DAX-Premiere Der Wohnungskonzern Vonovia gibt digitale Wertpapiere heraus

Paol Hergert

von Paol Hergert

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Paol Hergert

Paol Hergert ist seit Januar 2021 Chef vom Dienst bei BTC-ECHO. Davor schrieb er als Tech-Redakteur für Business Insider und die Computer Bild, nachdem er auf der Axel Springer Akademie das journalistische Handwerk erlernte.

Das Vonovia Hauptquartier.

Quelle: Vonovia

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Die Vonovia SE begibt sich in unbekanntes Terrain, wagt in Zusammenarbeit mit dem Online-Marktplatz Firstwire den Schritt in Richtung digitaler Wertpapiere – als erstes DAX-Unternehmen überhaupt.

Denkt man an das Web 2.0, bringt man damit nicht auf Anhieb ein Unternehmen wie den Bochumer Immobilienkonzern Vonovia in Verbindung. Und doch steht gerade die von Rolf Buch geführte SE (von lat. „Societas Europaea“: Europäische Gesellschaft) nun an vorderster Front des digitalen Wandels des Kapitalmarktes. Denn der DAX-Konzern hat „erstmals eine vollständig digitale Namensschuldverschreibung in Höhe von 20 Millionen Euro begeben“, wie Vonovia in einer Pressemitteilung vom 13. Januar schreibt. Die Laufzeit dieser betrage überdies drei Jahre. Zudem diene die Stellar (XLM)-Blockchain als Austragungsort der Übertragungen.

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Über den Online-Marktplatz Firstwire sei der Token eigenständig kreiert worden, heißt es weiter. Auf diesem platzierte der Immobilienkonzern bereits 2019 „ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 50 Millionen Euro“. Zur Begründung des Schrittes zur digitalen Namensschuldverschreibung sagt Helene von Roeder, die Finanzvorständin des Konzerns:

Die Digitalisierung bietet uns die Möglichkeit, uns schneller, einfacher und günstiger zu finanzieren. Wir wollen die neue Technologie ausprobieren, um Erfahrungen zu sammeln. Wir können uns gut vorstellen, dass diese in Zukunft eine bedeutsame Rolle im Kapitalmarkt einnehmen wird. Emissionen sind transparent und in Echtzeit nachvollziehbar, was einen professionellen Transaktionsstandard garantiert. Zudem können wir dadurch global neue Investoren ansprechen.

Vonovia Tokenisierung: Gute Nachrichten für Investoren

Für die Investoren der Vonovia sei die Entwicklung ebenfalls positiv, heißt es, und biete neue Perspektiven für Banken und deren Kunden. Joachim Olearius von der M. M. Warburg-Bank:

Die Tokenisierung wird das Angebot von Finanzprodukten und -services erheblich erweitern und strukturell verändern. Wir freuen uns, diese Transaktion mit einem erfahrenen Emittenten erfolgreich durchgeführt zu haben. Sie unterstreicht die Innovationskraft unserer Bank.

Auch Michael Dreiner, der Firstwire-Chef und -Gründer, äußert sich enthusiastisch über den Schritt:

Vor dem Hintergrund des Gesetzesentwurfs für elektronische Wertpapiere zeigt diese Transaktion, wie zukünftig auch Anleiheemissionen gestaltet werden können. Auf firstwire können Unternehmen ihre Emissionen nun in Echtzeit digital abschließen, das bedeutet sofortiges Settlement und kein mehrtägiges Settlementrisiko mehr.

Um die Tokenisierung technisch umzusetzen, griff Firstwire auf die Security-Token-Vorreiter Bitbond zurück. Bereits im Frühjahr 2019 gelang dem Berliner Start-up ein Novum. Als erstes Krypto-Unternehmen schaffte Bitbond es, sowohl eine eigene BaFin-Lizenz zu ergattern als auch einen voll regulierten Krypto-Börsengang in Deutschland durchzuführen.

Gegenüber BTC-ECHO sagte der Chef und Gründer von Bitbond, Radoslav Albrecht:

Ich freue mich sehr, dass Bitbond als Technologieprovider von Firstwire bei der Emission des Vonovia Security Token mitgewirkt hat. Aus unserer Sicht ist das ein wichtiger Meilenstein, um digitale Assets, in diesem Fall tokenisierte Schuldverschreibungen, in den institutionellen Bereich zu bringen. Das sieht man auch daran, dass die Bank M.M. Warburg der Investor des Tokens ist. Wir werden weiter daran arbeiten, Blockchain Technologie in die Welt der regulierten Banken und Finanzdienstleister zu tragen.

Gute Voraussetzungen also für den Erfolg des Unterfangens der Vonovia SE.

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