Kann die Blockchain Messenger-Dienste sicherer machen?

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Quelle: Brown eye looking through a vintage metal keyhole via Shutterstock

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Milliarden von Menschen nutzen Messenger-Dienste, doch anhaltende Datenskandale bei Social-Media-Konzernen untergraben das Vertrauen der Bürger in ihre Anbieter. Bietet die Blockchain-Technologie Möglichkeiten, dieses Vertrauen überflüssig zu machen und Daten in alle Richtungen abzusichern? Es werden bereits verschiedene Modelle entwickelt, auch ein deutsches Start-up ist mit dabei.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tobias Schmidt

Im letzten Monat erreichte der Streit zwischen dem russischen Geheimdienst FSB und Pavel Durov, dem ebenfalls russischen Gründer des Messenger-Dienstes Telegram seinen vorläufigen Höhepunkt. Ein Moskauer Gericht ordnete rechtswirksam die sofortige Sperre des Messengers in ganz Russland an. Der Geheimdienst hatte vom Telegram-Chef gefordert, Daten privater Chats von Telegram-Nutzern freizugeben. Der FSB begründete die Forderung mit der Bekämpfung von Verbrechen, explizit wurde auch die Verfolgung von Terroristen mit einbezogen. Als Durov sich aus Datenschutzgründen weigerte, Nutzerdaten offenzulegen, sah sich der Kreml zu diesem Schritt gezwungen.

Der Iran hat den Messenger-Dienst Telegram in diesem Jahr ebenfalls gesperrt – wenn auch aus Gründen innenpolitischer Stabilität. So hatten sich in der letzten Zeit viele junge Iraner, die gegen das herrschende Regime protestierten, via Telegram untereinander abgestimmt. In beiden Ländern ist der Messenger sehr beliebt – weshalb es auch beiden Regierungen nicht gelungen ist, die Nutzung des Dienstes wirklich zu unterbinden. Nachdem Millionen von IP-Adressen von staatlicher Seite gesperrt worden waren, wichen die meisten Nutzer einfach über VPN-Dienste aus und entzogen sich der staatlichen Kontrolle.

Blockchain als Lösung

Die Vorkommnisse in diesen beiden Ländern zeigen jedoch auf, dass private Nutzerdaten bei Messenger-Diensten nicht gerade in den sichersten Händen liegen. Zwar weigerte sich Pavel Durov, dem russischen Staat die Daten auszuhändigen. Jedoch sollte allein die Tatsache beunruhigen, dass es überhaupt so weit kommen konnte und es ihm technisch möglich war, dies auch zu tun. Hier offenbart sich das Problem zentralisierter Messenger-Dienste – selbst bei Telegram, das sich als sichere Alternative zu WhatsApp vermarktet.

Einen Lösungsansatz könnte die Blockchain bringen, die der Messenger-Plattform als Intermediär die Kontrolle der Datenströme entzieht. Das viel zitierte Vertrauen in Mittelsmänner will man so durch das Vertrauen in die Technologie ersetzen. Eine solche Version eines kryptografisch gesicherten Messenger-Dienstes hat das Düsseldorfer Blockchain-Start-up Crypviser nun auf den Markt gebracht. Die App arbeitet mit einer End-to-End-Verschlüsselung und einem Authentifizierungsmodell, bei dem sich die Nutzer gegenseitig durch Blockchain-Transaktionen identifizieren.

Datensicherheit und Datenschutz bleiben auch in Zukunft zentrale Themen in Politik und Gesellschaft. Daten werden als Rohstoff immer wichtiger und der Schutz und die Verwaltung der eigenen Daten rückt immer mehr in den Mittelpunkt individuellen Handelns. Blockchain bietet Möglichkeiten, sich der Kontrolle der eigenen Daten zu entziehen – seien es durch Staaten, Konzerne oder sonstige Mitleser.

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