Alexandra Kons

Alexandra Kons hat Orient- und Asienwissenschaften, Deutsch als Fremdsprache und Arabistik studiert. Seit einigen Jahren widmet sie sich hauptberuflich dem Thema Kryptowährungen.

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Die Käufer möchten mittlerweile wissen, wo ihre Nahrungsmittel herkommen und wer sie produziert hat. Entsprechend stehen Unternehmen zunehmend unter Druck, dahingehende Informationen offenzulegen. Zahlreiche Lebensmittelskandale haben überdies das Vertrauen in die Branche geschädigt. MasterCard kennt dieses Problem und möchte nun mit Envisible ein transparent nachverfolgbares System für Lebensmittel aufbauen.

Es ist kein Geheimnis, dass das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie nachhaltig geschwächt ist. Das liegt nicht nur an dem einen oder anderen Lebensmittelskandal, sondern auch an den teilweise unseriösen Produktions- und Vorgehensweisen der Lebensmittelhersteller. Die Verbraucher möchten nicht länger die Katze im Sack kaufen und dabei soll die Blockchain helfen. MasterCard und das Blockchain-Unternehmen Envisible arbeiten jetzt zusammen, um für mehr Transparenz bei der Nachverfolgung der Lebensmittellieferketten zu sorgen. Damit dringen die Unternehmen in ein Gebiet vor, in dem bislang vor allem der US-amerikanische Einzelhandelsriese Walmart Pionierarbeit leistet.


Das Wholechain-Rückverfolgungssystem von Envisible wird von der blockchainbasierten Lösung von MasterCard angetrieben. Nutzen wird diese Blockchain-Lösung zunächst Topco Associates, LLC, eine führende US-amerikanische Lebensmittelgenossenschaft.

Kommen Moral und Ethik bei der Lebensmittelproduktion nur mithilfe der MasterCard-Blockchain auf den Tisch?

Der erste Einsatzbereich der Wholechain-Lösung wird das Tracking von Lachs, Kabeljau und Garnelen sein. Topco arbeitet dabei eng mit den Lebensmittelketten seiner Mitglieder, wie Food City, zusammen. Auf langer Sicht soll so die Einhaltung der Umweltvorschriften verbessert werden. In einem Artikel von Businesswire vom 27. Oktober kam Scott Caro, Senior Vice President von Fresh, Topco, zu Wort:

Angesichts der Erwartungen der Verbraucher nach zuverlässigen Informationen über die von ihnen verzehrten Lebensmittel freuen wir uns, mit Food City und Envisible eine Partnerschaft für diesen Pilotversuch mit Rückverfolgungs- und Herkunftslösungen und das Versprechen der Wholechain-Lösung von Envisible einzugehen.

Das Unternehmen wird seine neue Blockchain-Lösung vom 27. bis 30. Oktober am MasterCard-Stand (Nr. 5108) auf der Money20/20 in Las Vegas vorstellen. Und das ist bei Weitem nicht das erste Blockchain-Projekt, das der Zahlungsanbieter abwickelt. Das Unternehmen gehört mit über 100 angemeldeten Blockchain-Patenten zu den Top 3 der Blockchain-Innovatoren. Das Unternehmen hat ein autorisiertes Blockchain-Netzwerk aufgebaut. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich auch die Lebensmittelindustrie auf die Dienste von MasterCard stützt. Fraglich ist nur, ob das System tatsächlich so manipulationssicher ist, wie MasterCard gerne behauptet.

Auch für die Unternehmen soll die Lebensmittel-Blockchain Vorteile mit sich bringen

Dan Glei, Executive Vice President, Merchandising and Marketing, erklärt: „Mithilfe von Envisible Wholechain, das von MasterCard unterstützt wird, können unsere Lebensmittelhändler bei unglücklichen Ereignissen wie Rückrufen vertrauensvoll Regale lagern und Probleme in der Lebensmittelkette erkennen.“

Für die Unternehmen springt bei der Teilnahme die Möglichkeit heraus, die Produktreisen nachzuverfolgen. Ferner könnten die Lebensmittelunternehmen Qualitätslücken schneller erkennen und beheben. Des Weiteren möchten die Teilnehmer so das Vertrauen in den schwer zu überblickenden Markt wieder erhöhen. Mark Kaplan, Partner von Envisible, erläutert:

Das schiere Volumen des globalen Handels macht es schwierig, die Reise und die Authentizität von Lebensmitteln zu verfolgen. Wir freuen uns, dass MasterCard unsere Vision teilt und das Verbrauchervertrauen stärkt, indem es sein umfassendes Know-how in Bezug auf den Einsatz von Technologien in einem Maßstab mit erstklassigen Verarbeitungsgeschwindigkeiten, Datenflexibilität und Datenschutz sowie Sicherheitsstandards in einen Bereich einbringt, der zuvor erheblich undurchsichtig war.

Nun stellt sich die Frage, wie groß das Vertrauen der Verbraucher in die MasterCard-Lösung ist. Kann die MasterCard-Blockchain die Ethik und Moral wieder in diesen Wirtschaftsbereich einziehen lassen?

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