Ethereum vs. EOS: Sind dApps die Programme der Zukunft oder Brückentechnologie?

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Ethereum vs. EOS: Sind dApps die Programme der Zukunft oder Brückentechnologie?

Erst Geld, dann Smart Contracts und nun dApps. Wie sich Ethereum und EOS einen Wettstreit um die am meisten genutzte Plattform für dezentralisierte Anwendungen liefern. 

Smart Contracts. Die beiden bekanntesten Plattformen für Smart Contracts sind Ethereum und EOS. Ein anschauliches Bild eines Smart Contracts liefert beispielsweise ein Getränkeautomat. Der Automat bekommt vom Kunden zwei Stimuli: Zuerst wirft der Kunde Geld ein und anschließend drückt er den entsprechenden Knopf. Das passende Getränk kommt aus dem Automaten. Ein Verkäufer ist überflüssig. Der Automat erkennt den Geldbetrag, gibt das passende Wechselgeld und liefert das Produkt.

Standortbestimmung

Mit Hilfe von solchen Smart Contracts können auch dezentralisierte Applikationen, kurz dApps, entwickelt werden. So entstehen derzeit etwa 180 dieser dApps monatlich. Ein Blick auf das Hauptverzeichnis dieser Branche, stateofthedapps.com, verrät, dass es derzeit 2031 aktive Anwendungen gibt. Allein für Ethereum-dApps wurde die Anzahl der Entwickler auf 250.000 geschätzt. Demgegenüber stehen 141.300 monatliche User für alle aktiven dApps, ungeachtet der Plattform. Bereits hier wird deutlich, dass es sich um eine noch sehr junge Spielwiese handelt. Auch was die Entwicklungen angeht hat Ethereum die Nase mit etwa 105 neuen dApps pro Monat vorn. Lediglich in der Anzahl der User schlägt EOS die Nummer zwei aller Kryptowährungen, auch wenn das an anderer Stelle angezweifelt wurde.

Hauptfelder

Im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie dürfte es nicht überraschen, dass sich im Spielebereich die meisten Entwicklungen abspielen. Etwa ein Viertel aller dApps stellen Games dar. Eines der erfolgreichsten heißt CryptoKitties, das auf Ethereum läuft. In puncto Nutzung scheint das Feld der Cloudspeicherung mit über 100.000 monatlichen Nutzern am vielversprechendsten zu sein. Neben den auf Ethereum basierenden Projekten StorJ und X Cloud, bei denen es sich um dApps handelt, leistet auch die eigenständige Plattform Siacoin einen solchen Dienst. Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt ist Steemit, das im Ranking der dApps auf Platz 1 gelistet ist. Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk à la Reddit, das die Nutzer mit der dazugehörigen Währung Steem Dollars belohnt, wenn ein Post geteilt, gelesen oder mit einem Daumen nach oben versehen wird.

Woran es noch hakt

Dass in der Entwicklung solcher dApps ein enormes Potenzial steckt, dürfte an der schieren Masse der daran arbeitenden Experten und ebenso an den täglich neu entstehenden Produkten deutlich geworden sein. Warum aber sind die User dann so zurückhaltend? Smartphones, Play Store und Apple Store sind Technologien, die bereits im kollektiven Bewusstsein angekommen sind. Eine App wie der verschlüsselte WhatsApp-Konkurrent Signal ist mit wenigen Klicks installiert. All das ist bei dApps weit entfernt von der Realität. Will man beispielsweise CryptoKitties spielen, muss man ETH kaufen und transferieren und dann ein Add-On für den Browser installieren – eine vergleichsweise anspruchsvolle Aufgabe. Ein weiteres Problem liegt im Limit der Transaktionen pro Zeiteinheit. Sobald man in der jeweiligen dApp eine Handlung ausführt, sagen wir in CryptoKitties eine Katze zum Verkauf anbietet, geht ein Quäntchen der Kapazität des genutzten Netzwerks flöten.

Fazit

Ähnlich wie die gesamte Blockchain-Technologie noch in ihren Kinderschuhen steckt, stecken natürlich auch die dApps noch in ihren. Sicherlich sind viele Entwicklungen überflüssige Spielereien, doch in jedem Spiel steckt Erkenntnis, erst recht in dessen Entwicklung. In jedem Fall steigt das KnowHow und damit die Kunstfertigkeit. Warum die neue Technik nicht also auf spielerische Weise unter die Menschen bringen mit digitalen Hauskatzen von Cryptokitties? Oder mit dem Versprechen für seine Kommentare Geld zu bekommen, wie es Steemit macht?

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