Man Group: Bald Krypto-Futures „Made in UK“?

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Man Group: Bald Krypto-Futures „Made in UK“?

Der britische Hedgefonds Man Group will künftig den Sprung ins Geschäftsneuland um Krypto-Derivate wagen. Dies kündigt Geschäftsführer Luke Ellis in dieser Woche an. Damit folgt der Fonds der CME Group aus Chicago, die Ende Oktober ebenfalls die entsprechende Geschäftsausweitung erklärt hatte. Währenddessen warnt die britische Finanzaufsicht FCA jedoch erneut vor den Risiken von Kryptowährungen. In ihrer neuesten Veröffentlichung rät die Behörde Verbrauchern besonders davon ab, in die Krypto-Derivate zu investieren.

Auf CME folgte Man: Nachdem Ende Oktober bereits die amerikanische CME Group die Einführung von Terminkontrakten im Krypto-Sektor anklingen lassen hatte, steigt nun auch die Londoner Man Group in das Geschäft rund um die sogenannten Krypto-Futures ein. Dies berichtet der Nachrichtendienst Reuters am Dienstag, den 14.11.

Als Futures werden börsen-gehandelte Termingeschäfte bezeichnet. Sie verpflichten den Käufer, etwa eine bestimmte Menge Bitcoin zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis oder Wechselkurs zu liefern oder zu kaufen. Futures gelten an der Börse als hochriskant, da mit ihnen in kürzester Zeit große Gewinne, gleichzeitig jedoch enorme Verluste möglich sind.

Mithilfe der Man Group sollen solche Investitionsmöglichkeiten nun bald auch in Großbritannien verfügbar sein:

„Digitale Währungen sind vom Konzept eine interessante Sache. Noch sind sie nicht Teil unseres Investment-Universums – aber sie könnten es. Wenn es zu CME-Futures für Bitcoin kommt, werden sie es werden“,

so der Luke Ellis, Geschäftsführer des Fonds, der nach eigenen Angaben, ein Vermögen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar für seine Kunden verwaltet, am Dienstag gegenüber Reuters.

Weiterhin sprach er Kryptowährungen entgegen vielerlei Kritik, Glaubwürdigkeit zu. Nur weil sie nicht wie analoge Währungen von Regierungen kontrolliert würden, würden sie dies nicht disqualifizieren und entwerten, so Ellis.

Den Weg geebnet für Kryptowährungen im Sektor des Optionsgeschäftes hatte die US-amerikanische CME Group. Ende Oktober hatte die weltgrößte Terminbörse angekündigt, ihr Geschäft auf den Krypto-Sektor auszuweiten und damit die derzeitigen Kurse befeuert. Laut CME-CEO Terry Duffy sollen Kunden dann ab Mitte Dezember in die neuen Geschäftsmodelle und entsprechende Terminkontrakte mit Bitcoin investieren können.

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 Britische Finanzaufsicht erneut mit wenig Optimismus

Während sich die Finanzbranchen gegenüber Kryptowährungen öffnet, ist die Antwort der britischen Behörden skeptisch. So warnt die unabhängige Finanzaufsicht FCA diese Woche schon zum dritten Mal innerhalb der letzten Monate vor den Risiken von Kryptowährungen. In einem Artikel auf ihrer Website von Dienstag, dem 14.11., geht die Behörde zudem konkret auch auf die Options- und Termingeschäfte rum um Bitcoin, sogenannte Krypto-CFDs (englisch: Contracts for Difference), ein.

Zwar seien die Termingeschäfte vom rechtlichen Rahmen unbedenklich, dennoch sollten Verbraucher die möglichen hohen Verluste bedenken.

„Krypto-CFDs sind ein extrem risikoreiches, spekulatives Instrument. Sie sollten sich der Risiken gänzlich bewusst sein und erst dann entscheiden, ob Krypto-CFDs für Sie geeignet sind“,

heißt es in dem Artikel.

Eine Chance, sich zu etablieren?

Diese wenig hoffnungsversprechenden Töne werden die Man Group jedoch höchstwahrscheinlich nicht abschrecken. Wenn im Dezember die CME Group ihr Geschäft auf Krypto-Futures ausweitet, folgt dem wohl alsbald ihr britischen Pedant.

Damit etablieren sich Kryptowährungen und Bitcoin weiter in eher konventionellen Marktbranchen des Finanzgeschäfts. Die Öffnung der Man Group in Großbritannien und von CME in den USA zeigt dabei, dass die Ausweitung des etablierten Börsengeschäfts bei Kryptowährungen nicht Halt macht.

Vielmehr scheint es möglich, dass sich diese auch über Options- und weitere Börsengeschäfte hinaus etablieren. Letztlich zeigt sich dieser Tage, dass zukünftig auch Großbanken die alternativen Zahlungsmittel akzeptieren. Entsprechende Denkanstöße hatte in den vergangenen Wochen mehrere Vertreter der „Alten“ Finanzwelt geliefert. Nachdem Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein und der EZB-Direktor Benoît Cœuré betont hatten, man nehme Bitcoin ernst, äußerte sich in der letzten Woche auch der Geschäftsführer von Citigroup, Michael Corbat, positiv zur Zukunft von Kryptowährungen.

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