Ein leitender FBI-Ermittler ist in den USA wegen mutmaßlichen Diebstahls von Kryptowährungen im Wert von mehr als einer Million US-Dollar festgenommen worden. Das geht aus einer Anklageschrift hervor, die beim US-Bezirksgericht für den Eastern District of Virginia eingereicht wurde. Demnach soll Patrick Steven Yarmoch digitale Vermögenswerte aus Wallets entwendet haben, die mit früheren Ermittlungen gegen ausländische Personen in Verbindung standen.
Der Spezialagent verfügte über eine Sicherheitsfreigabe der höchsten Stufe und war zuletzt in der Spionage- und Gegenspionageeinheit der FBI-Zentrale in Washington tätig. Laut Gerichtsunterlagen stellte er sich selbst seinen Kollegen und räumte ein, Private Keys aus FBI-Systemen genutzt zu haben. Auf dieser Grundlage soll er bis zu zwölf Transaktionen auf eigene Wallets veranlasst haben.
Ermittler soll DeFi-Protokoll und Krypto-Börse genutzt haben
Nach Angaben der Ermittler liefen die Transaktionen unter anderem über Konten bei der Krypto-Börse Kraken. Außerdem soll Yarmoch das DeFi-Protokoll Suilend auf der Sui Blockchain in Verbindung mit einer Slush Wallet genutzt haben.
Im Zuge der Ermittlungen wurden auch Suchanfragen auf seinem Computer und Smartphone entdeckt. Eine davon lautete laut Gerichtsakte: “Wenn du etwa eine Million US-Dollar hättest und die USA verlassen sowie Einwohner oder Staatsbürger eines EU-Landes werden wolltest, was würdest du tun?” Die verwendete KI-Anwendung habe daraufhin Portugal als bevorzugtes Ziel empfohlen.
Die Ermittler fanden außerdem Reisepläne für Portugal, wohin Yarmoch im kommenden Monat mit seiner Familie reisen wollte. Zusätzlich dokumentierten sie Reisen nach Deutschland, Portugal und Grenada, die er nach FBI-Angaben intern nicht gemeldet hatte. Das verstieß laut den Gerichtsunterlagen gegen die internen Vorschriften der Behörde.
Yarmoch wurde nach einer Suspendierung am 31. Juli entlassen und festgenommen. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia.
