Teil 1 Die Dekade des Wandels: 5 Thesen zum Finanzsektor von morgen

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Auf dem Bild ist eine Steinskulptur zu sehen, die ein Dokument mit Thesen emporhebt als Symbol für die Veränderung von dem Finanzsektor

Quelle: Shutterstock

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Kaum ein anderer Sektor steht vor so großen Umwälzungen in den nächsten Jahren, wie der Finanzsektor. Wie diese aussehen könnten, wird im Freitagskommentar als Listicle-Format skizziert. In diesem Teil starten wir mit den ersten fünf Thesen. Der zweite Teil mit den Thesen 6 – 10, erscheint dann nächste Woche Freitag (7. August).

Waren es in der Vergangenheit beispielsweise die Musikbranche oder Zeitungsverlage, die die Internet-Ökonomie schmerzlich erfasst hat, so sind es nun die Banken und traditionellen Finanzdienstleister. Die Digitalisierung des Finanzsektors bekommt insbesondere durch die Blockchain-Technologie und Internetkonzerne wie Facebook oder Google eine enorme Dynamik, die alles in Frage stellt. Auch die makroökonomischen Rahmenbedingungen und existierenden Finanzungleichgewichte bedrohen die bisherige Banken-Ordnung. Wie es in diesem Jahrzehnt weitergehen könnte, sollen die folgenden ersten fünf Thesen versuchen zu beantworten.

These Nr. 1: Radikaler Stellenabbau unabdingbar – Jeder zweite könnte seinen Arbeitsplatz verlieren

Laut Bankenverband gibt es noch 571.000 Beschäftigte bei Banken in Deutschland (Stand 2018) – Tendenz seit Jahren abnehmend. Auch der Job-Futuromat – ein Kooperationsprojekt der Bundesagentur für Arbeit und der ARD – sieht für den Beruf des Bankkaufmannes schwarz. Die Digitalisierbarkeit beziffert man auf 88 Prozent respektive sieben von acht Tätigkeiten stuft man als substituierbar ein. Direktbanken ohne Filialen bereiten schon seit Jahren den Weg vor, der immer weniger personalintensiv ist. Automatisierungen und Standardisierungen von Prozessen durch beispielsweise Smart Contracts oder Robo Adviser sowie eine angepasste Regulierung, die weniger „papierintensiv“ ist, dürften den traditionellen Finanzhäusern große Personalabgänge bescheren.

These Nr. 2: Europa verliert gegenüber den USA weiter an Boden

Der Finanzsektor in Deutschland ist fundamental mit der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg verbunden. Sparkassen und Volksbanken haben eine hervorragende Kreditversorgung der Realwirtschaft geleistet, wie sie es in kaum einem anderen Land gab. Gleichzeitig hat sich die Deutsche Bank in den 90er Jahren aufgemacht zur größten Bank der Welt zu werden. Diese Erfolgsgeschichte gehört spätestens seit der Finanzkrise endgültig der Vergangenheit an. Die Deutsche Bank sowie die Commerzbank sind nur noch ein Schatten ihrer selbst und die soliden Sparkassen und Volksbanken hat der Gesetzgeber durch unnötige Regulierung geschwächt. Gleichzeitig schmilzt die Zinsmarge und drohende Kreditausfälle belasten die aktuellen und zukünftigen Bilanzen der Kreditinstitute.


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Während sich die Aktienkurse der Deutschen Banken auf Talfahrt befinden (weit über 90 Prozent vom Allzeithoch entfernt), können die amerikanischen Banken glänzen. JP Morgan und Goldman Sachs haben sich nach der Finanzkrise schnell erholt und fahren heute Traumgewinne ein. Aktuell fehlt es an Argumenten, warum es Deutschland, aber auch Europa schaffen sollte, verlorengegangenen Boden gegenüber den amerikanischen Banken gut zu machen.

These Nr. 3: Ein Finanzsystem der zwei Dimensionen – Zentral vs. dezentral

Durch die Etablierung der Blockchain–Technologie werden sich in diesem Jahrzehnt immer stärker dezentrale Strukturen etablieren können. Es wird auch weiterhin traditionelle und zentralistisch organisierte Finanzinstitute geben, dennoch wird sich parallel dazu ein dezentraler Finanzsektor herausbilden. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile und können je nach Situation zum präferierten Dienstleister werden.

Die Entwicklung von DeFi zu einem realwirtschaftlich relevanten Sektor – davon kann man aktuell noch nicht sprechen – dürfte als Korrektiv für die traditionelle Finanzwirtschaft dienen und damit letztlich zu einer Stärkung der Verbraucher beitragen. Man muss beispielsweise nicht mehr bei einer Bank für einen Kredit anfragen. Stattdessen kann man sich alternativ auch an ein DeFi-Protokoll wenden. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten könnte DeFi daher als global funktionierendes Auffangnetz zur Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen.

These Nr. 4: Digitales Zentralbankgeld (CBDC) und Token-Infrastrukturen begründen neuen Standard im Finanzsektor

Dass Notenbanken in Zukunft digitales Zentralbankgeld (CBDC) herausgeben werden, das auch in programmierbare Infrastrukturen eingebettet werden kann, ist als quasi sicher einzustufen. Zwar steht die genaue Ausgestaltung noch in den Sternen – zum Beispiel Retail oder Wholesale CBDC – aber die Vorbereitungen laufen bereits. Die chinesische Zentralbank führt bereits Tests in der Praxis durch und auch andere Zentralbanken haben, in der Angst von China abgehängt zu werden, ihre CBDC-Ambitionen verstärkt.

Zusätzlich erhöhen private Stable-Coin-Initiativen wie Facebooks Libra den Druck auf die Notenbanken. Neben technischen Vorteilen ist digitales Geld vor allem notwendig, um künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge oder Virtual Reality – konsequent zu Ende gedacht – umzusetzen. Zudem bietet digitales Zentralbankgeld dem Staat mehr Steuerungs- respektive Eingriffsmöglichkeiten, was als zusätzliche Motivation dienen sollte. Wie bereits durch den eingesetzten Prozess der Bargeldabschaffung angestoßen, bedeutet dies allerdings auch weniger finanzielle Privatsphäre für die Bürger.

These Nr. 5: Maschinen werden zu Bankkunden

Durch den steigenden Grad an Automatisierung wird auch die Machine-to-Machine-Kommunikation immer wichtiger. So werden in Zukunft immer mehr autonome Maschinentransaktionen abgewickelt. Sei es durch eine Paketdrohne oder das autonome Fahrzeug. Bereits heute arbeiten die großen Autohersteller wie beispielsweise Porsche an Car Wallets, also Brieftaschen für Autos, die man für Daten-, aber auch Finanztransaktionen nutzen kann.

Der Mensch, der manuell eine Transaktion initiiert, wird dabei immer seltener. KI-Programme, sei es als Asset-Manager bei Investmentgesellschaften oder in Form von Produktionsmaschinen in einer (Smart) Fabrik, werden nicht nur Informationen, sondern auch (Vermögens-)Werte und Verträge abwickeln. Der ehemals einfachste Finanz-Smart-Contract, der Geldautomat an dem man sein Bargeld zieht, wird in Zukunft noch sehr vielen rein digitalen Smart-Contract-Konstruktionen weichen müssen.

Die nächsten fünf Thesen

Was es mit den Thesen 6 – 10 zum Finanzsektor von morgen auf sich hat, erfahrt ihr im nächsten Freitagskommentar (7. August). Unter anderem wird es um China, die Rolle von Investmentbankern und natürlich die Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley gehen.


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