Bitbond, Bitbond-CEO Radoslav Albrecht zum eigenen STO: „Wir nehmen eine Reihe von Intermediären heraus”

Quelle: Radoslav Albrecht

Bitbond-CEO Radoslav Albrecht zum eigenen STO: „Wir nehmen eine Reihe von Intermediären heraus”

Das Berliner Krypto-Start-up Bitbond hat es geschafft, den geplanten STO von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigen zu lassen. Damit sind sie das erste Krypto-Unternehmen, das nicht nur eine eigene BaFin-Lizenz besitzt, sondern auch den ersten voll regulierten Krypto-Börsengang in Deutschland durchführt. Warum der Security Token einer Anleihe entspricht, wo er gehandelt werden kann und wofür die anvisierten 100 Millionen Euro genutzt werden sollen, haben wir im persönlichen Interview mit dem Bitbond-CEO Radoslav Albrecht herausgefunden.

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BTC-ECHO: Warum habt ihr eine Anleihe begeben und keine Aktie?

Radoslav Albrecht: Das hat mit unserem Geschäftsmodell zu tun. Wir sind eine Plattform, auf der Kleinunternehmer und Selbstständige eine Betriebsmittelfinanzierung beantragen können. Als Plattform wachsen wir, je mehr Anlagepotenzial existiert, sprich je mehr Investoren über unsere Plattform anlegen möchten. Bisher stehen wir – was das Eigenkapital angeht – schon gut da. Wir suchen aber immer nach neuen Wegen, unser Refinanzierungspotenzial zu erweitern; und dahingehend ist ein Fremdkapitalprodukt zunächst das Naheliegendste. Denn nachdem wir uns mit Security Token auseinandergesetzt haben, wurde uns relativ schnell klar, dass ein Fremdkapitalprodukt am besten passt. Hier gibt es einen sehr guten Match von Kosten und Kupon bzw. Gewinnanteils für die Anleger des Tokens.


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BTC-ECHO: Worin unterscheidet sich eure Token-Anleihe von traditionellen Anleihen am meisten?

Radoslav Albrecht: Wir sind aufgrund des Tokens relativ unabhängig von Dritten: Wir brauchen weder eine Zahlstelle noch einen Zentralverwahrer wie Clearstream. Das ist wohl die größte Disruption in dem Bereich. Im Grunde ist niemand, der in Europa bisher Wertpapiere emittiert hat, an Clearstream vorbeigekommen. Wir sind wahrscheinlich das erste Unternehmen in Europa, das ein Wertpapier herausbringt, ohne eine Urkunde bei Clearstream hinterlegen zu müssen. Denn diese Papierurkunde ersetzen wir jetzt mit dem Token. Der Eigentumsnachweis findet also nicht mehr über ein Stück Papier statt, sondern über einen digitalen Token. Daraus folgt auch, dass die Zeichner der Anleihe kein Depot bei einer Bank haben müssen und dadurch Gebühren sparen können. Anleger können eine Wallet anlegen, darin den Token halten und dann vollautomatisch die Zinsauszahlungen aus der Anleihe erhalten. Wir nehmen also eine Reihe von Intermediären heraus und dadurch wird das Konstrukt effizienter und kostengünstiger.

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BTC-ECHO: Was glaubst du: Wie sehr hat es euch bei der STO-Zulassung geholfen, dass ihr schon eine BaFin-Lizenz hattet?

Radoslav Albrecht: Das ist schwer zu sagen. Die BaFin hat unterschiedliche Referate. Das Referat, das für uns zuständig ist, ist ein anderes als das, was jetzt für den Prospekt zuständig war. Dafür ist nämlich die sogenannte Wertpapieraufsicht zuständig. Europaweit gibt es harmonisierte Anforderungen an Wertpapierprospekte und die BaFin geht dann eine Checkliste durch und schaut, ob dieser Prospekt den Anforderungen entspricht. Und das ist wichtig: Die BaFin überprüft nämlich nicht, ob sie das Geschäftsmodell für gut oder schlecht hält, sondern konzentriert sich einzig auf den Prospekt. Ist er plausibel? Transparent dargestellt? Entsprechen die Struktur und die dort abgebildeten Inhalte des Prospekts der Verordnung?

Ganz unmittelbar gibt es also keinen Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass Bitbond ein reguliertes Institut ist und dem Prospekt. Andererseits hat die [vorige Genehmigung] uns wiederum geholfen, da wir daher die Arbeitsweise der BaFin kennen. Davon abgesehen gibt es natürlich Chancengleichheit. Jeder, der einen Prospekt einreicht, der den [regulatorischen] Anforderungen entspricht, hat die gleichen Aussichten auf Genehmigung.

BTC-ECHO: Noch gibt es keine regulierte Börse für Security Token. Glaubst du, wir werden dieses Jahr noch eine staatlich regulierte Security-Token-Börse erleben?

Radoslav Albrecht: Das ist schwer vorherzusehen. Grundsätzlich werden europäische Börsen als sogenannte MTF (Multilateral Trading Facility, zu Deutsch: multilateraler Handelsplatz) gelistet. Mit dieser Lizenz genügen sie den aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Ob wir in dem Bereich etwas sehen werden, weiß ich nicht. Ich persönlich kenne einige Unternehmen, die so etwas in der Vorbereitung haben. Natürlich kann ich nicht sagen, wer das ist. Ich weiß auch nicht, wann die das an den Markt bringen werden. Einige davon sind allerdings in ihrem Prozess bereits recht weit fortgeschritten. Da gerade einmal Februar ist, ist es durchaus wahrscheinlich, dass wir [noch in diesem Jahr] etwas am Markt sehen werden.

BTC-ECHO: Kann man euren Security Token trotzdem auf anderen, nicht staatlich regulierten Plattformen handeln? Basiert euer Security Token auf Ethereum?

Radoslav Albrecht: Grundsätzlich sind Krypto-Token fungible Instrumente, weil man als Besitzer des Token über den Public und Private Key verfügt. Genauso ist es bei unserem Token auch. Wir emittieren den Token auf der Stellar Blockchain. Die Stellar Blockchain ist optimiert auf Payments und die Token-Emittierung. Im Gegensatz zu Ethereum hat die Blockchain einen stark abgespeckten Funktionsspielraum und ist daher in dem für uns relevanten Bereich optimal. Auch bei Stellar erfolgt der Eigentumsnachweis, indem man Transaktionen mittels Private Key signiert. Das Konzept ähnelt dahingehend stark Bitcoin und Ethereum. Daher gilt: Jeder, der den Token hält, kann ihn generell privat weiterveräußern.

BTC-ECHO: Wie ist das mit den Know-Your-Customer-Grundsätzen?

Radoslav Albrecht: Als Emittentin sind wir nicht für das KYC auf einem möglichen Sekundärmarkt zuständig. Wir müssen nur die Zeichner kennen.

BTC-ECHO: Im Nachhinein können die Besitzverhältnisse also anonymisiert werden?

Radoslav Albrecht: Prinzipiell ja, allerdings müssen diejenigen, die den Handel betreiben oder organisieren, sich über ihre jeweiligen Erlaubnisanforderungen informieren. Erfahrungsgemäß wird der Handel auf dem Sekundärmarkt allerdings auf Börsen stattfinden und nicht peer to peer. Und sobald wir als Emittentin des Token eine Geschäftsbeziehung zu einer Börse aufbauen, müssen wir sicherstellen, dass die Börse die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt.

Das bedeutet in aller Regel, dass die Krypto-Börse dann KYC berücksichtigen muss. Das ist übrigens im konventionellen Markt nicht anders: Emittenten von Anleihen wissen häufig nach ein paar Tagen überhaupt nicht mehr, wer genau die Anleihe hält. Weil die eben über Börsen weiterverkauft worden ist. Da Investoren klassische Anleihen allerdings in der Regel in einem Bankdepot liegen haben, weiß zumindest eine Entität, wer die Anleihe besitzt. Genauso wird das bei uns auch sein.

BTC-ECHO: Mit eurer Kapitalmaßnahme wollt ihr bis zu 100 Millionen Euro einsammeln. Wofür braucht ihr so viel Kapital?

Radoslav Albrecht: Den Einsatz der Emissionserlöse planen wir in drei Kategorien aufzuteilen: Einerseits planen wir über die Bitbond-Plattform Darlehen von Kleingewerbetreibenden und Unternehmern zu finanzieren. Das ist das Kerngeschäft der Bitbond GmbH. Das wird vor allem auf den Kernmärkten in Europa aber auch auf dem afrikanischen Kontinent sein. Wir planen darüber hinaus aber auch die Expansion in einige neue Märkte.

Zweitens werden wir höchstwahrscheinlich unser Kapital hebeln. Gemeinsam mit anderen Investoren werden wir ein Portfolio anlegen, sodass wir beispielsweise einen Euro Investmentvolumen auf etwa sechs bis zehn Euro Gesamtinvestitionsvolumen hebeln können.

Drittens werden wir einen kleineren Teil [des Kapitals] bei der Bitbond GmbH als Plattformbetreiberin in Form eines Darlehens einbringen. Damit kann bei Erfolg die Plattform skalieren und beispielsweise das Marketing verbessert werden. Dies möchten wir auch mit einem kleinen Teil der Emissionserlöse finanzieren.

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