Deutsche Bank macht winterfest – und tritt JPMorgans Blockchain-Netz IIN bei

Deutsche Bank macht winterfest – und tritt JPMorgans Blockchain-Netz IIN bei

Als jüngstes Mitglied tritt die Deutsche Bank dem Interbank Information Network (IIN) vom Branchenkonkurrenten JPMorgan bei. Über den Austausch von Transaktionsdaten soll das Blockchain-Netz internationale Überweisungen schneller und günstiger gestalten. JPMorgan erhofft sich von dem Beitritt weiteren Zuwachs vonseiten großer Geldhäuser. Die derzeit strauchelnde Deutsche Bank wiederum will sich mithilfe des Netzwerks auf das Zukunftsgeschäft im Bereich von Echtzeitüberweisungen einstellen.

Wer Geld über Grenzen hinweg von einem Land ins andere überweisen will, der braucht nicht selten vor allem eines: Geduld. Oft sind grenzübergreifende Transaktionen besonders deshalb zeitintensiv, weil sie gleichzeitig den Segen verschiedener Banken, Clearing-Stellen oder teilweise sogar Aufsichtsbehörden benötigen. Schneller jedoch wechselt Geld das Konto, wenn die verschiedenen Banken von Beginn an zusammenarbeiten und Überweisungsdaten untereinander austauschen. Diesen Trend hat offenbar auch die derzeit strauchelnde Deutsche Bank für sich erkannt.

Als bisher größtes außenstehendes Mitglied ist der beinahe einzige deutsche Bankenriese nun dem Interbank Information Network (IIN) von Branchenkonkurrent JPMorgan Chase beigetreten. Dies berichtet die US-Finanznachrichten Financial Times am Sonntag, dem 15. September.

Das von der firmeneigenen, Ethereum-basierten Quorum-Technologie gestützte Netzwerk ermöglicht es seinen Mitgliedern, Transaktionsdaten in Echtzeit auszutauschen. Dies soll grenzübergreifende Bezahlungen reibungsloser, günstiger und vor allem schneller machen.

Bisher gehören dem derzeit 320 Mitglieder starken Netzwerk größtenteils Partnerbanken und Kundenbanken des US-Riesen an. Der Beitritt der Deutschen Bank wiederum soll nun jedoch weiterer Großkonkurrenz die Tür öffnen und das Blockchain-Netz fest im internationalen Geschäft etablieren.

Einem Netzwerk, das nur aus JPMorgans Kunden besteht, sind von Natur aus große Hürden gesetzt […]. Der Beitritt der Deutschen Bank – als hoffentlich erste von mehreren großen Banken – wird uns dabei helfen, unsere Präsenz zu steigern,


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

umreißt Takis Georgakopoulos, Tranksaktionschef von JPMorgan, die Expansionsstrategie hinter dem jüngsten Zuwachs. Nur wenn das Netzwerk am Markt allgegenwärtig sei, könne das Projekt Erfolg haben.

Derzeit zählt IIN 65 aktive Mitglieder, weitere 255 haben entsprechende Beitrittserklärungen unterschrieben. Mit Beitritt der Deutschen Bank als Türöffner soll das Netzwerk jedoch nun bereits zum Jahresende die Marke von 400 Mitgliedern knacken, so die Vorstellung der Schirmherren aus New York.

Deutsche Bank in Umbau und Dauerkrise

Wovon sich die Amerikaner einen Coup erhoffen, könnte sich gleichzeitig als wichtiger strategischer Positionswechsel der krisengebeutelten Deutschen Bank erweisen. Zwar gehört die globale Transaktionssparte derzeit noch zu den größten Stärken des Geldhauses. Doch gerade mit Blick auf günstige Sofortüberweisungen könnten die Frankfurter ihre Felle schon bald davonschwimmen sehen.

Zahlreiche FinTech- und Krypto-Unternehmen wie die Bankenplattform R3, welche erst in der vergangenen Woche das Branchenschwergewicht MasterCard in ihre Reihen aufgenommen hat, stehen mit ihren Ideen bereits in den Startlöchern. Vielen von ihnen wollen bei der Abwicklung von Transaktionen ebenfalls Blockchain-Technologie zum Einsatz bringen. Darüber hinaus weiß die Deutsche Bank um Konzernwährungen wie Facebooks umstrittenes Projekt Libra, die bereits in den Startlöchern stehen.

Unsere Wettbewerber sind nicht nur andere Banken, zu ihnen zählen auch neue Player im Markt. Wir müssen effizient genug werden, um reibungslose digitale Prozesse in Echtzeit zu ermöglichen,

beschreibt Ole Matthiessen, Chef der Überweisungssparte der Frankfurter, den Druck steigender Konkurrenz gegenüber der Financial Times.

Zwar konnte sich die Aktie der Deutschen Bank zuletzt wieder erholen. Derweil befindet sich das Geldhaus jedoch weiter in finanzieller Schieflage und verzeichnete zuletzt Rekordverluste. Nachdem sich die Frankfurter bereits im Juli von ihrer Investmentsparte lossagten und seitdem weltweit zahlreiche Mitarbeiter abbauen, scheint sich die Bank mit dem IIN-Beitritt auch im Überweisungsbereich winterfest machen zu wollen.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Blockchain zur sicheren Halal-Zertifizierung von Lebensmitteln
Blockchain zur sicheren Halal-Zertifizierung von Lebensmitteln
Blockchain

Korea Telecom plant die sichere Rückverfolgung von Halal-Lebensmitteln über die Blockchain. Die Konsumenten sollen Sicherheit und Transparenz über Herkunft und Produktionsweise der Produkte erlangen.

UNICEF richtet Spendenfonds auf Ethereum ein
UNICEF richtet Spendenfonds auf Ethereum ein
Blockchain

Am Dienstag, dem 8. Oktober, teilte UNICEF offiziell mit, dass die Hilfsorganisation einen Fonds für Kryptowährungen eingerichtet hat. Spenden können nun mit digitalen Währungen ausgeführt werden. Das Kinderhilfswerk hat bereits einige Anwendungen der Blockchain-Technologie für die Entwicklungsarbeit genutzt.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Ripple-Konkurrenz: Commerzbank fördert Marco Polo
Ripple-Konkurrenz: Commerzbank fördert Marco Polo
Altcoins

Das kalifornische Blockchain-Start-up Ripple will mit seinem XRP Token grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen. Doch damit hat sich das Unternehmen einen hart umkämpften Sektor ausgesucht. Das Marco-Polo-Zahlungsnetzwerk zählt unter anderem die Commerzbank sowie den russischen Stahlgiganten Novolipetsk Steel Company und die Alfa Bank zu seinen Partnern. 

Bitcoin Miner aus Singapur von US-Gericht angeklagt
Bitcoin Miner aus Singapur von US-Gericht angeklagt
Mining

Ein Mann aus Singapur muss sich für die Beteiligung an einem Bitcoin-Mining-Betrug vor Gericht verantworten. Dies entschied das U.S. Department of Justice (DoJ), das Justizministerium der Vereinigten Staaten. Der Mann nutzte gestohlene Identitäten für das Mining von Bitcoin mithilfe Cloud Computing. Bei einer Verurteilung drohen dem Miner 30 Jahre Haft.

SEC: US-Börsenaufsicht stoppt Telegram Token Sale
SEC: US-Börsenaufsicht stoppt Telegram Token Sale
ICO

Die US-Börsenaufsicht stoppt vorzeitig den geplanten Token Sale des Messaging-Dienstes Telegram. Die Securities and Exchange Commission (SEC) stoppt den Telegram-Open-Network-Verkauf (TON-Verkauf), mit dem das Unternehmen bereits mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar eingesammelt hat.

Bitwala im Test: Bitcoin und Bankkonto unter einem Dach
Bitwala im Test: Bitcoin und Bankkonto unter einem Dach
Sponsored

Das Berliner FinTech-Bitwala bietet Tradern eine innovative Kombination aus Bitcoin Wallet, Brokerservice und Bankkonto an. Wir haben die erste Blockchain Banking App „Made in Germany“ unter die Lupe genommen. Fazit: Bitwala lässt die Konkurrenz beim Kauf und Verkauf von Bitcoin in Sachen Geschwindigkeit, Friction Costs und Transparenz deutlich hinter sich.

Angesagt

Bitcoin: „Blind, taub und dumm“ – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

Bitcoin sei mit bewussten Einschränkungen konzipiert worden, meint IOHK-Chef Charles Hoskinson. Indessen erhält Libra, dessen regulatorischer Spießrutenlauf nach Brad Garlinghouse noch bis 2023 andauern könnte, moralische Unterstützung von VanEck-Direktor Gabor Gurbacs. Das Meinungs-ECHO.

Russland: Aus für den Krypto-Rubel?
Politik

Die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, äußerte sich erneut zur angedachten nationalen Kryptowährung. Die Nachforschungen der Autoritäten erlauben kein eindeutiges Urteil darüber. Der Krypto-Rubel scheint jedoch unwahrscheinlicher geworden zu sein. Russland als Beispiel von wankelmütigen Krypto-Coinern.

Regulierungs-ECHO: Irland, Blockchain und der Brexit
Politik

Japan, Irland, Nordirland und (natürlich) die USA sind heute Hauptakteure in unserem Regulierungs-ECHO. Alles, was in der letzten Woche in Regulierungs-Fragen und Bitcoin passiert ist.

Bitcoin-Report September 2019 – Bestandsaufnahme nach dem Kurssturz
Insights

Der Crash vom 24. September riss den Bitcoin-Kurs zwischenzeitlich unter die 8.000-US-Dollar-Marke. Auch wenn er zwischenzeitlich auf rund 8.500 US-Dollar steigen konnte, stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Mit einem Blick auf die Kursentwicklung, auf On-Chain-Aktivität und auf weitere Metriken möchten wir die Situation einschätzen.