ICO-Studie: Wale verdrängen kleine Fische

Quelle: Whale Shark Swimming via Shutterstock

ICO-Studie: Wale verdrängen kleine Fische

Immer mehr institutionelle Investoren beteiligen sich an ICOs. Das hat ein Quartalsbericht der ICO-Bewertungsseite icorating.com ergeben. Die Zahl der Privatanleger nimmt indes ab. 

Die ICO-Marktanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass im zweiten Quartal (Q2) dieses Jahres rund 8,36 Milliarden US-Dollar in Initial Coin Offerings geflossen sind. Das bedeutet einen Zuwachs von 151 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal (Q1) 2018, in dessen Verlauf ICOs rund 3,33 Milliarden US-Dollar einsammeln konnten. Als Hauptursache für den Anstieg nennt der Report dabei das einjährige ICO von EOS, das am ersten Juni endete und rund 4,2 Milliarden US-Dollar einspielte.

Im Jahresvergleich hat sich das Investitionsvolumen verzehnfacht. So verbucht das laufende Jahr ein Gesamtinvestitionsvolumen von 11.690.981.663 US-Dollar. Ohne das ICO von EOS beträgt der Zuwachs immerhin noch das 6,4-fache der ersten beiden Quartale des Vorjahrs. Dabei konnte rund die Hälfte der in Q2 angesetzten ICOs nicht mehr als 100.000 US-Dollar einsammeln. Letztes Jahr lag diese Zahl für Q1 und Q2 noch bei 13 Prozent.

Mehr als die Hälfte der ICOs ist gescheitert

Der Report kommt weiter zu dem Ergebnis, dass rund 55 Prozent der Projekte im zweiten Quartal 2018 ihr Investitionsziel nicht erreicht haben — 5 Prozent mehr, als noch in Q1. 17 Prozent der ICOs konnten zwischen einer und fünf Millionen US-Dollar einsammeln. Zwölf Prozent der Projekte gelang es, zwischen zehn und 25 Millionen US-Dollar zu erzielen. Die Zahl der erfolgreichen ICOs hat sich im Mai gegenüber Januar des Jahres verdoppelt, im Folgemonat jedoch dramatisch abgenommen. ICOrating definiert ein ICOs als “erfolgreich”, wenn das SoftCap erreicht oder mehr als 500.000 US-Dollar eingesammelt werden konnten. Am besten schnitt im Q2 der Zahlungsdienstleister PumaPay ab. Mit 117 Millionen US-Dollar lässt PumaPay den Zweitplatzierten, Flashmoni (72 Millionen US-Dollar), weit hinter sich.

Token über Token

Unter den verschiedenen Arten von Token dominierten im zweiten Quartal die Service Token. Bei 42,5 Prozent der im Q2 abgeschlossenen ICOs ging es um die Ausgabe von Service Token. Ein Service Token dient als projektinterne Währung und kann (sofern er auf der Ethereum-Blockchain basiert) gegen ETH ausgetauscht werden, ohne dem Produkt dabei zu schaden. Mit 35,37 Prozent am zweithäufigsten waren Utility Token. Utility Token erfüllen eine Aufgabe innerhalb eines Protokolls, ihr Verkauf ist elementar für die Funktionalität eines Projektes. Häufig tauchen die Token von EOS und VeChain in diesem Zusammenhang auf.

Es waren Projekte mit Utility Token, die im zweiten Quartal mit Abstand am meisten Gelder einsammeln konnten: Insgesamt 22 Millionen US-Dollar. Am wenigsten Investitionsgelder flossen in Projekte mit Vote Token (Token, die Stimmrechte zusichern), gefolgt von Security Token (Token, die beispielsweise durch das Versprechen von Unternehmensanteilen abgesichert sind). Obwohl lediglich 1,36 Prozent der Projekte eine “reine” Kryptowährung angeboten haben, konnten diese mit rund 7,5 Millionen US-Dollar Platz zwei der erfolgreichsten Token-Arten des Q2 belegen.

Finanzdienstleistungen dominieren im Branchenvergleich

Finanzen, Gaming, Infrastruktur: Das sind die drei Branchen, für die ihm zweiten Quartal 2018 die meisten ICOs abgehalten wurden. Dabei konnten Projekte mit Fokus auf Finanzdienstleistungen im Q2 neben Projekten im Bereich Blockchain-Infrakstrukur die meisten Investorengelder auf sich vereinen.

Am rentabelsten: Börsen und Wallets

Am meisten Gewinn indes machten die Anleger mit Projekten, die sich um (Krypto-)Börsen und Wallets drehten.Token aus diesem Sektor erzielten eine durchschnittliche Rendite von satten 914 Prozent. Im Gegensatz dazu wurden bei Projekten mit Fokus auf Investment sowie Bank- und Zahlungsdienstleistungsprojekte, wurden durchschnittlich Verluste von annähernd 50 Prozent verbucht.

Zusammenfassung

Der Report macht drei wichtige Trends für den ICO-Markt im Q2 aus:

  • Der Anteil institutioneller Investoren hat sich stark vergrößert, die Zahl von Privatanlegern sinkt. Das steigert die Ansprüche an ICOs, deren (Nicht-)Erfolg zunehmend von der Zusammenarbeit mit Investmentfonds abhängt.
  • Kryptobörsen nehmen stark wachsenden Einfluss auf den Markt.
  • Es gab eine Verlagerung von öffentlichen hin zu privaten Token Sales

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