Marktupdate Marktkorrelation: Krise als Befreiungsschlag für Bitcoin?

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Krise als Wendepunkt für Bitcoin
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Während der Aktienhandel an der Frankfurter Börse gestern durch eine Systemstörung lahm gelegt wurde, bemühten sich Bitcoin & Co., aus dem Ostertief zu klettern. So steuert die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung aktuell wieder der Marke von 200 Milliarden US-Dollar entgegen.

Vier lange Stunden. Der gestrige Ausfall des elektronischen Handelssystems Xetra an der Frankfurter Börse hat den Händlern starke Nerven abverlangt. Kurz nach Öffnung der Börse fiel das Computerhandelssystem wegen technischer Störungen aus und legte den elektronischen Handel flugs lahm. Da mehr als 90 Prozent des Aktienhandels über Xetra abgewickelt werden, stand die deutsche Börsenwelt am gestrigen Handelstag für ein paar Stunden still. Erst nachdem das System komplett runtergefahren und neu gestartet werden musste, konnte die Börse ihren Normalbetrieb fortsetzen. Derartige Aussetzer stellt bei Bitcoin keine Gefahr dar. Da es kein zentrales Handelssystem gibt, das droht auszufallen, und keine Schließzeiten den Handel pausieren, kennen die Bewegungen am Krypto-Markt keinen Stillstand (Crashs einzelner Krypto-Börsen ausgenommen).

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Und da die Kryptowährungen nicht in den Genuss kommen zu verschnaufen, zeigen sich die Kursentwicklungen vom traditionellen Marktgeschehen auch gänzlich unbeirrt.

Nachdem Bitcoin pünktlich zu Ostersonntag wieder die Marke von 7.000 US-Dollar erklomm, fiel die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung bereits am darauffolgenden Ostermontag wieder unter 6.700 US-Dollar. Seitdem hat es die Krypto-Leitwährung zwar nicht geschafft, wieder über 7.000 US-Dollar zu steigen, notiert aber mit einem leichten Tagesplus von 0,3 Prozent aktuell bei 6.902 US-Dollar und nähert sich somit behutsamen Schrittes wieder der wichtigen Marke.

Auch der Altcoin-Markt startete mit Verlusten in die neue Woche, kann sich aber wieder momentan stabilisieren. Der Ether-Kurs (ETH) prallt bei Redaktionsschluss knapp an der Marke von 160 US-Dollar ab und liegt mit einem Gewinn von 1,2 Prozent in den letzten 24 Stunden bei 159,81 US-Dollar. Der Ripple-Coin XRP wird gegenwärtig bei 0,187 US-Dollar gehandelt und liegt mit einem Plus von 0,1 Prozent somit nahezu unverändert im Tagesvergleich. Der IOTA-Kurs (MIOTA) hingegen knickt etwas ein und lässt im 24-Stunden-Vergleich 1,4 Prozent Federn. Mit einem Kurs bei 0,158 US-Dollar liegt die Kryptowährung des Internet der Dinge aber dennoch in den letzten 14 Tagen um knapp 10 Prozent im Plus.

Korrelation der Märkte im März auf Allzeithoch

Als vor knapp einem Monat die Verbreitung des Coronavirus zur globalen Pandemie erklärt wurde und weite Teile der produzierenden Wirtschaft daraufhin eingestellt werden mussten, kam es zeitgleich zu großen Verwerfungen an den klassischen Finanzmärkten und dem Krypto-Markt. Da simultane Handelsmuster auf eine hohe Abhängigkeit zwischen den Märkten schließen lassen, hat das parallele Einbrechen der Märkte einige interessante Korellationen zu Tage gefördert.

In einem aktuellen Bericht untersucht coinmetrics die Korellation zwischen der marktdominierenden Krypto-Leitwährung Bitcoin und traditionellen Anlagen wie Gold sowie dem marktbreiten S&P 500. Demnach sei Bitcoin mit dem S&P 500 bislang relativ unkorrelliert gewesen. Seit 2012 lag die Korrelation im Durchschnitt lediglich in einem Korridor zwischen 0,15 und -,15. Im Laufe des vergangenen Monats erreichte die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 jedoch ein neues Allzeithoch. Das folgende Diagramm zeigt die ermittelten Korrellationen bei Tagesabschluss auf einem gleitenden 250-Tage-Basis-Durchschnitt:

In einer detaillierteren Tagesansicht zeigt sich zudem, dass die Korrelation am Schwarzen Donnerstag, den 12. März, ihren Höhepunkt erreichte. Sowohl der Krypto-Markt als auch die traditionellen Aktienmärkte haben an diesem Datum historische Verluste eingefahren. Bis zum Ende des Krisenmonats stabilisierte sich die Korrelation zwar und fiel auf ein normales Niveau zurück. Seitdem zeigt sich jedoch ein erneuter Anstieg der Korrelation:

Bitcoin am Scheideweg

Dies sei laut coinmetrics jedoch kein Indiz dafür, dass die Korrelation langfristig steigt. Der Corona-Crash sei in seiner Tragweite ein einmaliges Ereignis gewesen, das die globalen Finanzmärkte erschüttert und Anleger weltweit veranlasst hat, Vermögenswerte zugunsten von Cash-Positionen zu veräußern. Dass die Erosionen auch nicht vor dem Krypto-Markt Halt machten und somit zu einer hohen Korellation führten, sei aus marktpsychologischer Sicht nur eine logische Konsequenz und kein Beleg für eine dauerhafte Tendenz.

Dem Bericht nach sei es jedoch wahrscheinlich, dass die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 in naher Zukunft wieder auf ein normales Niveau fällt. Die durch die milliardenschweren Konjunkturprogramme der Notenbanken und Regierungen los getretene Inflation könnte eher die Abkopplung von Bitcoin und den traditionellen Finanzmärkten beschleunigen. Dadurch würde die Kryptowährung auf lange Sicht den Status eines sicheren Anlagehafens erlangen. In der Retrospektive könnte das Allzeithoch der Korrelationen somit der Wendepunkt gewesen sein, an dem sich Bitcoin allmählich von den traditionellen Marktdynamiken lossagt.

Technische Analyse des Bitcoin-Kurs

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kurs von Chief Analyst Dr. Philipp Giese.

Weiter bewegt sich der Bitcoin-Kurs im Krebsgang. Der gleitende Mittelwert der letzten 50 Tage ist auch weiterhin eine unüberwindbare Resistance. Was durchaus besorgt; im Zuge der konstanten Tests des genannten Mittelwerts ist das Handelsvolumen stark gefallen. Werden also die Bullen schwächer? Von den Indikatoren her lässt sich die These nicht bestätigen, jedoch auch nicht das Gegenteil: Der MACD ist zwar leicht am Fallen, jedoch bewegt sich der RSI konstant um die 50 und auch bezüglich des Aroon-Indikators sind weder Up- noch Down-Signal besonders hoch. Wir kommen also auf eine neutrale Einschätzung und diese Handelsempfehlungen:

  • Long Position: Entry bei 7.280,53 US-Dollar. Targets bei 7.988,78 US-Dollar und 9.153,79 US-Dollar und der Stop Loss bei 6.923,42 US-Dollar.
  • Short Position: Entry bei Fall unter 6.542,91 US-Dollar, Target bei 5.856,00 US-Dollar, Stop Loss bei 6.923,42 US-Dollar.
Tages- und Stundenchart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt.

Im Stundenchart konnte der Bitcoin-Kurs zwischenzeitlich unter den Einstiegspunkt für eine Short Position fallen. Danach stieg Bitcoin stieg jedoch wieder über den Stop Loss und verfolgte den bisher verfolgten Aufwärtstrend weiter. Von den Indikatoren her ist die Situation jedoch nicht mehr eindeutig bullish. Zwar steigt der MACD weiterhin an, jedoch bewegt sich der RSI seitwärts und auch seitens des Aroon-Indikators haben wir kein eindeutiges Signal. Wir kommen deshalb auch hier auf eine neutrale Kurseinschätzung und bleiben bei unseren gestrigen Handelsempfehlungen für Bitcoin:

  • Long Position: Entry bei 7.000 US-Dollar, Targets bei 7.136,12 US-Dollar und 7.299,12 US-Dollar, Stop Loss bei 6.884,59 US-Dollar.
  • Short Position: Entry bei Fall unter 6.791,58 US-Dollar, Targets bei 6.690,00 US-Dollar und 6.542,91 US-Dollar, Stop Loss bei 6.884,59 US-Dollar.

Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Charts am 15.04.2020 mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,91 Euro.

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