Elektronische Frachtbriefe: Reederei Zim lanciert Blockchain-Plattform

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Elektronische Frachtbriefe: Reederei Zim lanciert Blockchain-Plattform

Nach Maersk reiht sich nun auch der israelische Konkurrent Zim in die Liste der blockchainaffinen Logistik-Unternehmen ein. „Elektronische Frachtbriefe“ lautet das Zauberwort. Vom Sinn der Modernisierung einer Industrie und der Bedeutung für die Blockchain.

Sage und schreibe 90 Prozent des weltweiten Handels (Stand: 2005) werden über Containerschiffe abgewickelt. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre eine globale Welt ohne die Metallriesen auf unseren Weltmeeren undenkbar. Dabei ist das Verschiffen allein eines einzigen Guts ungeheuer kompliziert. Man denke beispielsweise an nationales und internationales Handelsrecht, an Zollbestimmungen, an Frachtbriefe, an Zeitpläne, an Beladungs- und Löschpläne, kurz: die gesamte Supply Chain. So hängen etwa 30 Personen und mehr als 200 Interaktionen an jedem verschifften Gut – insgesamt ein aufwändiger und teurer Prozess.

Die Supply Chain in der Kritik

Alle komplexen Prozesse sind anfällig für Manipulationen und Betrügereien. Darauf machte in jüngster Zeit auch das internationale Beraternetzwerk BDO in einer Veröffentlichung zum Thema Supply Chain aufmerksam. Das grundlegende Problem lasse sich demnach als Bermuda-Dreieck beschreiben, bestehend aus „Motiv, Gelegenheit und Rationalisierung“. Es gelte die alte Redensart: „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.“ Gerade was die „Gelegenheiten“ angeht, bildet das Schiffsfrachtwesen ein Eldorado für Betrüger, ist hier die Komplexität und die schiere Anzahl der Beteiligten gewaltig. Wie gravierend die Situation tatsächlich ist, lässt sich indes nur erahnen. So beruft sich BDO auf eine Umfrage aus dem 2017 im Economist erschienenen Bericht, demzufolge sich nur rund 30 Prozent der befragten Unternehmen dieser Problematik bewusst sind. Zurecht spricht BDO hier von einem „blinden Fleck“ – insgesamt dürfte damit der ohnehin teure Prozess noch kostenintensiver werden.

Der Weltmarktführer hat vorgelegt

Angesichts dieser veralteten Systeme ist es wenig überraschend, dass das weltweit führende Schifffahrtsunternehmen Maersk aus Dänemark Handlungsbedarf gesehen hat, „die lang erwartete und überfällige Entwicklung“ einzuleiten, so Lars Henneberg von Maersk. Anfang 2017 gab der Weltmarktführer bekannt, mit IBM an einer Blockchain-Lösung für die Supply Chain zu arbeiten. Und gegen Ende des Jahres 2017 verkündete Maersk, dass sie mit dem Blockchain-Unternehmen Guardtime an einer weiteren Blockchain-Lösung für Versicherungsangelegenheiten arbeiten.

Zim zieht nach

Nun zieht das israelische Pendant Zim nach. Das anteilsmäßig elftgrößte Unternehmen der Branche öffnete nach mehr als einem Jahr Pilotprojekt nun seine Plattform für elektronische Frachtbriefe für alle Kunden, so TradeWinds. Zim erwartet damit nicht nur, den auf Papier basierten Prozess zu ersetzen; zudem soll gleichzeitig die gesamte Kommunikation von der Technologie profitieren. Die elektronischen Frachtbriefe erlaubten kürzlich zwei Transaktionen innerhalb von zwei Stunden abzuwickeln, was normalerweise mehrere Tage oder Wochen bräuchte, heißt es auf TradeWinds. Vorerst konzentriere man sich auf Asien, den Süden Afrikas, Nordamerika und den Mittelmeerraum.

Adaption auf dem Vormarsch

Auch andere Branchenvertreter sind indes an der Blockchain-Technologie interessiert. Ein Tochterunternehmen von Abu Dhabi Ports startete letztes Jahr ein Pilotprojekt im Hafen von Antwerpen. Ziele seien die Optimierung der Frachtüberwachung sowie die Erhöhung des Durchsatzes im Handel. In Großbritannien schlossen sich im September 2018 der Hafenbetreiber Associated British Ports mit der Logistikfirma Marine Transport International zusammen. Deren Ziel sei es, den händischen Papieraufwand zu reduzieren. Die Logistik-Branche gehört damit nach wie vor zu den Bereichen, in denen die Blockchain-Adaption am sichtbarsten voranschreitet.

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