IOTA MasterCard meldet Patent für Zahlungsystem auf Tangle-Basis an

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

Grafik: IOTA-Logo

Quelle: Shutterstock

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MasterCard hat ein weiteres Blockchain-Patent eingereicht. Unter Verwendung eines Tangle soll ein System für die Abrechnung von Mikrozahlungen bei gemeinschaftlich genutzten Geräten entwickelt werden.

Der asiatische Arm des Kreditkartenriesen MasterCard hat ein Abrechnungssystem für Mikrozahlungen patentiert. Der Patentantrag benennt als technischen Unterbau ein „transparentes Datenverarbeitungssystem“ und spricht dabei ausdrücklich von „einem Tangle oder einer Blockchain“. Gute Nachrichten für IOTA?


Das Dokument mit dem Titel „Method and System for Device Micropayment Aggregation based on Tangle Network“ veröffentlichte das Europäische Patentamt am 20. August. Es sei jedoch gesagt, dass der namentlichen Nennung des Tangles zum Trotz, MasterCard nicht zwangsweise den DAG von IOTA nutzen wird. Dass der Zahlungsdienstleister eine vergleichbare technische Lösung entwickelt, ist zumindest denkbar.

Tangle-basiertes Bezahlsystem für geteilte Geräte

Während das Patent in Sachen Technik bewusst vage gehalten ist, werden zumindest die Anwendungsfälle für das Bezahlsystem deutlich gemacht. Im Fokus von MasterCard stehen danach Geräte, die vielen Nutzern zugänglich sind. Man denke hier etwa an Drucker und Scanner in Bibliotheken oder Maschinen in Mitmachwerkstätten.

Die Abrechnung für die Nutzung dieser Geräte erfolgte bislang entweder über das Erheben von Pauschalsummen oder über verschiedene Prepaid-Modelle. Während die gezahlte Summe im ersten Fall am tatsächlichen Gebrauch vorbeigehen kann, attestiert MasterCard bei der Prepaid-Variante eine unnötige Einschränkung des Nutzerverhaltens.

Das Patent verspricht die Kreditkartenfirma folglich ein simpleres, gerechteres und transparenteres Zahlungssystem. Alle relevanten Nutzungsdatendaten, wie die Nutzeridentität und Angaben zur tatsächlichen Gerätenutzung, sollen dafür in einem Tangle gespeichert werden. Nach einem bestimmten Zeitintervall kalkuliert das System die entstandenen Kosten, die der Benutzer über verschiedene Zahlungswege begleichen kann.

Der Zahlungsdienstleister beteiligt sich in Sachen Blockchain-Technologie weiterhin an der Nachwuchsförderung. Im Februar trat es einer Blockchain-Bildungsinitiative bei, der auch Ripple und Binance angehören.

MasterCard und Visa treffen auf die Krypto-Welt

Jenseits des Interesses an Blockchain und Tangle hat MasterCard auch beim Thema Kryptowährungen ein Wörtchen mitzureden. Im Juli gab das Unternehmen bekannt, seinen Partnern künftig Karten für sichere Krypto-Zahlungen bereitstellen zu wollen. Mit im Boot sitzt der Zahlungsdienstleister Wirex. Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden im Alltag mittelbare Zahlungen mit Bitcoin und Co. Die Wirex-Plattform tauscht die gewählte Kryptowährung dabei beim Bezahlvorgang automatisch in die jeweilige Landeswährung um.

Im asiatisch-pazifischen Raum hatte Wirex zuvor bereits mit Visa kooperiert. Der größte MasterCard-Konkurrent ist ebenfalls im Krypto-Bereich aktiv. Er reichte beispielsweise einen Patentantrag auf einen zentralverwalteten Stable Coin ein. Ob dieser jemals das Licht der Welt erblickt, bleibt ähnlich wie bei den MasterCard-Projekten fraglich.

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