Das Schlechteste aus zwei Welten? Ein Kommentar zu Facebooks Digitalwährung

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Auch im Bärenmarkt will so mancher Konzern auf den Krypto-Zug aufspringen. Zwar scheint der Hype um digitale Währungen im Krypto-Winter eingefroren, tot ist das Thema Bitcoin & Co. aber auch für Unternehmen noch nicht. Nun scheint ausgerechnet Facebook an einer eigenen Digitalwährung zu arbeiten. Wieso sich die Bezeichnung „Kryptowährung“ dabei verbietet und was es mit dem Coin auf sich hat, erklären wir im Kommentar.

Im Bullenmarkt schossen sie wie Pilze aus der Erde: Die Rede ist von Altcoins. Jeder einzelne meinte, das Bitcoin-Wertversprechen schneller und besser umzusetzen. Bitcoin ist zu behäbig? Hier habt ihr Bitcoin Cash! Auf Bitcoin kann man keine Utility Token platzieren? Lang leben ICOs!


Die Kryptowährung Nr. 1 vom Thron zu stoßen, ist indes keinem Altcoin-Projekt gelungen. Umso erstaunlicher, dass das Thema Kryptowährungen aus Marketing-Sicht nach wie vor attraktiv ist. Aber der Reihe nach.

Facebook plant den Krypto-Coup

Ende letzen Jahres berichteten wir von Plänen des Internet-Giganten Facebook, an einer Art Stable Coin zu arbeiten. Die Währung, so dampfte es aus der Gerüchteküche, soll aus einem Korb von Fiatwährungen wie dem US-Dollar gedeckt sein. Der Wert sei sodann durch Einlagen des Facebook-Konzerns gesichert. Dadurch wolle man der spekulativen Umtriebigkeit der Krypto-Community Einhalt gebieten und somit die Funktionalität als Payment Token sicherstellen. Nun berichtete die New York Times mit Verweis auf eine anonyme, fünfköpfige Gruppe aus dem Entwicklerteam von Neuigkeiten rund um Facebooks Kryptowährung.

Demnach ist der Entwicklungsstatus des Coins bereits recht weit fortgeschritten. Das Unternehmen stehe zum jetzigen Zeitpunkt in Kontakt mit einer Reihe von Bitcoin-Börsen; man dürfe in der ersten Hälfte dieses Jahres mit einem Launch rechnen.

Ferner seien bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigens für das Projekt Facebook Coin eingestellt worden. Sie bilden eine Art „Blockchain Task Force“, welche dem Vernehmen nach unter der Leitung von Ex-PayPal-Chef David Marcus steht. Expertise in Sachen Zahlungssystemen besteht also freilich.

Fokus auf Payment-Funktion

Und eben darin liegt die Crux: Obgleich sich Facebook in dieser Sache in Schweigen hüllt, darf man davon ausgehen, dass der Coin mit einer Kryptowährung ebenso wenig zu tun hat, wie Bitcoin SV mit „Satoshis wahrer Vision“. Die Zusammenarbeit mit Marcus ist ein guter Beleg dafür, dass der Fokus des Coins in erster Linie auf dem Aufbau eines Payment-Systems zwischen den verschiedenen Facebook-Plattformen Messenger, WhatsApp und Instagram liegen soll.

Ein Fokus ergibt aus Unternehmenssicht durchaus Sinn. Schließlich lässt sich eine dezentrale Kryptowährung, die durch Proof of Work gesichert ist, von zentraler Stelle weder monetarisieren noch kontrollieren. Wer sich also auf einen spannenden New Coin on the Block freut, ist schief gewickelt. Die „Facebook-Kryptowährung“ wird aller Voraussicht nach eine Art PayPal-Ersatz für Nutzer der Social-Media-Plattformen aus dem Hause Facebook sein.

Das muss nicht per se schlecht sein; allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass zentralisierte Zahlungssysteme mit dem Charakter von Kryptowährungen wie Bitcoin im Widerspruch stehen. Zahlungen mit derlei Coins sind somit weder zensurresistent (ein Umstand, den man in Anbetracht der vergangenen Datenskandale nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte), noch können Netzwerkteilnehmer durch dezentrale Anreizstrukturen am Projekt partizipieren.

Im Grunde hätte Facebook also auch einfach PayPal integrieren können. Das Ergebnis wäre aus Nutzersicht fast dasselbe gewesen.

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