Kanadischer Energieversorger lockt zu viele Miner an

Kanadischer Energieversorger lockt zu viele Miner an

Vor wenigen Wochen hat Hydro-Québec Miner, ein kanadischer Energieversorger, dazu aufgerufen, in die Provinz Québec überzusiedeln, um die regionale Wirtschaft anzukurbeln. 5.000 Megawatt Energie seien hierfür übrig. Nun wurde bekannt, dass der Andrang auf dieses Angebot so groß ist, dass der benötigte Strombedarf nicht gedeckt werden kann.

Die Kampagne, mit der Hydro-Québec Miner in die Region locken wollte, war scheinbar etwas zu erfolgreich. Die Größenordnung, die die interessierten Miner benötigen würden, wäre nicht zu bewältigen. Hydro-Québec werde langfristig nicht in der Lage sein, die erwartete Nachfrage zu decken, gab der Unternehmenssprecher Marc-Antoine Pouliot zu.

Im Laufe der letzten Woche habe sich die Anzahl der Interessenten verdoppelt. 70 potentielle Mining-Projekte wurden bereits angekündigt. Laurrent Feral-Piersens, der mit Minern in der Region zusammenarbeitet, hat angedeutet, dass die bisherigen Interessensbekundungen an Hydro-Québec nur “die Spitze des Eisberges” darstellen. Die Nachfrage in der Mining-Industrie sei noch sehr viel höher. Doch was genau zieht die Miner gerade ins kalte Kanada?

China treibt Miner nach Kanada

Hydro-Québec ist zwar der größte Energieversorger Kanadas, aber auch ein schwächelnder. Ein höherer Energieverbrauch in der Region könnte das Überleben des Unternehmens sichern. Laut Eric Martel, CEO von Hydro-Québec, könnten die Miner diverse Vorteile in Kanada erwarten. Zum einen sei der Strom sehr günstig und die Kühlung durch Québecs verschneite Winter nahezu kostenfrei. Zum anderen ist Kanada ein politisch stabiles Land, in dem sich bislang keine Einschränkungen für Miner anbahnen. Die Erwartung eines harten Durchgreifens in China, einer der weltweit größten Quellen des Minens von Kryptowährungen, macht Québec somit zu einem attraktiven Standort für Unternehmen.

Doch auch die lokale Bevölkerung könnte von ansässigen Minern profitieren. Hydro-Québec hat nicht nur versucht, Krypto-Miner in die Region zu holen. Auch Unternehmer wurden angefragt,  Rechenzentren zu errichten – und dadurch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Das Unternehmen schätzt, dass die Region in den nächsten zehn Jahren einen Energieüberschuss von etwa 100 Terawattstunden produzieren wird – das entspricht der Energie, die benötigt wird, um 6 Millionen Haushalte für ein Jahr zu versorgen. 

Die Miner, die sie riefen…

David Vincent, Director of Business Development bei Hydro-Québec, sagte kürzlich: “Von den weltweit fünf größten Blockchain-Playern haben wir mindestens drei oder vier.” Wer das genau sein sollte, erläuterte er aber nicht. Reuters berichtete jedoch erst kürzlich, dass der Mining-Hardware-Hersteller Bitmain über eine Reihe potenzieller Standorte in Québec diskutiert habe. Das größte Mining-Unternehmen könnte also zu jenen gehören, die nach Kanada übersiedeln wollen.

Hydro-Québec will angesichts der enormen Nachfrage seine kommerzielle Energiestrategie überdenken. Das Unternehmen wird nicht in der Lage sein, alle Projekte zu versorgen. Absagen werde man aber vorerst nicht erteilen. Angesichts der optimistischen Prognosen zum zukünftigen Energieüberschuss, scheint der Versorger noch einiges in petto zu haben. Es besteht also doch noch die Möglichkeit, dass Kanada sich zu einem der größten Mining-Pool-Zentren erheben könnte – und China damit ablöst.

BTC-ECHO

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