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Diem Der Facebook Coin Libra wird umgetauft

Was die geplante Lancierung von Libra betrifft, hinkt Facebook seinem Zeitplan ziemlich hinterher. Nun wurde das Kind kurzerhand umgetauft. Libra heißt jetzt Diem und erhält zudem eine etwas andere Strategie.

Christian Stede
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Libra-Münzen vor Chart-Hintergrund

Quelle: Shutterstock

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, trägt der geplante Stablecoin von Facebook ab sofort einen anderen Namen. Wie die Libra Association mitteilt, wird die Kryptowährung fortan unter der Bezeichnung „Diem“ firmieren. Um das Bild eines neuen Tagesanbruchs zu vervollständigen, wird die zugehörige Organisation fortan Diem Association heißen. Auch einige Personalien haben sich in diesem Atemzug geändert. Als neuer CEO fungiert am dem 1. Dezember Stuart Levey.

Das Diem-Projekt wird […] Verbrauchern und Unternehmen die Möglichkeit geben, sofortige, kostengünstige und hochsichere Transaktionen durchzuführen. Wir haben uns dazu verpflichtet, dies auf eine Weise zu tun, die die finanzielle Eingliederung fördert, indem wir den Zugang auf diejenigen ausweiten, die ihn am dringendsten benötigen.

Stuart Levey, CEO der Diem Association

sagte Stuart Levey, CEO der Diem Association.

Dass hinter dieser Neuausrichtung das Ziel Facebooks steht, regulatorischen Bedenken zu begegnen, ist evident. Zunächst solle aus Libra ein globaler Stablecoin werden, der von unterschiedlichen Landeswährungen gedeckt ist. Nach etwa einjähriger Überarbeitung der Ursprungsidee veröffentlicht die Diem Association nun ein neues Konzeptpapier, in dem die Änderungen des ursprünglichen Ansatzes von Libra erläutert werden. Danach geht es bei Diem nicht mehr um eine globale Währung, sondern ein globales Zahlungssystem und eine globale Finanzinfrastruktur. 

Schon mit Libra gab es Währungskorb-Pläne

Die Assoziation reagiert damit auf Bedenken vieler kritischer Marktbeobachter. Diese hatten Facebook gegenüber angemerkt, die geldpolitische Souveränität der Landesbanken könnte leiden, wenn ein großes Volumen an Inlandszahlungen über den Libra Stablecoin abläuft. Daher integriert man nun auch Stablecoins in verschiedenen Landeswährungen. Die genaue Zusammensetzung dieses Währungskorbes ist derzeit aber noch nicht genau geklärt. Jede dieser landeswährungsspezifischen Stablecoins soll vollständig durch eine Reserve in Form von Fiatgeld oder Staatsanleihen der betreffenden Landeswährung gedeckt sein. Dieser Ansatz ist nicht neu, schon Ende Oktober hatte David Marcus, Chef der Libra Association, derartige Pläne auf einem Treffen der Group of 30 in Washington vorgestellt

Wie die Experten Jonas Groß und Alexander Bechtel im Interview erklärten, ist ein großer Vorteil des nach Landeswährungen spezifizierten Stablecoins der, dass der Anleger die Wahl hat, in welcher Währung er investieren möchte. Bei Überweisungen ins Ausland – insbesondere in Länder mit hoher Inflation – ist der auf mehreren Währungen basierende Coin die bessere Lösung. Aber auch nur dann, wenn man aus einem Land, dessen Währung im Korb ist, auf diesen multinationalen Coin auch Zugriff hat. Dies geht bis jetzt nicht klar aus den Plänen Facebooks hervor.

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