ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht

Quelle: Shutterstock

ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht

Die US-Börsenaufsicht SEC hat Initial Coin Offerings (ICOs) schon seit geraumer Zeit im Visier und will diese wie gewöhnliche Wertpapiere regulieren. Sehr zum Leidwesen der Krypto-Industrie, die sich dadurch gegängelt fühlt. Kik, das Unternehmen hinter der gleichnamigen Messenger-App, holt jetzt zum großen Gegenschlag aus – das Urteil könnte weitreichende Folgen haben.

Wie das Wall Street Journal berichtet, will Kik gegen die SEC vor Gericht ziehen und eine Einstufung des 2017 eingeführten Kin-Token als Security-Token (Wertpapier) verhindern. Ted Livingston, der Chef von Kik, sagte, dass er mit seiner Klage einen wichtigen Präzedenzfall schaffen könne und bezeichnete den bisherigen Kurs der US-Börsenaufsicht als „völlig fehlerhaft“.

Kik vs. SEC: „ICO-Regulierung schadet der Wirtschaft“

Im Kern geht es bei dem Streit um die legale und juristische Bewertung von ICOs. Die Börsenaufsicht betrachtet ICOs in der Regel als Wertpapiere – und stellt hohe gesetzliche Hürden auf, um Investoren besser vor den oft riskanten Crowdfunding-Modellen zu schützen. Die Unternehmen, die mit ICOs an den Markt gehen, wollen das umgehen und bezeichnen die Token deshalb als Utility Token. So auch der Kin-Token, der bislang nicht bei der SEC als Wertpapier registriert ist. Genau das will die Börsenaufsicht ändern.

Das Urteil könnte daher nicht nur für Kik als einzelnes Unternehmen, sondern für die ganze Krypto-Industrie weitreichende Konsequenzen haben. Wenn Kik mit der Klage Erfolg hat, könnten andere Firmen nachziehen und die legale Bewertung von ICOs als Security Token anfechten. Das, so Kik-Chef Livingston, würde der ganzen Krypto-Industrie einen „dringend benötigten Innovationsschub bescheren und die Wirtschaft stärken.“

US-Abgeordnete wollen Regulierung von ICOs kippen

Ob die Zivilklage von Livingston Erfolg hat, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Allerdings mehren sich die Stimmen, die das strenge Regime der SEC kritisieren. Das mündete Ende Dezember 2018 im „Token Taxonomy Act“ der beiden US-Kongressabgeordneten Warren Davidson and Darren Soto. Der Gesetzvorschlag sieht vor, dass die Börsenaufsicht nicht jeden ICO als Wertpapier einstufen darf. Damit wolle man die US-Wirtschaft vor Überregulierung schützen und „die führende Rolle des Landes im Krypto-Sektor sicherstellen“.


ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Währenddessen geht die SEC zunehmend härter gegen ICOs vor. In den vergangenen Monaten ermittelte die Börsenaufsicht gegen hunderte Unternehmen und verschickte entsprechende Vorladungen. Der Vorsitzende der SEC, Jay Clayton, wird mit den Worten zitiert: „Ich glaube, jeder ICO, den ich kenne, ist ein Wertpapier.“

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
BIZ ernennt Libra-Kritiker Benoît Cœuré zum Vorsitzenden ihrer neuen FinTech-Abteilung
Regulierung

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat den Weckruf von Libra erhört und bemüht sich nun, FinTech-Lösungen für die Verbesserung des globalen Finanzsystems zu untersuchen. Dazu hat die BIZ einen eigenen „Innovation Hub“ gegründet – und mit dem Zentralbanker Benoît Cœuré einen ausgemachten Libra-Skeptiker zum Chef der neuen Abteilung gemacht.

ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
Tunesiens Zentralbank gibt digitale Währung „E-Dinar“ heraus
Altcoins

Tunesiens Zentralbank hat die Einführung einer digitalen Währung bekannt gegeben. Die Blockchain-Plattform, auf der der E-Dinar gehandelt wird, wird vom russischen Unternehmen Universa bereitgestellt. Als erste digitale Währung wird der E-Dinar von einer Zentralbank herausgegeben. Andere Zentralbanken stehen jedoch bereits in den Startlöchern und könnten bald nachziehen. 

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
BIZ ernennt Libra-Kritiker Benoît Cœuré zum Vorsitzenden ihrer neuen FinTech-Abteilung
Regulierung

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat den Weckruf von Libra erhört und bemüht sich nun, FinTech-Lösungen für die Verbesserung des globalen Finanzsystems zu untersuchen. Dazu hat die BIZ einen eigenen „Innovation Hub“ gegründet – und mit dem Zentralbanker Benoît Cœuré einen ausgemachten Libra-Skeptiker zum Chef der neuen Abteilung gemacht.

ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
Schweizer Krypto-Bank SEBA startet operatives Geschäft mit Bitcoin & Co.
Insights

Schweizer Kunden können nun offiziell digitale Anlagen bei der Bank SEBA verwahren. Die Bank hat kürzlich die Lizenz der Finma erhalten und öffnet ihre Pforten nach einer einmonatigen Testphase für Schweizer Kunden. Der Fokus des Bankgeschäfts richtet sich auf die Verwahrung und den Handel digitaler Anlagen und den Umtausch von Krypto- in Fiatwährungen.

ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
Bitcoin-Kurs und -Marktbetrachtung: Startet bald die neue Rallye?
Kursanalyse

Der Bitcoin-Kurs weist ein aufstrebendes Triangle Pattern im Stundenchart auf. Diesem leicht bearishen Sentiment steht die bullishe Divergenz des RSI im Vierstundenchart. Ethereum scheint schlie0lich im Wertepaar ETH/BTC einen Boden erreicht zu haben.

ICO, ICO-Regulierung: Kik bläst zum Großangriff auf US-Börsenaufsicht
Gründer von Blockchain-Konsole Komodore64 verhaftet
Altcoins

Der Gründer von Komodore64 ist in Den Haag verhaftet worden. Sam Narain wird vorgeworfen, Gelder aus dem Konsoleprojekt veruntreut zu haben. Die Spieleplattform mit eigener Kryptowährung (K64) hatte angeblich knapp 78 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten. Laut niederländischen Medienberichten hat das Unternehmen nun Konkurs angemeldet. Von gespielten Investoren, falschen Mitgründern und Brotkästen.

Angesagt

Royal Bank of Canada erwägt eigene Bitcoin-Börse
Blockchain

Während viele Unternehmen an dezentralen Open-Source-Blockchain-Lösungen arbeiten, versucht die Royal Bank of Canada, ihre geplante Bitcoin-Handelsplattform über Patente zu schützen.

Bitcoin: Bakkt öffnet Warehouse für breiteres Publikum
Bitcoin

Der Krypto-Verwahrer Bakkt erhöht stetig seine Reichweite. Mit der aktuellen Erweiterung seiner Custody-Lösung setzt der Bitcoin-Futures-Anbieter weiterhin auf institutionelle Investoren.

Iran: Bittrex-Kunden erhalten eingefrorene Bitcoin zurück
Unternehmen

Die Bitcoin-Börse Bittrex wird iranischen Kunden eingefrorene Gelder zurückzahlen. Das geht aus Berichten in den sozialen Medien hervor.

Tunesiens Zentralbank gibt digitale Währung „E-Dinar“ heraus
Altcoins

Tunesiens Zentralbank hat die Einführung einer digitalen Währung bekannt gegeben. Die Blockchain-Plattform, auf der der E-Dinar gehandelt wird, wird vom russischen Unternehmen Universa bereitgestellt. Als erste digitale Währung wird der E-Dinar von einer Zentralbank herausgegeben. Andere Zentralbanken stehen jedoch bereits in den Startlöchern und könnten bald nachziehen.