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Die Causa Envion: Warum ICOs so gefährlich sind

Quelle: shutterstock, PR

Die Causa Envion: Warum ICOs so gefährlich sind

Das erfolgreichste deutsche ICO-finanzierte Start-up Envion macht hierzulande momentan die Runde in der Medienlandschaft. Zur Zeit des Allzeithochs des Bitcoin-Kurses sammelte man viel Geld ein, das jetzt als verloren gilt. Die Hintergründe.

Es ist Ende 2017. Wir erinnern uns: Der Bitcoin-Kurs klettert in ungeahnte Höhen, die oft zitierte Blase beginnt, Luft zu verlieren. Währenddessen schießen sie überall aus dem Boden – die ICOs. Eine geniale Möglichkeit, um in kurzer Zeit viel Geld einzusammeln. Oder um in kurzer Zeit viel Geld zu verlieren. Es ist der Geist Satoshis, der mit den Gespenstern der Dezentralisierung tanzt. Gerade in der Welt der ICOs.

Dort ist es vor allem die Story um Envion, die im deutschsprachigen Raum momentan die Runde macht. Viel Geld scheint den Bach runter gegangen zu sein. Dabei war die Idee gar nicht schlecht.

Der Hintergrund: Mobiles Bitcoin-Mining

Sogenannte „Mobile Mining Units“ waren der Use Case. Mobile Bitcoin-Miner also, die überschüssigen Ökostrom nutzen. Es war die überschüssige Energie von Solar-, Wind oder Wasserkraftanlagen, die für Bitcoin-Mining verwendet werden sollte. Bei einem Bitcoin-Kurs von bis zu 20.000 US-Dollar kein schlechtes Geschäft.

Da lag der virtuelle Börsengang nicht fern, ein ICO musste her. Laut Informationen des Handelsblatt tat sich das Team von Envion rund um Michael Luckow dazu mit Matthias Woestmann von Quadrat Capital zusammen, um noch mehr Geld für das Projekt einsammeln zu können.

Und plötzlich war das Geld weg

So gelang es Envion, bis zum Januar 2018 von 30.000 Anlegern insgesamt 100 Millionen US-Dollar einzusammeln. Allerdings habe es dabei, wie das Handelsblatt weiter berichtet, weder Geschäftsbetrieb noch Umsätze gegeben. Das wiederum rief die Staatsanwaltschaft Berlin auf den Plan – diese ermittelt nun unter anderem wegen Computerkriminalität.

Auch innerhalb des Teams gab es ein Zerwürfnis – so soll Matthias Woestmann seinen Firmenanteil über geschickte Aktiengeschäfte von 31 auf 81 Prozent erhöht haben.

Wenig bis keine tatsächliche Nutzung bei hohem Marketinganteil – das scheint nach wie vor das Erfolgsrezept bei vielen ICOs zu sein. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist da nicht immer einfach. Doch wer war für all das clevere Marketing zuständig? Hier kommt ein weiteres deutsches Unternehmen ins Spiel – Paranoid Internet.

Paranoid Internet: Die PR-Agentur

Paranoid Internet nahm Envion unter ihre Fittiche. Die Agentur sorgt laut ihrer Homepage dafür, dass die Ideen ihrer Kunden „ins Rampenlicht“ rücken und bietet ihnen dafür „solides wirtschaftliches Wissen“ sowie „business intelligence“ an. Außerdem versprechen sie ihren Kunden, die aktuelle „digitale Transformation“ in ihrem Kontext zu verstehen, sowie „moderne Technologien“ in die Geschäftsmodelle ihrer Kunden zu integrieren. Kurz gesagt: FinTech-Marketing vom Feinsten.

Auf der privaten Homepage von Paranoid-Internet-CEO Dennis Weidner erklärt er, dass er uns einen Eindruck davon vermitteln wolle, was es heißt, Gründer zu sein. Das könnte er jetzt in aller Härte zu spüren bekommen. Denn die Ermittlungen laufen momentan in alle Richtungen – da muss sich auch Paranoid Internet hüten. Gegenüber BTC-ECHO distanziert sich Dennis Weidner jedoch von den Vorgängen bei Envion:

„Die Mitarbeiter der Paranoid Internet hatten zu – internen Vorgängen – bei Envion keinen Einblick. Die Paranoid Internet hat bei Teilen der Crypto PR & Marketing unterstützt, als Agentur, bis Ende 2017. Die Envion AG und Paranoid Internet pflegen keine Geschäftsbeziehung seit Abschluss des Auftrages. Unsere Mitarbeiter arbeiten täglich mit Herzblut für den Erfolg einer Kunden-Kampagne. Als Agentur ist man auf die wahrheitsgemäße Informationsgabe durch Kunden angewiesen. Die Umstände finden wir dennoch enttäuschend für die Szene. Jedoch möchten wir uns kein Urteil darüber erlauben, wer hier welche Ziele verfolgt hat. […]“

Fest steht: Vorsicht bei ICOs.

BTC-ECHO

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