Das Rote Kreuz setzt auf Blockchain bei Entwicklungsarbeit

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Quelle: Shuttesrtock

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Das Rote Kreuz setzt zukünftig die Blockchain-Technologie ein, um die regionale Wirtschaft in strukturschwachen Gebieten Kenias zu unterstützen. Durch die Entwicklung eigener lokaler Währungen soll die Bevölkerung einen Zugang zum mobilen Zahlungsverkehr erhalten.

Das Rote Kreuz verwendet für die finanzielle Inklusion finanzschwacher Regionen in Kenia zukünftig die Blockchain-Technologie. Wie aus einer Mitteilung der Thomson Reuters Foundation hervorgeht, will die Hilfsorganisation der Wirtschaft strukturschwacher Regionen durch den Einsatz lokaler Währungen auf Blockchain-Basis helfen. Das zweijährige Pilotprojekt umfasst zunächst Regionen in Kenia und soll künftig weitere Teile Afrikas erschließen.

Viele Menschen in Kenia verfügen nicht über ein Bankkonto und ländliche Regionen sind oftmals an kein intaktes Bankensystem angeschlossen. Transaktionen, Tauschgeschäfte und Kredite werden häufig auf Papier festgehalten und in Kästen aufbewahrt. Wenn man den Verwandten am anderen Ende des Landes Geld schicken möchte, muss man sich dafür in den nächsten Bus setzen.

Ein Teufelskreis

Trotz der wirtschaftlichen Missstände in vielen Regionen des Landes produziert die lokale Bevölkerung unbeirrt Waren und stellt Dienstleistungen bereit. Das Problem: Nur wenige Menschen verfügen über ein ausreichendes Einkommen, um die Waren und Dienstleistungen zu erwerben. Das wiederum verringert den Anreiz, mehr Waren zu produzieren. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, setzt das Rote Kreuz nun den Blockchain-Hebel an.


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Die nationalen Ableger des Roten Kreuzes aus Norwegen, Dänemark und Kenia haben am Dienstag, dem 26. November, ein zweijähriges Projekt gestartet, um wirtschaftsschwache Regionen zu unterstützen. Die Bevölkerung Kenias kann zukünftig per Smartphone blockchainbasierte lokale Währungen erstellen und für den Geldtransfer einsetzen. Dieses Kreditsystem soll Menschen am Geldsystem teilhaben lassen und somit die Wirtschaft stabilisieren. In Teilen Kenias und Äthiopiens sei das Bezahlsystem bereits erfolgreich getestet worden und habe die Wirtschaft in strukturschwachen Gemeinden angekurbelt, heißt es in der Mitteilung.

Mobiles Bezahlsystem

Die neuen Währungen verwenden Guthaben, die per Handy übertragen und auf ein Blockchain Ledger gespeichert werden. Dies soll den Geld-Kreislauf in Schwung bringen: Die Bevölkerung erhält eine Bezahlung in Form von Krediten und kann diese für lokale Waren und Dienstleistungen ausgeben. Das Projekt betrifft zunächst Kenia und soll zukünftig auch in Malawi, Myanmar, Simbabwe, Kamerun und Papua-Neuguinea zum Einsatz kommen.

Will Ruddick, Gründer von Grassroots Economics, einer Stiftung, die Gemeinschaftswährungen entwickelt, sagte, dass die blockchainbasierten Bezahlsysteme der internationalen Entwicklungsarbeit neue Impulse verleihen. Lokal eingesetzte Gemeinschaftswährungen könnten dazu beitragen, Kreditdefizite zu schließen und mittelständischen Unternehmen nötige finanzielle Unterstützung zu geben.

Transparenz von Entwicklungsarbeit

Zudem schaffe die Nutzung der Blockchain-Technologie Transparenz, sagte Ruddick. Die Verwendung von Spendengeldern ließe sich sowohl nachverfolgen als auch anpassen, fügte er hinzu. Entwicklungsprojekte lassen sich somit gezielt finanziell unterstützen.

Zudem sei die nötige Infrastruktur des Kreditsystems erschwinglich. Nur etwa 40.000 US-Dollar jährlich fallen für Server und Support zur Abdeckung ganz Kenias an – im Vergleich zum gesellschaftlichen Mehrwert ein geringer Betrag. Norwegen, Dänemark und Kenia haben für das Projekt bislang mehr als eine Million US-Dollar an Startkapital bereitgestellt.

Armutsbekämpfung mit dem Handy

Ein mobiles Bezahlsystem ist in Kenia längst etabliert. Über M-Pesa lassen sich Transaktionen per Handy und ohne ein reguläres Bankkonto abwickeln. Die Nutzer verfügen über ein elektronisches Guthaben und können direkte bargeldlose Übertragungen vom eigenen M-Pesa-Guthaben an andere M-Pesa-Nutzer durchführen. Das mobile Bezahlsystem dient zum Versenden von Geld, aber auch zur Versorgung grundlegender Bedürfnisse, wie dem Bezahlen von Stromrechnungen, Lebensmitteln und Medikamenten. Bereits 27 Millionen Kunden verwenden M-Pesa – mehr als die Hälfte der kenianischen Bevölkerung.

Das Rote Kreuz schließt mit der Einführung des Kreditsystems an diese Entwicklung an und stößt auf eine hohe Nachfrage in der Bevölkerung, insbesondere wenn sich das Projekt auf weitere Länder Afrikas ausdehnen sollte. Das mobile Bezahlsystem könnte einen Anreiz zur Produktion neuer Waren in wirtschaftsschwachen Regionen leisten und dadurch letztlich Arbeitsplätze schaffen. Auch andere Organisationen wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF nutzen vermehrt die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie, um ihrer Entwicklungsarbeit neue Anstöße zu geben.

Das Beispiel M-Pesa zeigt: Durch innovative Finanztechnologien können Menschen finanziell inkludiert, Wirtschaften gestärkt und Armut bekämpft werden. Der 2018 erschienene UN-Bericht zur „Finanzierung für Entwicklung“ legt dar, dass allein in Kenia die Verbreitung von mobilem Geld zwei Prozent der Haushalte über die Armutsgrenze gehoben haben.


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