EOS: Nur 37 Prozent aktive Accounts, Sicherheitslücken bei 27 dApps entdeckt

Quelle: Shutterstock

EOS: Nur 37 Prozent aktive Accounts, Sicherheitslücken bei 27 dApps entdeckt

Der vermeintliche „Ethereum-Killer“ EOS hat offenbar deutlich weniger aktive Nutzer als angenommen. Darüber hinaus sollen 27 dApps über signifikante Schwachstellen verfügen. Diese erlaubten es Hackern, innerhalb der letzten sechs Monate EOS-Token im Wert von rund 740.000 US-Dollar zu ergaunern.

EOS ist angetreten, um Ethereum als die Blockchain-Plattform für die Entwicklung dezentraler Apps (dApps) abzulösen. Das „Blockchain-Betriebssystem“, in dem der umstrittene Delegated-Proof-of-Stake-Konsenmechanismus zum Einsatz kommt, erfreut sich besonders bei der chinesischen Regierung großer Beliebtheit. So führt EOS seit dem Launch im Juni dieses Jahres das von dem regierungsnahen CCID (Centre for Information Industry Development) Krypto-Ranking an. Das CCID begründet seine Wertschätzung für EOS unter anderem mit dessen großer „Aktivität im Bereich der technologischen Innovation“ und lobt ihn als „neue Generation der öffentlichen Blockchain“. Kritiker bezweifeln indes, dass es sich bei EOS um eine Blockchain im eigentlichen Sinne handelt, da die kryptographische Verifizierung von Transaktionen zwar implementiert, jedoch nicht Kernbestandteil der Plattformarchitektur ist. Tests von White Block konnten zudem die propagierten 5.000 bis 1.000.000 Transaktionen pro Sekunde selbst unter Idealbedingungen nicht einmal ansatzweise nachweisen.

Sicherheitsmängel bei 27 dApps

Wie Blockchain Truth berichtet, scheint sich auch bei der Zahl der aktiven User eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzutun. Analysten der Blockchain Security Firma PeckShield haben die Plattform unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass lediglich 37 Prozent der über 500.000 Accounts aktiv geführt werden. Bei 23 Prozent der Accounts handelt es sich um Gruppenaccounts. PeckShield hält es für wahrscheinlich, dass die Gruppenaccounts von Bounty Hunters und Klick-Farmen benutzt werden. Vor allem letzteres sei eine besorgniserregende Entwicklung für das Ökosystem. So hole EOS zwar bei der Zahl der dApps gegenüber Ethereum zwar deutlich auf. Allerdings scheint es eine große Anzahl an Fake-Accounts zu geben, die die User-Zahlen künstlich nach oben treiben. Bei der Glücksspiel-dApp BetDice sollen von 35.000 täglichen Usern bis zu 33.000 auf Fake-Accounts zurückgehen.

Lies auch:  EOS-Studie: Keine „echte“ Blockchain

Peckshield stellte außerdem bei 27 dApps Sicherheitslecks fest. Allerdings soll der Fehler dabei bei der Programmierung der dApps liegen, nicht bei der EOS-Plattform selbst. Hacker hätten diese Schwachstellen gezielt ausfindig gemacht, ausgenutzt und auf diese Weise rund 400.000 EOS-Token (bei derzeitigem Kurs etwa 687.000 Euro) erbeutet. Bleibt zu hoffen, dass der weltweite Hackathon, dessen Finale in Kapstadt stattfinden wird, einige dieser Lecks zu stopfen vermag.

BTC-ECHO

Anzeige

Ähnliche Artikel

IOTA-News: Mit gutem Ruf gegen böse Nodes
IOTA-News: Mit gutem Ruf gegen böse Nodes
Altcoins

Das IOTA-Entwicklerteam setzt bösartigen Nodes ein Reputationssystem entgegen. Damit soll es möglich werden, gewisse Nodes zu bewerten und damit als „vertrauenswürdig“ einzustufen.

Ethereum hat ein Zentralisierungsproblem
Ethereum hat ein Zentralisierungsproblem
Ethereum

Um den Bitcoin-Nachfolger Ethereum ist es momentan nicht bestens bestellt.

Nach Cryptopia-Hack: Wie sicher sind Bitcoin-Börsen?
Nach Cryptopia-Hack: Wie sicher sind Bitcoin-Börsen?
Invest

Krypto-Börsen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit – daran haben auch zahlreiche Hacks wenig geändert.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Neon Apotheke: Die Bitcoin-Apotheke
    Neon Apotheke: Die Bitcoin-Apotheke
    Sponsored

    Liebe Coin-Szene, liebe BTC-ECHO-Leser, liebe Miner und Krypto-Enthusiasten, zunächst möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Andreas Neumann-Dudek und ich leite seit dem 20.11.2006 die Neon Apotheke in Düsseldorf Lierenfeld.

    Chain Split bei Ethereum: 10 Prozent der Miner verwenden Constantinople
    Chain Split bei Ethereum: 10 Prozent der Miner verwenden Constantinople
    Blockchain

    Im Ökosystem von Ethereum lässt sich momentan eine Art Mini-Chain-Split beobachten.

    Roboter malt Kunstwerk, kauft Farben und bezahlt Rechnungen – Ethereum macht’s möglich
    Roboter malt Kunstwerk, kauft Farben und bezahlt Rechnungen – Ethereum macht’s möglich
    Insights

    Auch wenn längst nicht jeder Science-Fiction-Filme schaut, begegnen uns Roboter immer häufiger im Alltag.

    IOTA-News: Mit gutem Ruf gegen böse Nodes
    IOTA-News: Mit gutem Ruf gegen böse Nodes
    Altcoins

    Das IOTA-Entwicklerteam setzt bösartigen Nodes ein Reputationssystem entgegen. Damit soll es möglich werden, gewisse Nodes zu bewerten und damit als „vertrauenswürdig“ einzustufen.

    Angesagt

    Ethereum hat ein Zentralisierungsproblem
    Ethereum

    Um den Bitcoin-Nachfolger Ethereum ist es momentan nicht bestens bestellt.

    Binance.je: Europäischer Ableger legt holprigen Start hin
    Invest

    Die europäische Binance-Tochter binance.je gab in der Nacht zum 16.

    OpenSC: Mehr Transparenz im Konsum? WWF und BCG machens möglich
    Blockchain

    In Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group lanciert WWF-Australia eine Blockchain-Implementierung für mehr Transparenz in der Lebensmittelbranche.

    Newspack: WordPress setzt auf Blockchain
    Blockchain

    WordPress soll eine Bezahlfunktion via Blockchain und Kryptowährungen bekommen. Damit will man die Bezahlung guter Inhalte einfacher gestalten.