FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO

Quelle: Shutterstock

FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO

Allen voran das Treffen der G20-Finanzminister gibt uns einen Einblick in den möglichen Umgang mit Bitcoin und Co. Das Credo: Man strebe ein multilaterales Regelwerk an. Auf der anderen Seite dürften bald erscheinende Leitlinien der Financial Action Task Force für strengere Regelungen im Umgang mit Krypto-Börsen sorgen. 

Das Wichtigste der Woche im Regulierungs-ECHO.

Financial Action Task Force (FATF) will strenge Regeln für Bitcoin-Börsen

Die FATF verabschiedet ihre geplanten Richtlinien zur Regulierung von Bitcoin & Co. am 21. Juni. Und die haben es in sich. Branchenbeobachter wie Eric Turner vom Krypto-Thinktank Messari, sprach etwa von „der größten Bedrohung für Krypto heute“.

Die Anti-Geldwäsche-Behörde FATF sieht vor, dass Mitgliedsstaaten Krypto-Exchanges verpflichten, Transaktionsinformationen über Empfänger und Absender von Bitcoin-Transaktionen, die das Volumen von 1.000 US-Dollar übersteigen, an die Zahlungsdienstleister weiterzuleiten. Aufgrund der technologischen Struktur der Blockchain ist dies allerdings nur sehr schwer möglich. Schließlich sind Transaktionsdaten meist zumindest pseudonym.



Die Lösung wäre laut John Roth, Chief Compliance and Ethics Officer bei der Bitcoin-Börse Bittrex, etwa ein paralleles Krypto-System zwischen allen Exchanges aufzubauen.

Entweder wird eine vollständige und grundlegende Umstrukturierung der Blockchain-Technologie erforderlich sein, oder es wird ein globales paralleles System benötigt, das sozusagen unter den etwa 200 Börsen der Welt aufgebaut werden muss.

Booz Allen Hamilton gibt Blockchain-Empfehlungen für Staaten

Wie kann man die Blockchain in der Verwaltung einsetzen? Dieser Frage geht die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton in einem kürzlich veröffentlichten Report nach.

Sie liefern dafür fünf Leitfragen, die sich Entscheider stellen sollten:

  • Bietet Blockchain einen wirklichen Vorteil für die Informationssicherheit, die Transparenz von oder das Vertrauen in die betreffende Struktur?
  • Kann die Blockchain praktikabel und effizient angewandt werden?
  • Welches Blockchain-Design ist angemessen?
  • Stehen die Anschaffungskosten einer Blockchain-Lösung in einem akzeptablen Verhältnis zu den Informationsgewinnen?
  • Bewegt sich die Implementierung im Rahmen geltender Datenschutzgesetze?

Vor allem im Gesundheitssektor können diese Fragen meist mit Ja beantwortet werden.

Allerdings fällt das Fazit doch eher nüchtern aus:

Ob Blockchain eine erfolgreiche Anwendung für Regierungszwecke wird, bleibt unklar. Aktuell ist die Anwendung von Blockchain für staatliche Programme und Ausführungen begrüßenswert, wenn sie im Bereich des Möglichen liegt.

G20-Finanzminister zeigen Offenheit für Kryptowährungen

Am Wochenende des 8. und 9. Junis fand im japanischen Fukoka das Gipfeltreffen der G20-Finanzminister statt. Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz war zugegen. Neben Themen wie Steuerflucht besprach man auch den regulatorischen Umgang mit Kryptowährungen wie Bitcoin. Erstaunlicherweise liest sich das Abschlusskommuniqué erfrischend liberal:

Technologische Innovationen, inklusive denen, die Krypto-Anlagen zugrunde liegen, können bedeutende Vorteile für das Finanzsystem liefern und damit die Wirtschaft bereichern.

Natürlich wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gipfels nicht müde, abermals auf die klassischen Vorwürfe wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu rekurrieren.

Darüber hinaus findet der Bericht des Financial Stability Board (FSB), in dem sich der Finanzstabilitätsrat zu den Auswirkungen von Distributed-Ledger-Technologien auf die internationale Finanzstabilität äußert, ausdrücklich Unterstützung. Die FSB warnt zwar vor Kapitalkonzentration in digitalen Finanzsystemen, stellt aber auch Stabilisierungspotenzial von dezentralen Finanztechnologien für die internationale Wirtschaft fest.

Ferner strebe man eine internationale Kooperation in Sachen Krypto-Regulierung an. Man scheint verstanden zu haben, dass Bitcoin ein globales Phänomen ist. Immerhin.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
Größer, besser, Bitcoin SV?
Kolumne

Craig Wright und sein Team versuchen mit aller Gewalt, ihre Vision durchzusetzen. Dabei haben sie den Anspruch, Bitcoin in seiner Reinform zu vertreten. Obendrein will Wright der wahre Satoshi Nakamoto sein. Von Konsens keine Spur. Die Lage am Mittwoch.

FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
„Blockchain in zehn Jahren überflüssig – Dank IOTA“
Kolumne

Ein IOTA, sie zu knechten? IOTA-Mitgründer David Sonstebo sieht kein Krypto-Projekt, das IOTA das Wasser reichen könnte. Der Overstock CEO Jonathan Johnson sieht ebenfalls noch wenig Marktreifes. Unterdessen will „Crypto Mom“ Hester M. Peirce in Übersee eine Regulierung erreichen, die weniger abschreckend auf Blockchain-Start-ups wirkt.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
Bitcoin Cash: Kommt die Mining-Steuer?
Altcoins

Ein Teil der Bitcoin Cash Miner plant die Einführung einer Art Mining-Steuer. Der zugehörige Fonds soll helfen, das Ökosystem stabil zu halten und die Infrastruktur weiterzuentwickeln.

FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
Hamburg Energie testet Blockchain-Plattform für dezentrale Energieversorgung
Insights

Dürreperioden, Waldbrände, Gletscherschmelze: Der Klimawandel zeigt sich von vielen Seiten. Die Problemlösung hängt maßgeblich von einer gelingenden Energiewende ab. Der städtische Energieversorger Hamburg Energie hat nun eine blockchainbasierte Plattform entwickelt, die überschüssigen Industriestrom wieder brauchbar macht.

FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
Ebbe bei Ripple: XRP-Verkäufe um 80 Prozent gesunken
Ripple

Schwere Zeiten für Ripple. Ein Marktbericht zum vierten Quartal 2019 belegt drastische Einbrüche verkaufter XRP. Dennoch stellt 2019 das erfolgreichste Wachstumsjahr des Unternehmens dar.

FATF, FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO
CryptoPunks – Einzigartige Pixel auf der Blockchain
Blockchain

CryptoPunks, der Kunstmarkt und die Blockchain-Technologie: die Chancen der Blockchain-Technologie.

Angesagt

Bitcoin-Dominanz fällt weiter
Kursanalyse

Die bullishe Konsolidierung am Gesamtmarkt lässt die Kurse von Bitcoin und den Altcoins aktuell leicht zurückkommen. Der bullishe Rallye-Ausbruch am Gesamtmarkt ist temporär vertagt, aber weiterhin nicht vom Tisch.

Deloitte-Bericht zeigt ein halbes Dutzend Herausfordeungen für Libra auf
Insights

Facebooks Libra-Projekt schlägt weiterhin hohe Wellen. Nachdem der Coin schon das Licht der Finanzwelt hätte erblicken wollen, haben Regulierungsbehörden dies zu verhindern gewusst. Wie es um die Chancen des scheinbar in Scherben liegenden Projekts bestellt ist, diskutiert ein aktueller Bericht von Deloitte.

Korrelation am Krypto-Markt: Alle Augen auf Ethereum
Ethereum

Während viele Beobachter Bitcoin für das Zugpferd am Krypto-Markt halten, hat es sich herausgestellt, dass es Ether (ETH) ist. Zumindest in Sachen Korrelation. Das geht aus einer aktuellen Studie der Krypto-Exchange Binance hervor.

Mit Kryptowährungen Gutes tun: Spenden für Buschfeuer in Australien
Funding

30 Tote und rund eine Milliarde verendete Tiere – so die erschütternde Bilanz der jüngsten Waldbrände in Australien. Die verheerenden Großfeuer hinterließen unzählige Opfer, die jetzt vor dem Nichts stehen. Einige der Hilfsorganisationen akzeptieren auch Spenden in Bitcoin & Co. Ein wunderbares Beispiel für die Adaption von Kryptowährungen – und leider auch eine Gelegenheit für Cyberkriminalität.

FATF fordert Überwachung von Bitcoin-Börsen: Das Regulierungs-ECHO