ETF-Konsolidierung 

Bitcoin-ETF vor dem Aus: Hashdex scheitert an fehlender Größe

Im milliardenschweren Bitcoin-ETF-Markt reicht ein günstiges Produkt allein nicht aus. Warum Hashdex seinen Fonds trotz Krypto-Boom schließen muss.

Jan-Malte Minnerup
Teilen
Das Bild zeigt eine Bitcoin Münze neben dem Wort ETF

Beitragsbild: Shutterstock

| Der Bitcoin-ETF DEFI konnte sich gegen die milliardenschwere Konkurrenz nicht durchsetzen

Der brasilianische Vermögensverwalter Hashdex galt als Pionier bei börsengehandelten Krypto-Produkten. Jetzt schließen sie als erstes Unternehmen überhaupt ihren Bitcoin-Spot-ETF mit dem Kürzel DEFI. Die Schließung ist die Folge der immer stärkeren Konzentration auf wenige große Anbieter wie BlackRock oder Fidelity.

Nach vier Jahren endet DEFI als Kleinstfonds

Entsprechend umfasste das verwaltete Vermögen von Hashdex in ihrem Bitcoin-ETFs zuletzt auch nur noch 14,7 Millionen US-Dollar. Der Marktführer BlackRock hat dagegen Kapital in Höhe von über 47 Milliarden US-Dollar in ihrem Bitcoin-Trust vorzuweisen und der Fidelity-Wise-Origin Bitcoin-Trust etwa 11 Milliarden US-Dollar. Dabei verlangt Hashdex mit jährlich 0,25 Prozent inzwischen dieselbe Gebühr wie die beiden Marktführer.

Die niedrigen Gebühren sind Ausdruck mehrfacher Versuche des brasilianischen Vermögensverwalters, ihr Produkt konkurrenzfähiger zu machen. Bereits im September 2022 starteten sie DEFI als Bitcoin-Futures-ETF, den sie nach der Genehmigung der Spot-ETFs im März 2024 umstrukturierten. Unter normalen Marktbedingungen sollten zunächst mindestens 95 Prozent des Kapitals direkt in Bitcoin investiert werden. Seit Januar 2026 besteht das Portfolio ausschließlich aus physischen BTC-Beständen. Der benötigte Kapitalzufluss blieb jedoch weiterhin aus.

Die Skalierung entscheidet

Die Schließung steht dabei im starken Kontrast zu den Milliardenbeträgen, die durch die Bitcoin-Spot-ETFs in den Markt geflossen sind. Doch ausgerechnet die niedrigen Gebühren, mit denen das Unternehmen konkurrenzfähiger werden wollte, sorgten für eine zusätzliche wirtschaftliche Belastung. Gerade einmal etwas mehr als 36.000 US-Dollar konnte das Unternehmen jährlich einnehmen. Bei dem Branchenprimus BlackRock waren es bei gleicher Gebührenstruktur hingegen 117,5 Millionen US-Dollar, also mehr als 3.200-mal so viel.

Bis zum 17. August können Anleger ihre DEFI-Anteile noch über die NYSE Arca verkaufen. Anschließend wird der Fonds vom Handel genommen. Wer seine Anteile darüber hinaus behält, wird um den 28. August eine Barauszahlung seiner Bestände erhalten. Dafür wird Hashdex die verbliebenen Bitcoin-Bestände verkaufen.

Kryptowährungen kaufen – Leitfaden & Anbieter 2026
In unserem kostenlosen BTC-ECHO Leitfaden zeigen wir dir, wie du sicher und Schritt für Schritt in Kryptowährungen investieren kannst. Außerdem erklären wir, worauf du beim Kauf von Coins und Token achten solltest.
Jetzt zum Kryptowährungen kaufen Leitfaden
Das könnte dich auch interessieren