EOS: Nur 37 Prozent aktive Accounts, Sicherheitslücken bei 27 dApps entdeckt

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der vermeintliche „Ethereum-Killer“ EOS hat offenbar deutlich weniger aktive Nutzer als angenommen. Darüber hinaus sollen 27 dApps über signifikante Schwachstellen verfügen. Diese erlaubten es Hackern, innerhalb der letzten sechs Monate EOS-Token im Wert von rund 740.000 US-Dollar zu ergaunern.

EOS ist angetreten, um Ethereum als die Blockchain-Plattform für die Entwicklung dezentraler Apps (dApps) abzulösen. Das „Blockchain-Betriebssystem“, in dem der umstrittene Delegated-Proof-of-Stake-Konsenmechanismus zum Einsatz kommt, erfreut sich besonders bei der chinesischen Regierung großer Beliebtheit. So führt EOS seit dem Launch im Juni dieses Jahres das von dem regierungsnahen CCID (Centre for Information Industry Development) Krypto-Ranking an. Das CCID begründet seine Wertschätzung für EOS unter anderem mit dessen großer „Aktivität im Bereich der technologischen Innovation“ und lobt ihn als „neue Generation der öffentlichen Blockchain“. Kritiker bezweifeln indes, dass es sich bei EOS um eine Blockchain im eigentlichen Sinne handelt, da die kryptographische Verifizierung von Transaktionen zwar implementiert, jedoch nicht Kernbestandteil der Plattformarchitektur ist. Tests von White Block konnten zudem die propagierten 5.000 bis 1.000.000 Transaktionen pro Sekunde selbst unter Idealbedingungen nicht einmal ansatzweise nachweisen.

Sicherheitsmängel bei 27 dApps

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Wie Blockchain Truth berichtet, scheint sich auch bei der Zahl der aktiven User eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzutun. Analysten der Blockchain Security Firma PeckShield haben die Plattform unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass lediglich 37 Prozent der über 500.000 Accounts aktiv geführt werden. Bei 23 Prozent der Accounts handelt es sich um Gruppenaccounts. PeckShield hält es für wahrscheinlich, dass die Gruppenaccounts von Bounty Hunters und Klick-Farmen benutzt werden. Vor allem letzteres sei eine besorgniserregende Entwicklung für das Ökosystem. So hole EOS zwar bei der Zahl der dApps gegenüber Ethereum zwar deutlich auf. Allerdings scheint es eine große Anzahl an Fake-Accounts zu geben, die die User-Zahlen künstlich nach oben treiben. Bei der Glücksspiel-dApp BetDice sollen von 35.000 täglichen Usern bis zu 33.000 auf Fake-Accounts zurückgehen.

Peckshield stellte außerdem bei 27 dApps Sicherheitslecks fest. Allerdings soll der Fehler dabei bei der Programmierung der dApps liegen, nicht bei der EOS-Plattform selbst. Hacker hätten diese Schwachstellen gezielt ausfindig gemacht, ausgenutzt und auf diese Weise rund 400.000 EOS-Token (bei derzeitigem Kurs etwa 687.000 Euro) erbeutet. Bleibt zu hoffen, dass der weltweite Hackathon, dessen Finale in Kapstadt stattfinden wird, einige dieser Lecks zu stopfen vermag.

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